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BCBS 239: Millionengrab oder Wettbewerbsvorteil?

Von Redaktion - 11. Dezember 2013

Als Konsequenz der Finanzkrise wurden mit BCBS 239 vierzehn Grundsätze (Principles) erarbeitet, um ein besseres Verständnis und eine frühzeitigere Einbindung der Risikosituation in die Entscheidungen der Geschäftsleitung zu fördern.

Seit der Veröffentlichung wird das Thema kontrovers von Banken, Beratern und Softwareherstellern diskutiert. Der Grund: Es sind erhebliche Änderungen in Prozessen, Organisation und der Technik zu erwarten. Selbst der Regulator geht von einem massiven Investitionsbedarf aus, erwartet aber gleichzeitig große Effizienz- und Effektivitätsvorteile. Um diese zu realisieren, wird es nötig bestehende Schwächen im Risikomanagementprozess vorbehaltlos analysieren. Der Umfang der Anforderungen macht dabei ein Schritt-für-Schritt-Vorgehen erforderlich. Da die nötige Akzeptanz nur durch schnelle Erfolge erreicht wird, gilt es für die Wahl des Startpunktes genau zu analysieren, wo kurzfristig der größte Mehrwert realisiert werden kann. Im Folgenden daher einige Empfehlungen um sich dem Thema zu nähern.

Auf welche Handlungsfelder sollte man sich konzentrieren?
Wir empfehlen die 14 Principles des BCBS 239 zur Operationalisierung auf fünf wesentliche Handlungsfelder herunterzubrechen:

1. Integration und Harmonisierung von Risiko und Finance: Mehr Kommunikation und gemeinsames Vorgehen.
Es gibt durchaus positive Beispiele dafür, wie Banken das sogenannte Silodenken zu überwinden versuchen. Ein Miteinander zwischen Risk und Finance führt in allen Fällen zu erhöhter Transparenz und besseren Verständnis von Handlungsoptionen – insbesondere auf der Senior Management Ebene. Technologisch liegt der Fokus auf der Integration im Einsatz befindlicher Systeme. Die größten Potenziale liegen oft dort, wo sich Lösungen nicht oder nur schlecht einbinden lassen.

2. Einheitlicher Risikodaten-Haushalt: Ein Single Point-of-Truth als Basis für alles Weitere
Vergessen Sie das allumfassende Risk-Finance-Datawarehouse. Erfolgsversprechender ist es, mit der Konsolidierung des Risikohaushaltes zu beginnen und sich dabei über ein Datenmodell mit gemeinsame Standards anzunähern. Hier empfiehlt sich eine Konzentration auf Basis- und Ergebnisdaten die für Standardreports benötigt werden.

3.    Automatisiertes und flexibles Risiko-Reporting: Beschleunigung des Erstellungsprozesses unter vollkommender Flexibilität
Die hitzige Diskussion um „Excel oder Nicht-Excel“ lässt oft  außer Acht, warum wir Tabellenkalkulationen eigentlich nutzen. Wir schätzen die Flexibilität in der Analyse und die Möglichkeit Daten ohne langwierige IT-Prozesse einzubinden. Die gute Nachricht: Diese Eigenschaften sind kein Monopol von Spreadsheets mehr. Informieren Sie sich daher über neue Reporting- und Analysetechnologien, die sowohl die zentrale qualitätsgesicherte Bereitstellung durch die IT als auch die dezentrale Flexibilität für die Fachabteilungen in sich vereinen.

4.    Data-Governance-Bericht: Transparenz über Dateninhalte und -qualität als Prozess
Datenqualität entsteht nur im Miteinander von IT und Fachabteilung. Ein betriebswirtschaftliches und eben nicht nur technisches Metadatenkonzept ist deshalb keine Option, sondern Pflicht. Um Datenqualität durchgängig zu etablieren, haben sich Datenqualitäts-Dashboards und Datenqualitäts-Gütesiegel bewährt. Dazu sind Datenqualitäts-Kennzahlen zu erheben, die die Korrektheit, Vollständigkeit und Konsistenz anzeigen. Genau diese werden von der zukünftigen MaRisk gefordert.

5.    Echtzeit-Simulation: Mit Stresstests in Sekunden statt Stunden
Wenn Banken Risiken und Chancen proaktiv identifizieren wollen, ist es nötig multiple Szenarien der Zukunft modellieren und simulieren zu können. Das umfasst mehr als die bekannten aufsichtsrechtlichen Stresstests. Nötig die Fähigkeit zu hunderten von Simulationen auf Millionen von Datensätzen. Dafür muss zum einen Transparenz über und einfacher Zugang zu den verfügbaren Daten bestehen. Zum anderen sind High-Performance-Analytics-Systeme nötig die trotz der großen Datenmengen einen schnellen und „spielerischen Trial-and-Error-Umgang“ mit Simulationen ermöglichen.

Weitere Informationen rund um BCBS 239 finden Sie hier:
        BCBS #239

 

Foto von velkol – www.istockphoto.de

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