Eine ungewisse Zukunft

Gerade mal sieben Jahre ist es her, dass die Postbank Teil der Deutschen Bank wurde. Nun steht fest, dass die Tochter verkauft werden soll. Gegenwärtig ist nicht abzusehen, wer denn nun als Käufer in Frage kommt und die Angestellten fürchten um ihre Arbeitsplätze. Am Freitag rief die Gewerkschaft Verdi zum Streik auf. Bei der Deutschen…


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Welch eine ernüchternde Einsicht! Da hat man über Jahre hinweg in Bezug auf die technische Integration in den Mutterkonzern hervorragende Arbeit geleistet und nun darf sich die Postbank nur noch als Spielball der Deutschen Bank verstehen. Aus diesem Grund will das größte Geldhaus Deutschlands auch keinerlei Verhandlungen über einen Kündigungsschutz bis 2020 führen, da man ja den potentiellen Käufer der Tochter nicht mit „unnötigen Altlasten“ von einer Übernahme abschrecken will. Aus geschäftlicher Sicht ist dies nachvollziehbar, aber aus menschlicher Perspektive hat dies einen faden Beigeschmack und ist für die meisten Angestellten einfach nur bitter. Das verflixte siebte Jahr hat auch die Postbank und die Deutsche Bank eingeholt. Wie bei allen gescheiterten Beziehungen darf man in der Nachbetrachtung ruhig hinterfragen, wie man eigentlich zu der Entscheidung kam, die Postbank in den eigenen Konzern integrieren zu wollen. Was hat man sich versprochen, das am Ende nicht eingetreten ist?

Am Freitag der große Streik

Die Mitarbeiter der Noch-Tochter versammelten sich am vergangenen Freitag vor den majestätischen Zwillingstürmen in Frankfurt, um für den gewünschten Kündigungsschutz zu demonstrieren. Respekt und Wertschätzung verlangen sie von den Entscheidungsträgern der Mutter – Aspekte, die vor allem auf die menschlichen Schicksale eines solchen Schnitts zielen und versuchen, diese zu thematisieren. 1500 beschäftigte Postbanker sollen es gewesen sein, die ihren Unmut ob der fatalen und ungewissen Situation äußern wollten. Das ganze hat mittlerweile eine Dynamik gewonnen, die von außen nur noch schwer zu verstehen ist. Die Postbank sieht sich einer Streikwelle ausgesetzt, die zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommt, aber aus menschlicher Sicht wieder zu verstehen ist.

220 Filialen sind bedroht

Bei der Deutschen Bank stehen seit Freitag alle Zeichen nun auch offiziell auf Umbruch. Ein vorgelegtes Sparprogramm soll laut SPIEGEL-Angaben die Kosten um 3,5 Milliarden Euro pro Jahr senken. Bis 2017 werden 220 Filialen geschlossen, dagegen will man mehr Geld in die IT-Infrastruktur setzen. Der Fokus liegt klar auf dem Investmentbanking, dem langjährigen Ressort von Anshu Jain. Geschäftlich mag die Entscheidung längst überfällig sein, aber bleibt hier der Mensch auf der Strecke? Man wird sehen, was die Zeit bringt.