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ESMA-Studie zeigt Grenzen auf

Vor einer europäischen Kapitalmarkt- und Bankenunion liegt noch ein weiter Weg. Zwar besteht schon seit 30 Jahren der europäische Binnenmarkt. Die meisten Geldinstitute setzen jedoch ausschließlich auf die nationale Karte.


ESMA
marqs via Getty Images

In einer aktuellen Studie untersuchte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) anhand von Daten aus 29 Ländern, inwieweit europäische Banken und Wertpapierunternehmen im vergangenen Jahr auch außerhalb ihrer eigenen nationalen Grenzen aktiv sind. Das Ergebnis ist ernüchternd. Nur sehr wenige Finanzdienstleister blicken über den Heimatmarkt hinaus und nutzen die Möglichkeiten eines gemeinsamen europäischen Marktes. 

Bedauerlich für Kunden: Grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen könnten für Verbraucher und Unternehmen durch die Ausweitung von Angebot und Wettbewerb große Vorteile bringen – in der Theorie. 

In der Praxis ließen sich lediglich 380 aus über 3.500 Wertpapierfirmen mit Hauptsitz in Europa finden, die grenzüberschreitend arbeiten, darunter 59 Prozent Wertpapierfirmen. Der restliche Anteil fiel auf Banken. Dementsprechend gering war auch die Zahl der Kunden, die die Dienste ausländischer Anbieter in Anspruch nahmen. Die ESMA schätzte ihre Zahl auf rund 7,6 Millionen.  

Spitzenreiter sind die beiden Kleinstaaten Zypern und Luxemburg. Fast zwei von fünf dieser Kunden tätigten Geschäfte in diesen Ländern. Rund zwölf Prozent entschieden sich für einen deutschen Dienstleister.