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Erneuerbare Energien – ein wachsendes Geschäftsfeld für Banken

Alle Länder der EU haben sich mit der Richtlinie 2009/28/EG zu einem Ausbau der Erneuerbaren Energien verpflichtet und die verschiedenen Fördermodelle verleihen der europäischen Windkraft entscheidende Impulse. Gleichzeitig werden in allen europäischen Ländern die Kosten für nachhaltigen Strom jedoch kritisch hinterfragt.

Von Lars Quandel - 28. April 2017
Erneuerbare Energien Onshore

Bildnachweis: iStock.com/deliormanli

Vor diesem Hintergrund hat die EU beschlossen, dass die Festlegung der Förderhöhe für Erneuerbare Energien ab 2017 über marktgetriebene Systeme zu erfolgen hat. Dies wird in den meisten Ländern über inverse Ausschreibungen umgesetzt. Sowohl die Unternehmen selbst, die an den Ausschreibungen teilnehmen, als auch die umzusetzenden Projekte benötigen neben Eigenkapital auch jede Menge Fremdkapital.

Onshore: Ein Leistungsträger der Energiewende

Weltweit wird immer mehr Strom durch Windenergie produziert. Das gilt auch für Europa und hier insbesondere für Deutschland – mit Betonung auf Land. Onshore wird auf absehbare Zeit der Leistungsträger unter den Erneuerbaren Energien bleiben, auch wenn Offshore, also Stromerzeugung auf offener See, im Energiemix perspektivisch wichtiger wird. Der starke Ausbau der Windenergie fußt auf einer breiten Basis von Projektentwicklern und einer Vielzahl von Investoren.

Das verdeutlicht auch ein Blick auf das bisher Erreichte. Seit dem Jahr 2000 hat sich die installierte Windkraftkapazität in der EU von 12,9 auf 153,7 Gigawatt (Stand Ende 2016) mehr als verzehnfacht und überholte erstmals die Kapazitäten von Kohle als bislang zweitgrößten Energielieferanten. Neben dem größten Windenergiebetreiber Deutschland, mit einem Anteil von 44 Prozent der gesamten Installationen in der EU, zeigt der Zubau in weiteren Mitgliedsländer vielversprechendes Wachstum: Ein Beispiel hierfür ist insbesondere Schweden mit einem Zuwachs von 1,4 Gigawatt in den letzten zwei Jahren bei 6,5 GW installierter Gesamtkapazität.

Es ist davon auszugehen, dass in der nahen Zukunft der Boom weiter anhält und die installierte Kapazität bis 2020 um insgesamt 30 Prozent auf über 200 GW wächst. Fortlaufende technische Weiterentwicklungen sorgen auch bei Onshore für eine immer effektivere Stromgewinnung. Im Rahmen des sogenannten Repowering ersetzt an vielen Standorten bereits die nächste Generation an Windenergieanlagen ältere Anlagen und erbringt im besten Fall die zehnfache Leistung. Standorte mit schwächeren Windbedingungen können dank moderner Schwachwindturbinen ebenfalls wirtschaftlich an das Netz gebracht werden.

Projektentwickler, Investoren und Finanzierer immer aktiver

Während die Entwicklung im Netzausbau oder den Speichertechniken gerade erst Fahrt aufnimmt, sind im Bereich Onshore Projektentwickler und Investoren aktiver denn je. Ihr Hauptziel ist es, schlüsselfertige Windparks zu projektieren und an Investoren zu verkaufen. Oftmals werden diese Windparks gleich mit der notwendigen Finanzierung verkauft. Hier liegt aus Bankensicht ein interessantes Betätigungsfeld. So stellen Banken für die Projekte die Baufinanzierung und in den meisten Fällen auch die langfristige Betriebsphasenfinanzierung. Die Strukturierung dieser Finanzierungen ist jedoch komplex und benötigt sehr viel Know- how und Erfahrung.

Unternehmen der Branche haben aber auch neben der reinen Projektfinanzierung natürlich einen Bedarf an Betriebsmittellinien und weiteren Bankprodukten wie zum Beispiel Cash Management und Risikosteuerung. Im Rahmen der zunehmenden Ausschreibungsverfahren werden Banken zudem benötigt, um die in diesem Prozess als Sicherheit zu stellenden Bietungsavale zu geben. In den Kreis der Finanzierer für Wind- und Solarparks treten zunehmend auch institutionelle Investoren ein, die damit wiederum zur Konkurrenz klassischer Banken werden. Wenige Pensionskassen und Versicherungen stellen selbst kleine Teams zusammen, die Direktkredite an die Projektgesellschaften geben. Die Mehrzahl tut dies aber indirekt über Asset Manager und sogenannte Debt Fonds.

Die Erfolgsgeschichte fortschreiben

Die Rahmenbedingungen der Stromerzeugung zukunftsfähig und preisgünstig zu gestalten, gehört zu den großen Herausforderungen der nächsten Jahre. Onshore wird maßgeblich zu dem Ziel beitragen, in 20 Jahren 55 bis 60 Prozent des in Deutschland benötigten Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Die bisherige Entwicklung hat gezeigt: Durch die große Anzahl der Akteure können die für die Energiewende benötigten Zubauzahlen erreicht werden. Für Banken ergeben sich in diesem wachsenden und sich laufend verändernden Umfeld gute, aber herausfordernde Geschäftsmöglichkeiten.

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