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Banken mit Nachwuchsproblemen streichen 1.000 Stellen

Von Thorsten Hahn - 15. Dezember 2014

Dieser Tage fragt sich der treue Mitarbeiter innerhalb der Bankbranche mal wieder, wie es um ihn bestellt ist. Gehöre ich zu der stark umworbenen Zielgruppe der Fachkräfte oder Azubis oder trifft mich demnächst der Rotstift aus der Personalabteilung direkt ins Herz?

Corealcredit eine Tochter der Aareal Bank AG streicht 30-40 der ca. 160 Stellen liest man im Spätsommer, nun sollen weitere folgen. Bei der HSH Nordbank wird bis 2017 jede fünfte Stelle wegfallen. Die Commerzbank ist immer noch mitten in der Umsetzung ihrer Abbaupläne. Die einen machen es leise, bei den anderen besorgt die Presse den Lärm. Personalabbau ist immer eine Schlagzeile wert. Und so lautet es in einer Studie von Bain & Company, dass binnen der nächsten zehn Jahre durchaus bis zu 100.000 Jobs wegfallen werden. Da ertappe ich mich, dass ich dies hier schreiben will, „bei der letzten Strukturkrise der Banken in den 90er Jahren verglich der damalige Deutsche Bank-Vorstand Ulrich Cartellieri unsere Branche mit der Stahlindustrie und sagte sinngemäß, die hätten hinter sich, was wir noch vor uns haben“. Doch genau das habe ich schon geschrieben, im Juni 2008! Eine Strukturkrise ohne Ende? Wundern Sie sich jetzt allen Ernstes noch, warum jede fünfte Ausbildungsstelle in unserer Branche unbesetzt bleibt? Es liegt nicht am mangelnden employer branding, wie es neudeutsch so schön klingt. Es liegt am schleichenden Siechtum unserer Branche. Sozusagen von einer Strukturkrise in die Nächste. Die Generation Y will etwas Sinnvolles machen. Geht das in einer Branche die Rohstoffe zockt, Hochgeschindigkeitshandel betreibt und dem Mittelstand den Geldhahn zudreht? Dann doch lieber Beamter werden?

Nicht Nine-to-Five

Dabei wollen die jungen Leute gar nicht Dienst nach Vorschrift machen. Nicht Nine-to-Five. Junge Leute, so zeigen Studien, wollen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und mit gestalten dürfen. Junge Leute wollen einen Job, vom dem sie zu 100 Prozent überzeugt sind, immerhin blicken sie auf 40 Jahre Arbeitswelt. Welchen Frust das auslösen kann, kennen sie im schlechten Fall aus dem Elternhaus. Das Privatleben geht bei dieser Generation nicht vor aber die Balance muss stimmen. Vier Tage, einen Teil von zuhause, Lebensarbeitszeitkonten und  die Möglichkeit zum Sabatical, sind Begriffe mit denen sich die Branche beschäftigen sollte, wenn das mit der Suche nach Fachkräften und Auszubildenden nicht in die Hose gehen soll.

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