Future of Finance: Für einen attraktiven Fintech-Standort Deutschland

Um die Potenziale neuer Technologien zu heben und kompetitive Makrofaktoren für den digitalen Finanzstandort Deutschland zu schaffen, setzt das Bundesministerium der Finanzen (BMF) auf die Förderung junger Tech- und Wachstumsunternehmen sowie moderne Finanzmarktregulierung.


Dr. Florian Toncar, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen

Zu Beginn dieser Legislatur haben sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, Deutschland zu einem führenden europäischen Standort für digitale Finanzdienstleister zu machen. Eine starke und zukunftsfähige digitale Finanzindustrie ist nicht nur Wachstumsmarkt an sich. Sie wirkt als Innovationstreiber für effiziente und effektive Prozesse in Realwirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft – ein wichtiger Beitrag für die Weiterentwicklung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft.

Bessere Chancen für junge Wachstumsunternehmen

Insbesondere im Bereich digitaler Finanztechnologien sorgen junge Tech-Unternehmen für mehr Innovation und Wettbewerb. Die deutsche Fintech-Szene ist stark; wir sehen aber die aktuellen Herausforderungen für Fintechs und Startups. Gerade innovative Wachstumsunternehmen sind auf gute Finanzierungsbedingungen und exzellente Fachkräfte angewiesen. Das Ende 2023 in Kraft getretene Zukunftsfinanzierungsgesetz setzt hier an: Mit der umfassenden Verbesserung der steuerlichen Behandlung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung können deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe besser mithalten.

Zudem wird die Finanzierung mit Eigenkapital aus privater Hand erleichtert, unter anderem durch den Abbau von Bürokratie sowie der Erleichterung von Börsengängen und der Finanzierung am Kapitalmarkt. Auch der Zukunftsfonds der Bundesregierung zahlt auf das Ziel der Mobilisierung von Kapital wortwörtlich ein. Die Bundesregierung stellt damit bis zu zehn Milliarden Euro für Startups in verschiedenen Wachstumsphasen und Sektoren bereit. Strukturell werden dabei mittels öffentlichen Kapitals private Investitionen mobilisiert und der deutsche Venture Capital-Markt so unterstützt.

Moderner Rechtsrahmen für den digitalen Finanzmarkt

Für neue und für etablierte Akteure der digitalen Finanzwirtschaft braucht es eine innovationsfreundliche und verlässliche Finanzmarktregulierung auf nationaler und europäischer Ebene. Rechtssicherheit ist mit Blick auf neue, datenbasierte Technologien wichtig, um deren zügigen Einsatz im hochsensiblen Finanzmarkt zu ermöglichen. Hierzu zählt auch, sichere Erprobungsmöglichkeiten zu schaffen, wie mit dem aktuell laufenden DLT Pilot Regime (DLT: Distributed- Ledger-Technologie).

Auch im Bereich der Krypto- Märkte haben wir mit der europäischen Regulierung „Markets in Crypto Assets“ (MiCA) einen zeitgemäßen und soliden Rechtsrahmen erreicht, der Möglichkeiten für Wachstum und Skalierung im europäischen Krypto-Sektor bietet. Deutschland war mit der Erlaubnispflicht für das Krypto-Verwahrgeschäft im Jahr 2020 Vorreiter der europäischen und internationalen Diskussion. Unter anderem die MiCA setzt das BMF nun mit dem Finanzmarktdigitalisierungsgesetz wettbewerbsfähig und praktikabel um. Bei diesen und weiteren nationalen der Austausch mit der Praxis wichtig. Das Verständnis von Entwicklungen des Marktes und praktischer Hürden stehen im Fokus des Digital Finance Forum beim BMF. Als Austauschformat zwischen digitaler Finanzindustrie und Ministerium hat es mit seiner Roadmap vorzeigbare Erfolge erzielt. Daran möchten wir in den nächsten Monaten anknüpfen – proaktiv und mutig.