Bitte melden Sie sich an

Registrieren Sie Sich als Premium-Mitglied, um Vorträge herunterzuladen.

  • 100% Rabatt auf alle Club-Events und Kongresse
  • Download der Vortragsunterlagen aller Veranstaltungen
  • Zugriff auf Fotogalerie aller Veranstaltungen
Sie sind noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt:

Jetzt Mitglied werden
Sie sind bereits Mitglied oder waren Teilnehmer?

Bitte loggen Sie sich ein:

Jetzt einloggen
Jetzt Mitglied werden

Payment gehört auf die Tagesordnung der Politik

Spätestens seit der Pandemie ist Bargeld nicht mehr so beliebt. Es scheint, als würden sich auch Politik und Banken zunehmend von Scheinen und Münzen verabschieden. Wie sollte aus Handelssicht mit dem „Problemkind“ umgegangen werden?

Von Ulrich Binnebößel - 25. März 2022
Bargeld undPayment gehört auf die Tagesordnung der Politik

Foto: iStock.com/PCH-Vector

Glaubt man den Umfrageergebnissen, verliert die Nutzung von Bargeld als Transaktionskasse zunehmend an Bedeutung. Stattdessen sind kontaktlose Kartenzahlung und mobiles Bezahlen im Aufwind. Gleichzeitig wünschen sich Verbraucher die Freiheit, jederzeit selbst entscheiden zu können, auf welche Art sie zahlen.

Aus Handelssicht ergeben sich dadurch Herausforderungen. Fest steht, dass Bezahlen im Handel digitaler wird. Bargeld könnte dabei zur kostentreibenden Randerscheinung ohne Nutzen werden.

Unbare Zahlung auf dem Vormarsch

Das EHI Retail Institut hat ermittelt, dass der Anteil des unbar getätigten Umsatzes im Pandemie-Jahr 2020 um 5,6 Prozent gewachsen ist. Eine Rate, die viermal höher ist als in durchschnittlichen Jahren. Zwar liegen die Zahlen für das Jahr 2021 noch nicht vor, aber Prognosen zufolge hat sich der Trend zur unbaren Zahlung nochmals verstärkt.

Derzeit kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich der Pandemieeffekt zurückbildet. Handelsunternehmen ziehen mit und bieten die gewünschten Zahlungsarten an. Inzwischen nähert sich der klassische Einzelhandel einer Vollausstattung mit Zahlungsterminals und akzeptiert die notwendigen Zahlungsmarken – egal ob mobil oder per klassischer Karte. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit der Barzahlung erhalten.

Der Bargeldkreislauf steht vor Herausforderungen

Allerdings stellt sich bei weiterer Abnahme von Barzahlungen die Frage nach der Aufrechterhaltung eines effizienten Bargeldkreislaufes. Zudem legen Bankfilialschließungen, steigende Bearbeitungskosten oder Abschaffung von Bargelddienstleistungen bei gleichzeitiger Konzentration auf unbare Zahlarten nahe, dass Banken sich von Bargeld verabschieden wollen.
Vor dem Hintergrund stellt sich für den Handel die Frage: Wie kann dem Wunsch nach Barzahlung auch künftig entsprochen werden, wenn Kosten steigen und die Nachfrage kaum noch relevant ist?
Auch das politische Umfeld ist Bargeld gegenüber eher negativ geprägt. Verschärfte Geldwäscheregelungen, Bargeldobergrenzen, die Abschaffung des 500-Euro-Scheins oder eine überdimensionierte Münzprüfverordnung signalisieren eine schleichende Abkehr vom Bargeld.

Positionen zur Bargeldentwicklung

Der Handel braucht hier Planungssicherheit über die weitere Entwicklung. Daher sollte eine intensive gesellschaftliche Diskussion darüber geführt werden, wieviel Bargeld in Zukunft nötig ist und wer die Lasten hierfür trägt. Die Politik sollte den Weg aufzeigen, welche Bargelddienstleistungen in Zukunft benötigt werden und wie diese zu erbringen sind.

Zur Umsetzung sollte der Fokus auch auf technologische Weiterentwicklungen beziehungsweise Automatisierung gelegt und gefördert werden. Dabei könnte der Handel weitere Dienstleistungen wie die Bargeldauszahlung am Point of Sale (POS) durchaus intensivieren – wenn sie entsprechend vergütet werden. Weitere Rahmenbedingungen zur Förderung der Effizienz im Bargeldhandling sollten geschaffen beziehungsweise auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden. Auch die Bundesbank kann ihren Beitrag leisten und sollte Optionen zur Effizienzsteigerung prüfen. Dabei kann auch eine Entscheidung getroffen werden, wieder mehr Aufgaben selbst zu übernehmen.

