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Credit Suisse – Von Skandalen und Reformen

Wenn Banken zum Gegenstand der Medienberichterstattung werden, ist es für das betroffene Institut in aller Regel kein gutes Zeichen. Warum lässt sich am Beispiel der Credit Suisse nachvollziehen.

Von Redaktion - 29. Juni 2022
Credit Suisse, Geldwäsche

Foto: istock.com/Chee Siong Teh

Die Credit Suisse (CS) kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus. Erneut steht die Schweizer Bank wegen umstrittener Geschäftspraktiken in der Kritik. Diesmal zieht sie die internationale Aufmerksamkeit der Berichterstatter und Anleger wegen eines Geldwäscheskandals auf sich. Das Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona sieht es als erwiesen an, dass die CS einem Klienten dabei geholfen hat, Drogengelder im Wert von 146 Millionen Franken zu waschen.

Dirty Money

Das Gericht untersuchte, inwiefern sich die Bank sowie die zuständige Mitarbeiterin schuldig gemacht hatten. In den Jahren 2004 bis 2008 hatte die ehemalige Kundenberaterin wohl Koffer voller Bargelder entgegengenommen und in Schließfächern der CS deponiert. Auf diese Weise wurde ein zweistelliger Millionenbetrag aus dem Verkauf von Drogen in den legalen Geldkreislauf überführt. Ein einträgliches Geschäft, sowohl für die bulgarische Mafia als auch die CS. Dafür verurteilte das Gericht die Schweizer Bank nun zu einer Geldbuße von 2 Millionen Franken. Ebenso müssen 19 Millionen an Ersatzforderungen beglichen werden.  

Allerdings ist es allein in diesem Jahr schon der vierte Skandal, mit dem die CS für Aufsehen sorgt. Im Januar war Verwaltungsratspräsident António Horta-Osório wegen des Verstoßes von Quarantäneregeln in Großbritannien und der Schweiz zurückgetreten. Kurz darauf folgte im Februar die Veröffentlichung der sogenannten Suisse Secrets durch die Presse. Und schließlich wurde die CS im März wegen Betrugs zu einer Schadensersatzzahlung an den ehemaligen georgischen Premierminister Bidzina Iwanischwili verurteilt. Seriosität und Diskretion – sonst ein Faustpfand der Schweizer Bankenwelt – schwinden.

Sparmaßnahmen

Entsprechend überrascht auch der negative Kursverlauf der Unternehmensaktie nicht. In den zurückliegenden Monaten des Jahres 2022 gab sie deutlich nach und fiel von 8,65 Euro Anfang Januar auf etwa 5,5 Euro Ende Juni. Allerdings befindet sich der Börsenwert seit mittlerweile einer Dekade im Sinkflug. Insbesondere dem ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten Urs Rohner, der die Geschicke des Konzerns von 2011 bis 2021 leitete, wird eine unrühmliche Rolle zugeschrieben. 

Um diesem Trend endlich entgegenzusteuern, teilte die CS am Tag der Urteilsverkündung mit, dass sie ihre Technologieausgaben reduzieren werde. Über 800 Millionen Franken sollen in den nächsten Jahren durch Zentralisierung, Automatisierung und die Neuverhandlung von Verträgen mit Dienstleistern eingespart werden. Ein ambitioniertes Ziel, das einen Anstieg der operativen Kosten verhindern soll. Weitere Informationen zur strategischen Ausrichtung der CS sind im Rahmen der Investorenveranstaltung angekündigt. Wie die Anleger die Herangehensweise der Credit Suisse aufnehmen, wird der Kursverlauf der nächsten Wochen zeigen.

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