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Gold ist alternativlos in jedem Jahr!

Von Roman Kurevic - 21. April 2015

2011 wurde der kurze Ausflug von Gold bei 1.921 Dollar gestoppt. Nach nun fast vierjähriger Baisse sollte nun ein neuer Anstieg beginnen können. Die Gründe hierfür sind von den Zentralkomitees der Notenbanken gelegt, die sich unverwundbar fühlen, da es fast täglich eine positive Bestätigung vom Markt gibt. Wenn dieses ewige Gelddrucken wirklich funktioniert, warum sollte dies erst seit 2008 der Fall sein?

Meistens beginnen Diskussionen mit dem Argument: „Gold zahlt doch keine Zinsen!“ Das ist eine Aussage, die grundsätzlich korrekt ist. Allerdings geht sie vollkommen am Thema vorbei. Denn warum sollte Gold dies tun? Eine erbrachte Leistung muss doch keine Zinsen zahlen? Oder rennen Sie einmal im Jahr in den Weinkeller, um die Zinszahlung bei Ihren Weinflaschen einzufordern? Ihre armen Goldmünzen und Goldbarren liegen zwölf Monate in den Wehen, um dann endlich im Januar ein wenig Goldstaub durch die Tresortür an ihre Eigentümer bezahlen zu dürfen? Dabei bietet Gold noch weitere unbestreitbare Vorteile: Sie haben keinen Schuldner, wenn Sie Gold besitzen. Daher haben Sie auch kein Ausfallrisiko. Sie haben nicht nur elektronische Impulse, sondern können eine echte Währungsalternative ohne Fehl und Tadel vorzeigen. Selbst Silber hat einen gewissen Charme. Es wirkt antibakteriell und ist somit hygienischer als Papiergeld.

Gold – Alternativwährung ohne Zinsen

Es gab zuletzt einige Fälle, in denen Spaziergänger eine Kiste mit Gold gefunden haben. Sagen wir mal 100 Unzen (1 Unze = 31,1g), die heute einen Wert von 113.200 Euro haben (ohne Sammlerwert). So und jetzt suchen Sie sich bitte aus, wer wann diese Kiste ins Erdreich verbuddelte. War es Varus anno 9 n.Chr., als er merkte, dass es gerade nicht so gut für ihn und seine Legionen lief? War es Karl der Große 800 zur Feier des Tages seiner Krönung? Oder war es der berühmte Templerorden 1307, als man etwas in Eile war, da es sogar einen Haftbefehl gegen sie gab?
Suchen Sie sich ein Datum aus und nun schließen Sie die Augen und denken Sie an die 113.200 Euro, die Ihnen gehören, wenn Sie die Kiste ausgraben. Sehen Sie die Kiste? Sind Sie schon auf dem Weg zum Goldhändler Ihres Vertrauens? Sehen Sie ganz deutlich die wunderschöne Kiste? Jetzt öffnen Sie den Deckel und in der besagten Kiste liegt dummerweise nur ein Stück Papier und leider doch kein Gold. Geschrieben steht dort: „Der Eigentümer dieses Schreibens erhält bei Vorlage Goldstücke, die dem Gegenwert von 100 Rindern entsprechen und einen Zins von 10 Rindern zusätzlich pro Jahr!“
Tja, eigentlich gehören Ihnen jetzt alle Rinder dieser Welt, aber fordern Sie das mal ein. Vermutlich werden Sie in einer neuen Jacke und einem gut gepolstertem Zimmer wieder aufwachen. Welche Kiste hätten Sie denn jetzt gern? Das Gold hat zwar in der ganzen Zeit  keine Zinsen erbracht, trotzdem ist es auch heute noch weltweit als Alternativwährung anerkannt.Ganz anders das Stück Papier, sein Wert tendiert gegen 0, spätestens dann wenn der Schuldner nicht mehr flüssig ist oder das Vertrauen in diesen völlig erschüttert ist.