Allerdings wäre eine explizite Verpflichtung zur Akzeptanz von Bargeld im Handel nicht zielführend und kann zu hohen Kosten ohne Nutzen führen. Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig: Wo muss Bargeld weiterhin als Korrektiv oder Kriseninstrument agieren, wo wird es verzichtbar?

Positionen zur unbaren Zahlung

Der Rückgang von Bargeld führt auch – zumindest mittelbar – zu zunehmender Stärke etablierter unbarer Zahlverfahren. Leidvoll muss der Handel mit ansehen, wie errungene Regulierungseffizienzen der Interbankenentgeltverordnung durch zunehmend dominante Gebührenpolitik großer Kartenschemes kompensiert wird. Auch das effiziente und in Deutschland von Kunden und Handel akzeptierte girocard-Verfahren droht im Zuge der geplanten Einführung einer europäischen Zahlungsmarke zu verschwinden. Die Politik sollte daher auch im Bereich unbarer Zahlungen die Entwicklungen kritisch begleiten und klare Ziele vorgeben, um Fehlentwicklungen zulasten der Akzeptanzseite und der Verbraucher zu verhindern.

Aus Handelssicht ergeben sich zwei direkte Handlungserfordernisse für die Politik: Zum einen ist der SEPA-Standard der Echtzeitüberweisung voranzutreiben. Zum anderen sollte die Schaffung eines europäischen Zahlungssystems kritisch und mit Blick auf die Akzeptanzseite begleitet werden.

Instant Payments auf Basis des SEPA-Standards SCTInst gehört zweifellos zu den besten Entwicklungen der letzten Jahre. Die lange existierende Echtzeit-Handelswelt bekommt mit der Echtzeitüberweisung eine entsprechende Zahlungslösung. Zumindest in der Theorie. In der Praxis sollte die Politik ihre Vision des New Normal umsetzen und die vollständige Umsetzung bei allen europäischen Banken einfordern, ohne dass besondere Transaktionskosten für Verbraucher entstehen. Verbunden mit einem praktikablen Zugang aller Zahlungsauslösedienstleister kann so eine allgemein verfügbare Infrastruktur und damit innovative Zahlungsprodukte entstehen, die auf Augenhöhe zu den globalen Schemes agieren können.

Weiterhin sollte eine Förderung europäischer Zahlungsmarken und Produkte kritisch hinterfragt werden. Ein gemeinsames europäisches Zahlungssystem ist zwar auch aus Handelssicht interessant. Es darf aber nicht dazu führen, effiziente nationale Systeme durch ein teures Verfahren abzulösen. Eine Förderung sollte an Mitspracherechte der Akzeptanzseite geknüpft werden.

Payment-Strategie gebraucht

Die Zahlungswelt im Einzelhandel ist im Umbruch. Barzahlung verliert deutlich, Bargeldhandling wird unattraktiver. Gleichzeitig steigen die Abhängigkeiten von Anbietern im unbaren Zahlungsverkehr. Die Politik ist daher gut beraten, eine Payment-Strategie zu entwickeln. So können Fehlentwicklungen vermieden und Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Verbrauchererwartungen effizient zu erfüllen.

TIPP: Sie möchten mehr zum Thema Payment lesen? Dann erfahren Sie hier, wieso die Industrie 4.0 das neue Geschäftsmodell „Pay-per-Use“ ermöglicht oder erfahren Sie hier, wieso Banken den Zahlungsverkehr zu einer Management- und Vertriebsaufgabe machen müssen.

Ulrich Binnebößel

Handelsverband Deutschland (HDE) e.V.

Ulrich Binnebößel ist Abteilungsleiter Zahlungsverkehr & Logistik beim
Handelsverband Deutschland (HDE) e.V.

