„Datenmengen sind nicht gleich Informationsmengen“

Der gemeine Risikomanager hat es nicht leicht: Neben einem stetig wachsenden Berg an regulatorischen Anforderungen mĂŒssen sich die Verantwortlichen auch immer mehr mit digitalen Supporttools auseinandersetzen und dabei ebenso die Gefahren der digitalen Welt im Auge behalten. Ja, manche Bank könnte sicherlich einen Briefkasten gebrauchen, der ausschließlich fĂŒr die PosteingĂ€nge aus Mario Draghis Haus dient. […]


Unser Kongress RISKMANAGEMENT forBANKS2017 auf dem historischen Flughafen Butzweiler Hof zu Köln.

Der gemeine Risikomanager hat es nicht leicht: Neben einem stetig wachsenden Berg an regulatorischen Anforderungen mĂŒssen sich die Verantwortlichen auch immer mehr mit digitalen Supporttools auseinandersetzen und dabei ebenso die Gefahren der digitalen Welt im Auge behalten. Ja, manche Bank könnte sicherlich einen Briefkasten gebrauchen, der ausschließlich fĂŒr die PosteingĂ€nge aus Mario Draghis Haus dient. Da ist es doch umso schöner, wenn man sieht, dass auch andere Institute denselben Schwierigkeiten die Stirn bieten mĂŒssen.

Expertenrunde: (von links) Moderator Thorsten Hahn diskutierte auf dem Podium mit Dr. Philipp Gann von der Bayerischen Landesbank, Heiko Trautmann vom Bankhaus J. Safra Sarasin und Dr. Daniel Baumgarten von der Sparkasse KölnBonn ĂŒber die Erkenntnisse aus den VortrĂ€gen.

Am 8. und 9.11. haben wir unseren jĂ€hrlichen Fachkongress RISKMANAGEMENTforBANKS ausgerichtet und konnten mehr als 60 Teilnehmer auf dem historischen Flughafen Butzweilerhof in Köln begrĂŒĂŸen. Diesen wiederum wurde in den VortrĂ€gen der insgesamt 18 Referenten ein breites Themenspektrum geboten, das auch zum Nachfragen einlud. Auf thematischer Basis erfuhren die aktuellen Geschehnisse im Risikomanagement programmatische Umsetzung. Jan-Philipp Hoffmann von der Deutschen Postbank AG eröffnete den ersten Tag und beschĂ€ftigte sich in seinem Vortrag mit IFRS 9. Eindrucksvoll zeigte er auf, wie er den theoretisierenden Anforderungen mathematisch begegnet. FĂŒr ihn sei dies der Weg, um im Anschluss Modelle fĂŒr die Umsetzung von neuen Regularien zu bauen.

Doch auch auf technischer Seite wussten die Referenten einiges zu berichten: Frank Hölldorfer und Burkhard Mayer von der Aareal Bank hatten einen Praxisbericht ĂŒber die Implementierung und Nutzung der Open Source Risk Engine im GepĂ€ck. Was als kleines Fachbereichsprojekt begann, ist „wie eine Bombe eingeschlagen“, so Hölldorfer.

„Big Data kann die Antworten auf viele Fragen des Risikomanagements geben“, erlĂ€uterte Dr. Oliver Maspfuhl von der Commerzbank.

Von der Commerzbank sprach Oliver Maspfuhl ĂŒber Big-Data-Analysen und gab zu bedenken: „Datenmengen sind nicht gleich Informationsmengen.“ Man könne eine Datei auch zehn Mal kopieren, das schaffe dann lediglich einen quantitativen, aber keinen qualitativen Mehrwert. Zugleich konnte er sich am Ende des ersten Tages im ZwiegesprĂ€ch mit Thorsten Hahn auch ein kleines bisschen Kritik an den Anforderungen aus Basel nicht verkneifen: „Wenn ich so damit beschĂ€ftigt bin, den gegenwĂ€rtigen Zustand zu kennen, dann verliere ich die FĂ€higkeit, Vorhersagen zu treffen.“

Den Abschluss machte Stefan Heinemann, der am zweiten Tag ĂŒber strategische Asset-Allocation eines Versicherungsunternehmens sprach. Als mediale UnterstĂŒtzung verwendete er Illustrationen des Wilhelm-Busch-Klassikers „Max und Moritz“. Sein Vortrag war buchstĂ€blich der letzte Streich.

Dr. Dmitry Zaykovskiy (links) und Alexandra Yaroslavtseva beim obligatorischen Kicker-Turnier.

Das Format RfB geht am 28. und 29.11.2018 in die nĂ€chste Runde. FĂŒr alle, die nicht dabei sein konnten, sollen diese Impressionen einen Eindruck des Kongresses liefern. In Anlehnung an den deutschen Literaten und WortkĂŒnstler Wilhelm Busch:

Drum ist hier, was die Referenten getrieben,
fotografiert und aufgeschrieben.