Eine Regulierung, sie zu knechten

Wir schreiben das Jahr 2017, als sich alle (Bank-)Völker von (Mittel-)Erde in Berlin – dem Bruchtal der Branche – versammelten, um sich gegen die drakonischen PlĂ€ne einer nicht gerechtfertigten Regulierung zu wehren. Eine Überlegung.


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Die besten Geschichten weisen Parallelen zur RealitĂ€t auf. NatĂŒrlich muss nicht immer der Weg einer tolkienschen Metapher gewĂ€hlt werden, aber das Szenario der „Kleinen“, die sich gegen die „Großen“ wehren, ist nicht erst die Erfindung eines britischen Literaten und Philologen.
Nun haben sich Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Berlin getroffen, um eine angemessene Regulierung abgestuft nach Risikogehalt und GrĂ¶ĂŸe zu fordern, die ihrer Bedeutung fĂŒr Wirtschaft und Gesellschaft gerecht wird. Die Teilnehmer der Konferenz: der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), das Weltinstitut der Sparkassen (WIS) und die EuropĂ€ische Vereinigung der Genossenschaftsbanken (EACB). Neben der Thematisierung des Beitrags ihrer HĂ€user fĂŒr die Anliegen der G20-PrĂ€sidentschaft Deutschlands, forderten sie, bereits auf internationaler Ebene die Weichen fĂŒr eine angemessene Regulierung kleiner Institute und solcher mit einfachem GeschĂ€ftsmodell richtig zu stellen. „Wir brauchen eine bessere abgestufte Regulierung. Internationale Großkonzerne gehören auch weiterhin engmaschig kontrolliert, denn von ihnen können große Ansteckungsgefahren ausgehen“, fordert Georg Fahrenschon, PrĂ€sident des DSGV. Bei klassischen Retail-Instituten mit ĂŒberschaubarer GrĂ¶ĂŸe und einfachem GeschĂ€ftsmodell reichten abgespeckte Regeln, um das gleiche Maß an Sicherheit zu gewĂ€hrleisten. Deswegen fordern die GefĂ€hrten „eine Small and Simple Banking Box fĂŒr die Bankenregulierung“. Das heißt ĂŒbersetzt: Die genannten regionalen Institute möchten nichts mit den großen GeschĂ€ften der anderen zu tun haben und vor allem, möchten Sie nicht fĂŒr ihre potentiellen Fehler genauso streng reguliert werden. Klingt ein bisschen nach dem romantischen Auenland: weit weg von Mordor und dem Schicksalsberg will man eigentlich nur behĂŒtet und sicher leben. Wer kann es ihnen verĂŒbeln? Vor allem, da ihr Sinnen nach gerechter Behandlung durchaus legitimiert ist.