Gold hat Potenzial

Wenn Sie heute eine Unze Gold aus dem Bergwerk schaufeln, müssen Sie 20 bis 40 Tonnen Gestein durch die Mühle jagen und zahlen dann am Ende auch noch 50 bis 200 Dollar/Unze drauf. Wie einfach hat es da doch der Käufer der Ware? Er bringt leichtes Papier zum Händler und bekommt dort eine Unze Gold, ohne auch nur ein Stück Erz zu mahlen und einschmelzen zu müssen. Das Kaufinteresse unter 1.150 Dollar ist somit gut zu erklären, denn die Produzenten wissen dies auch und decken auf diesen Niveaus getätigte Absicherungen wieder ein.
Technisch gesehen verteidigt das Edelmetall seine Bodenformation, ohne allerdings positive Akzente nach oben setzen zu können. Welche Risiken bestehen aktuell und wo liegen die Chancen? Positiv wäre ganz eindeutig, ein Wochenschluss von mehr als 1.310/50 Dollar zu werten. Ein belastbares Tief mit einem Ausbruch würde dann ein eindeutiges technisches Kaufsignal über der 250 Tagelinie darstellen. Sollte dann noch der Abwärtstrend seit 2011 gebrochen werden können, steht Kursen über 1.921 Dollar nichts mehr im Weg. In Anbetracht der weltweiten Geldschwemme sollte das gelbe Edelmetall allerdings noch viel deutlicher ansteigen können.
Negativ zu werten wäre nun ein Wochenschluss unter 1.143/48 Dollar – die möglichen Ziele auf der Unterseite liegen dann bei 1.050 Dollar und 950 Dollar im Extrem. Aus Kostengründen wird der Preis hier vermutlich nicht lange bleiben können, da sonst einige Gesellschaften die Förderung reduzieren oder aber im schlimmeren Fall Konkurs anmelden müssten. Dies würde wiederum das Angebot reduzieren und den Marktpreis wieder stabilisieren können.

Immer die Politik im Auge behalten

Strategische Investoren sollten hier Positionen aufstocken. Wer etwas mehr Sicherheit haben möchte, sollte eine Trendumkehr abwarten. Betrachten Sie das Edelmetall als eine sichere „Alternativwährung“, gerade in unsicheren Zeiten wie diesen. Achten Sie auf unsere Politiker und deren Aussagen. Je mehr die eigene Währung gelobt wird, desto kritischer sollten Sie selber werden. Der weise Mann André Kostolany hat einmal gesagt: „Mit der Sicherheit eine Währung verhält es sich ähnlich wie mit der Treue einer Frau – wenn man sie extra betonen muss, ist sie schon wieder zweifelhaft.“
Als am 05.April 1933 ein Goldverbot in den USA verhängt wurde, war die angedrohte Strafe zwar sehr hoch, trotzdem konnte sich die Regierung nicht wirklich sicher sein, ob alle Amerikaner dies auch wirklich taten. Heute würde es für die Regierungen viel einfacher sein. Im Falle eines Falles, werden die ETF-Besitzer ihr Eigentum in Gold, gegen Eigentum in Papier eintauschen müssen. Die Regierungen legen einen Ankaufskurs fest, der auch dem aktuellem Marktpreis entsprechen wird (vermutlich freitags nach Börsenschluss!) und einige tausend Tonnen Gold würden dann ganz legal den Eigentümer wechseln. Achten Sie dann auf den „neuen“ Goldkurs in Asien – Speedy Gonzales dürfte vermutlich ziemlich neidisch über das dann vorgelegte Tempo des Kursanstieges werden.
Sicher ist nichts, aber im Falle eines Vertrauensverlustes in das aktuelle Geld- und Finanzsystems dürfte der wahre Wert des ewigen und echten Geldes deutlich sichtbar werden. Nur ob es dann noch physisches Edelmetall zu kaufen gibt, steht auf einem anderen Blatt.

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