Lesen Sie auch

digitalen Ökosystems

Schutz des digitalen Ökosystems

Mit dem Laptop am Strand arbeiten oder Kühlschrank[…]

Carsten Mürl
Händler, Kunden

„Die Payment-Branche wird und muss sich verändern“

Mit dem Angebot im Bereich Bezahlverfahren steigen auch[…]

Laura Kracht
Payment, outside the box

Wie Banken mit innovativen Payment-Lösungen Erträge steigern

Banken suchen immer nach Wegen, Erträge zu generieren,[…]

Gemeinschaftsbeitrag
Euro, digitalen Euro

Was mit dem digitalen Euro auf Banken und Verbraucher zukommt

Aus „ob“ ist „wann“ geworden: Der digitale Euro[…]

Maximilian Schmidt
Request to Pay, EBA

„Die Kombination von Instant Payments und Request to Pay ist gewinnbringend für Europa“

Die Zahl der Echtzeitzahlungen steigt in Europa. Damit[…]

Redaktion
Fintico

Fintico

Fünf Fragen an Jan Lettow, CEO und Mitgründer[…]

Dennis Witzmann
Payment

Industrie 4.0 ermöglicht neue Geschäftsmodelle „Pay-per-Use“

Pay-per-Use ist ein wichtiger Trend in Zeiten der[…]

Gemeinschaftsbeitrag
Online-Handel, digitales Einkaufen,Zahlunsverkehr, Zahlungsverkehrsgeschäft, Internationalität des Zahlungsverkehrs, Potenziale für Volksbanken

„Wir Banken müssen das Zahlungsverkehrsgeschäft zu einer Management- und Vertriebsaufgabe machen“

Der Zahlungsverkehr ist eine klassische Bankdienstleistung. Eine mit[…]

Laura Kracht
Bank Afrika, Payment, finanzille Inklusion, Smartphone, mobile Bezahlung

Afrika: Finanzielle Inklusion 

Finanzielle Inklusion ist immer noch eine wichtige Aufgabe[…]

Ronja Wildberger
Euro An der Schwelle zu neuen Geldformen

An der Schwelle zu neuen Geldformen

Sören Hettler und Claus George von der DZ[…]

Gemeinschaftsbeitrag

Europa zeigt mit EPI Initiative im Zahlungsverkehr

31 europäische Kreditinstitute und zwei Acquirer aus sieben[…]

Redaktion
Girocard Bepreisung ING

ING folgt dem Trend: Neue girocard-Gebühr

In Deutschland gilt sie als die altbewährte Zahlungskarte:[…]

Fiona Gleim
Tagesgeldkonto Payment Kapital

Das Tagesgeldkonto: Alter Hut oder sinnvolles Element des Finanzmanagements?

Zinsen bringt auch das Tagesgeld nicht mehr ein,[…]

Redaktion
Conversational Banking Nuance

Mehr Wertschöpfung und Wachstum dank Conversational Banking

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Automatisierung im Kundenkontakt[…]

Morna Florack
digitaler Euro Zentralbankgeld Krypto

Alles digital – sogar der Euro

Im Juli will die Europäische Zentralbank (EZB) das[…]

Ronja Wildberger

Wie Banken wieder näher an ihre Kundschaft rücken

Der Trend ist klar: Wenn Menschen bezahlen, wollen[…]

Ann-Katrin Stehle
Girocard Handelsverband

„Wir sind Girocard-Fans”

Wie sieht die Zukunft im Payment aus? Ulrich[…]

Ronja Wildberger
Handel und Banken, Zahlungsverkehr, digitales Zentralbankgeld, digitales Bezahlen

Handel und Banken im Zahlungsverkehr von morgen

Wie steht der Handel zu aktuellen Entwicklungen im[…]

Thorsten Hahn

Grenzüberschreitender Zahlungsverkehr in Europa

Das Volumen für grenzüberschreitender Zahlungen wächst. Doch die[…]

Apple Pay, girocard, Sparkassen

Weiterhin zukunftsfähig mit dem Sprung in die Wallet

E-Banking-Experte Daniel Guck über Apple Pay mit der[…]

Daniel Guck
Payment in Zeiten von Corona

Payment in Zeiten von Corona

In der Corona-Krise sind kontaktlose Zahlungsmethoden mit Abstand[…]

Laura Kracht
Rezension, Hagelüken, Das Ende des Geldes

Das Ende des Geldes, wie wir es kennen

Autoren: Alexander Hagelüken Preis: 16,00 Umfang: 222 Seiten Verlag: C.H. Beck

Dennis Witzmann

Infografik: Bargeld in der Krise

Seit der Corona-Pandemie kriselt es zwischen den Deutschen[…]

Redaktion
Werfen wir noch einmal einen Blick auf die zweite Ausgabe von BANKINGCLUB-Live

BANKINGCLUB Live: Runde zwei

Am 20. November 2020 ging BANKINGCLUB-Live in die[…]

Redaktion

Wird die Lastschrift immer beliebter?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine Rechnung zu bezahlen.[…]

Redaktion
Markus Dauber über neue Payment Lösungen und die Zukunft in dem Bereich, Entwicklung Richtung Mobile First

