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So könnte die Bank der Zukunft entstehen

Wenn die Vergabe von KfW-Krediten an kleine und mittlere Unternehmen lahmt, liegt das auch daran, dass Fintechs nicht beteiligt sind. Diese Ansicht vertritt Thorsten Seeger, CEO des Fintechs October Deutschland. Dabei könnte seiner Meinung nach gerade jetzt über die Krisenbewältigung hinaus gemeinsam ein erster Schritt zur „Bank der Zukunft“ getan werden.

Von Thorsten Seeger - 04. November 2020
wie könnte die bank der zukunft aussehen, kooperation mit fintechs bei kfw-hilfen in deutschland

Foto: istock.com/sorbetto

Man kann es nicht anders sagen: Die sogenannte Bazooka von Bundesfinanzminister Olaf Scholz schießt insgesamt nicht richtig, sein „Wumms“ findet zu wenig Widerhall. Die Kreditvergabe in der Corona-Pandemie gerade an kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland ist – noch – auf vergleichsweise niedrigem Niveau. So wurden in Deutschland, in der größten  Volkswirtschaft Europas, im Vergleich zu Frankreich bislang nicht nur weniger Anträge bewilligt, sondern auch insgesamt ein geringeres Kreditvolumen ausgezahlt.

Dabei ist nicht davon auszugehen, dass in Deutschland weniger Firmen Liquidität benötigen als in Frankreich. Besonders wenn man an die große Anzahl der Unternehmen denkt, die hierzulande Kurzarbeit beantragt haben. So ist in Deutschland auch die Nachfrage nach Krediten nach wie vor groß. Täglich gehen bei der KfW neue Anträge ein.

Doch immer wieder hört man auch Klagen über eine eher schleppende Vergabe. Ein Grund dafür ist, dass der Staat ein künstliches Nadelöhr für das billige Geld geschaffen hat, indem nur Hausbanken die KfW-Mittel an Firmen vergeben dürfen. Fintechs lässt man bei der Corona-Hilfe in Deutschland außen vor. Hier wird eine Chance leichtfertig vergeben.

Potenzial gemeinsam nutzen

Schließlich geht es um nicht weniger, als schnelle und unkomplizierte Hilfe für Unternehmen, die praktisch über Nacht in Not geraten sind. Um das Bazooka-Bild des Finanzministers nochmals zu bemühen: Es wird keineswegs aus allen verfügbaren Rohren gegen Rezession und Pleitewelle geschossen. Denn eines der effektivsten und schnellsten Potenziale bleibt ausgeschlossen – das der Fintechs.

Warum? Weil das Finanzministerium davon ausgeht, dass nur etablierte Verfahren sicherstellen würden, dass die Kredite schnell bei denen ankommen, die sie dringend bräuchten. Die Realität offenbart hier das Gegenteil. Dabei hat gerade Deutschland in der Pandemie einen großen gesellschaftlichen Zusammenhalt bewiesen. Zusammenhalt muss auch im Finanzwesen das  Leitmotiv sein. Jetzt ist nicht die Zeit für Wettbewerbsgedanken und festgefahrene Denkmuster.

Es geht vielmehr darum, Potenziale gemeinsam zu nutzen. Regierung und KfW müssten daher gerade Fintechs mit einbeziehen, um kleine und mittelständische Unternehmen beschleunigt zu unterstützen. Gemeinsam würden Hausbanken und Fintechs nicht nur eine breitere Basis für die Ansprechpartner schaffen, sondern alle an der Kreditvergabe Beteiligten könnten, über die reine Krisenbewältigung hinaus, Erfahrungen und Expertise austauschen.

Traditionelle Banken müssen sich schließlich zunehmend auf die Digitalisierung und Verschlankung von Prozessen umstellen, während Unternehmen heute mehr denn je ihren Finanzierungsplan überdenken und diversifizieren müssen. Letztlich geht es aus Bankensicht stets um den Kunden, darum, dass er eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit dem Zweiten Weltkrieg überlebt und so weiter Kunde des Hauses bleiben kann.

Diesen Fokus haben die großen Institute, die die KfW-Kredite vergeben, ebenso wie die Fintechs. Dabei sind die Fintechs durch ihre neuen digitalen Geschäftsmodelle in der Lage, Prozesse zu beschleunigen, sie effizienter und kostengünstiger zu gestalten, ohne die Sicherheit – etwa bei der Kreditvergabe – zu vernachlässigen.

Das liegt darin begründet, dass Fintechs in der Regel auf ein Produkt konzentriert sind, das sie kontinuierlich zu optimieren versuchen. Banken verfügen dagegen über ein riesiges Produktspektrum. Gerade das aber eröffnet  Möglichkeiten der Kooperation, und zwar weit über die aktuelle Krisenbewältigung hinaus. So ist es für eine Großbank beispielsweise praktisch unmöglich, kleine Kredite kostendeckend zu beurteilen. Und oft mangelt es dafür an Kapazitäten. Ein spezialisiertes Fintech kann dies aber sehr wohl leisten.

Eine zukunftsfähige Kostenstruktur

Es liegt also eine große Chance darin, dass die etablierten Bankhäuser diesen Vorteil entdecken und sich zu Kooperationen entschließen, schon allein um die eigenen Kapazitäten zu entlasten.  Wobei die Betonung auf Kooperation liegt – denn keine Fintech-Übernahme durch eine Bank hat bislang wirklich reüssiert.

Offensichtlich muss jede Seite ihre eigene Kultur pflegen und bewahren, um Erfolg zu haben. Daraus aber kann Großes entstehen – nicht weniger als die Bank der Zukunft. Eine Bank, die dann auch eine zukunftsfähige Kostenstruktur aufweist. Diese Bank wird eine Plattform sein. Auf ihr können die Kunden je nach Bedürfnis aus einer breiten Palette von Fintech-Angeboten wählen – vom Robo Advisor bis hin zum Spezialisten für  Unternehmensfinanzierung.

Die Bank wählt die ihr konformen Fintech-Partner zur Kooperation aus, bietet dem Kunden Beratung und kümmert sich zum Beispiel um die Compliance. Fintechs bringen Technologie und Effizienz in diese Beziehung, Banken die nach wie vor wichtigste Währung im Finanzwesen: Kunden und Kundenvertrauen. Vor diesem Hintergrund läge es auch im Interesse der Banken, Fintechs in die Krisenbewältigung mit einzubeziehen.

Tipp: In den Beiträgen „Ziemlich beste Feinde“ und „Wer küsst wen wach?“ lesen Sie mehr zu Fintechs und Banken.

Thorsten Seeger

October Deutschland

Thorsten Seeger ist CEO von October Deutschland. Seine Karriere startete er in der Financial-Services-Beratung, später arbeitete er im klassischen Banking.  Seeger wechselte als Managing Director für Deutschland zu Funding Circle. Seit Juli 2019 leitet er das Deutschland-Geschäft von October.

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