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Geldanlage 2021: Deutsche setzen auf Sicherheit und Nachhaltigkeit 

Was bewegt Verbraucher bei ihrer Geldanlage gerade und worauf achten sie dabei besonders? Die Gothaer Versicherung wollte das herausfinden und hat eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zum Geldanlageverhalten durchgeführt. Hier sind die Antworten von über 1.000 Bundesbürgern im Überblick.

Von Laura Kracht - 22. März 2021
Geldanlage 2021, in Immobilien oder Fonds, Sparbuch

Foto: istock.com/ridvan_celik

Betreibt man aktuell Meinungsforschung, kommt man an einem Stichwort wohl nicht vorbei: Corona. Die Pandemie spielt auch im Hinblick auf die Geldanlage eine wichtige Rolle. Das zeigt sich in einer repräsentativen Umfrage, die die Gothaer Asset Management AG (GoAM) von der forsa Politik- und Sozialforschung im Januar 2021 bereits zum zwölften Mal durchführen ließ.

Bei der deutschen Bevölkerung ist die Sorge vor dem wirtschaftlichen Abschwung aktuell sehr ausgeprägt. In der Gothaer Umfrage gaben 75 Prozent der insgesamt 1.003 Befragten an, diese Befürchtung zu haben. Damit ist ein möglicher wirtschaftlicher Abschwung mit Blick auf ihre Geldanlage die größte Sorge der Deutschen.

Meinungen zu Inflation und Zinspolitik

Die Angst vor einer möglichen Inflation ist mit 60 Prozent ebenfalls hoch, im Vergleich zum Vorjahr allerdings leicht gesunken. 2020 lag sie bei 62 Prozent. Fast schon überraschend: Die Befürchtung ist gesunken, dass die getätigten Anlagen später einmal nicht ausreichen werden, um den Lebensstandard zu halten: Von 47 Prozent im Jahr 2020 auf 41 Prozent im darauffolgenden Jahr.

Sorge, dass die EZB die falschen Entscheidungen trifft, besteht 2021 bei deutlich weniger Menschen als im Vorjahr. Die aktuelle Umfrage hat ein Minus von 20 Prozentpunkten ergeben. So halten aktuell 41 Prozent der Anlegerinnen und Anleger die Niedrigzinspolitik der EZB für falsch, 2020 waren es noch 61 Prozent. Darüber hinaus sind 46 Prozent sogar für diese Politik – der höchste bisher gemessene Wert seit 2016. Zustimmung kommt besonders von den 18- bis 29-Jährigen. 59 Prozent in dieser Altersgruppe befürworten die Beschlüsse der Währungshüter.

Für Christof Kessler, Vorstandssprecher der Gothaer Asset Management AG, kein ungewöhnliches Ergebnis: „In Zeiten der Krise und vor dem Hintergrund der stark zunehmenden Staatsverschuldung zur Stützung der Wirtschaft ist es nicht verwunderlich, dass die Zinspolitik der EZB wieder auf mehr Zustimmung in der Bevölkerung stößt.“ Und weiter: „Viele Menschen leiden schon jetzt unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und befürworten daher die staatliche Unterstützung, die durch die niedrigen Zinsen erleichtert wird.“

Lieber auf Nummer sicher bei der Geldanlage

Wenngleich auch hier der Wert seit einigen Jahren abnimmt, gehen 46 Prozent der Befragten bei ihrer Geldanlage immer noch gerne auf Nummer sicher beziehungsweise legen Wert darauf (2020: 52 Prozent; 2019: 57 Prozent).

Gewachsen ist dagegen der Wunsch nach Flexibilität in der Anlage: Ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell geben 36 Prozent an, dass sie auf flexible Anlagen am meisten achten. Dagegen legen nur neun Prozent Wert auf hohe Rendite.

Da stellt sich natürlich die Frage, wie die Deutschen denn ihr Geld anlegen. Da hat das gute alte Sparbuch immer noch die Nase vorn (44 Prozent). Besonders bei den Jüngeren (18- bis 29-Jährigen) ist das Sparbuch beliebt, 58 Prozent von ihnen nutzen es als Anlageform. Altersübergreifend ist auch der Klassiker Lebensversicherung vorne dabei (27 Prozent). Dicht dahinter folgen Fonds mit 26 Prozent und Anlagen in Immobilien (32 Prozent).