„Treiber der Veränderung im Payment sind unter anderem Digitalisierung und Mobile first“

Markus Dauber, Co-Vorstandsvorsitzender „Volksbank eG – Die Gestalterbank“,[…]

Laura Kracht
Bezhalverhalten nach Corona-Krise, EPI

Payment nach der Corona-Krise: Wie Europa in Zukunft zahlen könnte

Payment-Expertin Nicole Jonat über die Auswirkungen der Corona-Krise[…]

Nicole Jonat

„Request-to-Pay macht das Bankkonto zum Nabel der Welt”

Request-to-Pay schafft im Zahlungsverkehr ein völlig neues Echtzeit-Erlebnis[…]

Thorsten Hahn
Wie sieht die Zukunft bei digitalen Bezahllösungen aus?

„Damit Vertrauen in die digitalen Kanäle entsteht“

Peter Bakenecker, Division President für Deutschland und die[…]

Laura Kracht
Christian Schollmeyer vom DSGV über Seamless und Digital Payment.

Plug-and-Play-Lösungen im Payment

Payment-Experte Christian Schollmeyer zur Rolle von Partnerschaften im[…]

Christian Schollmeyer
Wie die TARGO Dienstleistungs GmbH agile Arbeitsmethoden im Zahlungsverkehr eingeführt hat und wie es mit der Nachhaltigkeit von Bargeld aussieht, erfahren Sie im Beitrag.

Agile Methoden im Zahlungsverkehr: „Bei uns kam der Impuls dezentral“

Interview aus dem Homeoffice: Tanja Kehl und Hendrik[…]

Laura Kracht
Rezension zum Buch Mit Geld zur weltherrschaft von Thorsten Polleit

Mit Geld zur Weltherrschaft

Autor: Thorsten Polleit Preis: 17,99 Euro Umfang: 224 Seiten Verlag:[…]

Laura Kracht
Kooperationen im Bankbereich werden immer wichtiger.

Wer alleine agiert, der verliert

Payment-Experte Christian Schollmeyer über das geänderte Bezahlverhalten in[…]

Christian Schollmeyer
Wer ist der Gewinner der Corona-Krise? Höchstwahrscheinlich nicht das Bargeld.

„Die Kartenzahlung ist der Gewinner der Krise“

Julian Weste, Geschäftsführer von PLUSCARD, über die Zukunft[…]

Thomas Friedenberger
Zahlungsverkehrsexperte Jens Holeczek erklärt, was ein Identitätsdienst alles leisten kann.

Was ein Identitätsdienst leisten kann

Jens Holeczek, Experte für Zahlungssysteme beim BVR, erläutert[…]

Jens Holeczek
Zwei Leute schneiden einen Geldschein durch, weil sie Angst vor Infektionen haben.Wie sieht es in Zukunft mit der Bargeldnutzung aus?

Cash, Karte, Telefon: Wer in Zukunft wie zahlt

Berater Arno Eitz über die Auswirkungen der Corona-Pandemie[…]

Arno Eitz
Dr. Michael Luhnen, Managing Dircetor bei PayPal in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Interview

„Neue Technologien führen auch zu veränderten Bedürfnissen“

Dr. Michael Luhnen, Managing Director von PayPal in[…]

Redaktion
Der Experte sagt: Auch in Zukunft wird das Bargeld nicht verschwinden

„Bargeld wird nicht verschwinden“

Stirbt das Bargeld gemeinsam mit den Digital Immigrants[…]

Philipp Scherber
Beitrag Quer durch die Bank: Wenn wir Europa wollen

Coronavirus: Wenn wir Europa wollen

Thorsten Hahn kommentiert das Zahlverhalten der Deutschen in[…]

Thorsten Hahn

Online Payments – digitale Zahlungsarten

Die Möglichkeit, online zu bezahlen, erfreut sich auch[…]

Alejandro Quintana

Das große Geschäft mit dem Geld

Da sich mit der Abwicklung des Zahlungsverkehrs sehr[…]

Laura Kracht
Eine Uhr als Symbol für Zahlungen in Echtzeit

Instant Payments: Was sich 2020 verändert

Zahlungen in Echtzeit sind Standard. Aber was können[…]

Craig Ramsey

„Finanzielle Inklusion vorantreiben“

Für kenianische Banken wird das Smartphone zum wichtigsten[…]

Philipp Scherber

Online Casinos: mit Klarna attraktiver zahlen

Glücksspiel im Internet boomt, doch der Konkurrenzkampf ist[…]

Redaktion