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Das große Geschäft mit dem Geld

Da sich mit der Abwicklung des Zahlungsverkehrs sehr viel Geld verdienen lässt, wollen neue Wettbewerber auch ein Stück vom großen Kuchen. Drängen sie die Banken in die Ecke? Ein Kommentar von Laura Kracht.

Von Laura Kracht - 14. Februar 2020

Bildnachweis: iStock.com/aurielaki

Wir leben in einer globalisierten Welt. Durch die enorme Verbreitung von Käufen aus dem Ausland muss Zahlungsverkehr global gedacht werden. Um ihren Kunden maximalen Service zu bieten, müssen Banken für grenzüberschreitende Zahlungsabwicklungen gerüstet sein. Und bitte natürlich auch „Instant“.

Millionen Sofortzahlungen in der Woche

Die steigenden Kundenanforderungen hinsichtlich Schnelligkeit, Verlässlichkeit und Einfachheit der Abwicklung bei wachsender Zahl an Transaktionen stellen den Finanzsektor vor Herausforderungen. Da ist die Versuchung groß, Angelegenheiten im Zahlungsverkehr diskret bei externen Dienstleistern zu bündeln. Die Abwicklung des Zahlungsverkehrs ist ein Riesengeschäft.

Europäischer Marktführer im Zahlungsverkehr und bei Transaktionsdienstleistungen ist die französische Firma Worldline. Deren Tochter ist die niederländische equensWorldline, die browserbasierte Lösungen zur starken Kundenauthentifizierung für alle Endnutzergeräte anbietet und Millionen von Sofortzahlungen in der Woche abwickelt.

2019 starteten sieben Banken in den Niederlanden damit, über das Clearing-and-Settlement-Mechanism-System des IT-Dienstleisters equensWorldline Instant Payments anzubieten. Unter den Kunden finden sich auch Big Player der deutschen Bankenlandschaft, etwa die Commerzbank oder die LBBW, die ihre Partnerschaft im SEPA-Zahlungsverkehr mit dem Dienstleister bis 2025 verlängerte. So übernimmt das Unternehmen jährlich über eine Milliarde Transaktionen für die Landesbank. Auch die DZ Bank, die bis vor kurzem sogar Anteile an equensWorldline besaß, nutzt die Services des niederländischen IT-Dienstleisters.

Nun reiht sich wohl auch UniCredit in den Kundenstamm ein. Das hat auch für die HypoVereinsbank, Tochter der italienischen Großbank, Folgen. Bisher war die „Betriebs Center für Banken AG“ (BCB) für deren Zahlungsverkehr im deutschen Privatkundengeschäft zuständig. Rund 200 von insgesamt 1.400 Mitarbeitern der BCB betreuen den Zahlungsverkehr für die HypoVereinsbank. Alle 200 würden beim Wechsel zu equensWorldline übernommen, hieß es.

Wie sich das künftige Miteinander zwischen UniCredit und dem europäischen Marktführer im Bereich der Zahlungs- und Transaktionsdienste genau gestaltet, lässt sich also noch nicht sagen.

Es sind massive Investitionen nötig

Dass Banken auch in Deutschland ihre Abwicklungen im Zahlungsverkehr an externe Dienstleister outsourcen, ist nicht neu. Die LBBW beispielsweise arbeitet bereits seit zwölf Jahren mit equensWorldline zusammen. Die Frage bleibt: Sollten Banken den Hauptteil ihres Zahlungsverkehrs aus den Händen geben? Dieses Thema befeuert kontroverse Diskussionen: zuletzt gesehen bei der Apple-Pay-Einführung der Sparkassen.

Zahlungsverkehr ist aber auch ein komplexes Unterfangen. Ergo: Es sind massive Investitionen nötig. Der Großteil der Banken kann das im Moment nicht so einfach stemmen – viele Dienstleister hingegen schon. Und klar, es ist durchaus nachvollziehbar, dass Banken Baustellen haben und nicht alle gleichzeitig angehen können. Dahinter stecken betriebswirtschaftliche Entscheidungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Kreditinstitute dann auch wirklich die Probleme in den Bereichen lösen können, in die sie investieren.

Vermehrt Geschäfte mit Apple und Co.

Das Outsourcen bedeutet natürlich auch eine Erleichterung für Banken. Zuverlässigkeit und Schnelligkeit der Zahlungsabwicklungen können dadurch steigen. Positiver „Nebeneffekt“: zufriedenere Kunden. Darüber hinaus scheint das erfolgreiche Etablieren eigener Tochtergesellschaften oder die Übernahme von Banken im Payment-Bereich nicht auf Dauer zu funktionieren. Payone, als Zahlungsdienstleister für E-Commerce gegründet, wurde von der Sparkassen-Zahlungsverkehrstochter B+S Card Service gekauft. Damit sorgte die Sparkassentochter für Aufruhr und bewies Mut zur Innovation.

Aus dem Kauf entstand die BS Payone GmbH. Aber – vor etwas über einem Jahr wurde die Verschmelzung der BS Payone GmbH mit der Ingenico Payment Services GmbH und weiteren Gesellschaften in der DACH-Region vollzogen. Nun besitzt die DSV-Gruppe (Deutscher Sparkassenverlag) nicht einmal mehr die Hälfte der Anteile. In der Finanzbranche herrscht große Aufregung darüber, dass vermehrt Geschäfte mit Apple & Co. gemacht werden.

Gleichzeitig verkaufen aber die Banken ihren Zahlungsverkehr. Ein Thema von großer Ambivalenz. Denn was kommt nach dem Outsourcing des Zahlungsverkehrs?

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