Geldanlage? Aber bitte mit Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit hat auch Einzug in die Geldanlage erhalten. Für 44 Prozent der Befragten stehen bei dem vielfältigen Thema der Klima- und Umweltschutz im Vordergrund. 32 Prozent der Bürger:innen halten soziale Gerechtigkeit für den wichtigsten Aspekt (2020: 28 Prozent).

Im Vergleich zu 2020 hat sich das Investieren in nachhaltige Fonds von 6 Prozent auf 17 Prozent im Jahr 2021 fast verdreifacht. Dabei gaben 58 Prozent an, dass sie sogar bereit seien, trotz einer möglicherweise geringeren Rendite in eine nachhaltige Geldanlage zu investieren. Damit ist diese Bereitschaft im Vorjahresvergleich um fünf Prozentpunkte gestiegen. Nachhaltigkeit schlägt also Rendite – wobei sich diese beiden Faktoren nicht zwingend ausschließen müssen, wie Christof Kessler betont: „Beispielsweise hat der Gothaer Multi Select, der 2020 als einer der fünf besten nachhaltigen vermögensverwaltenden Fonds ausgezeichnet wurde, im letzten Jahr eine Wertsteigerung von 17,5 Prozent erzielt.“

Diese Fonds sind beliebt

Nicht nur nachhaltige Fonds werden beliebter, sondern auch Aktien- und Indexfonds mit 49 Prozent und 26 Prozent (2020: 42 und 16 Prozent) finden bei Anlegern deutlich mehr Anklang. Daneben sind auch vermögensverwaltende Fonds von 10 auf 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Die häufigste Antwort auf die Anlageform mit der höchsten Renditeerwartung war: „Immobilien“. Sie kam von 31 Prozent der Befragten und wurde von vier Prozent mehr als im vergangenen Jahr angegeben. Hohe Renditen versprechen sich die Deutschen auch von Aktien (2021: 30 Prozent; 2020: 29 Prozent). Dagegen finden nur 14 Prozent der Befragten Fonds lukrativ (2020: 16 Prozent).

Dem Klima verpflichtet

Was heißt das nun für Finanzunternehmen? Erst einmal weiterhin an Nachhaltigkeit arbeiten und nachhaltige Fonds stärker forcieren. Denn es ist anzunehmen, dass das Thema immer weiter in den Fokus rückt, höchstwahrscheinlich mit besonderem Augenmerk auf Klimaschutz.

So haben auch 16 Akteure des deutschen Finanzsektors bereits im Juni 2020 eine Klimaschutz-Selbstverpflichtung unterzeichnet. Sie besagt, dass die Kredit- und Investmentportfolien im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten sind. Und auch das Präsidium des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat im Januar 2021 ein Positionspapier verabschiedet, der sie zum nachhaltigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft verpflichtet. Darin wird das Ziel erklärt, das Geld der Kunden bis spätestens zum Jahr 2050 klimaneutral anzulegen. Jetzt muss in der Branche noch daran gearbeitet werden, dass die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit auch stärker bei den Kunden ankommen.

Auch auf das steigende Interesse an flexiblen Kapitalanlagemöglichkeiten sollte nicht aus den Augen verloren werden.

Und schließlich ist Geldanlage auch ein Thema, bei dem Finanzunternehmen durch kompetente und vertrauensvolle Beratung glänzen können. Der Bedarf bei den Kunden ist in jedem Fall vorhanden. Auf welchem Wege Verbraucher ihre Fragen zu Geldanlage stellen, ist allerdings ihnen überlassen. Daher ist ein Multi-Kanal-Ansatz auch hier das Gebot der Stunde – oder der nächsten Jahre.

Tipp: Sie möchten mehr zum Thema Nachhaltigkeit? Dann erfahren Sie hier, was passiert wenn die Bank grüner wird oder hier, wieso Banken Nachhaltigkeit aktiv annehmen sollten.

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