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N26: Opfer des American Dream?

Die Berliner Neobank N26 verkündet, sich wieder zunehmend dem europäischen Markt widmen zu wollen. Nach den strengen Auflagen der Bafin distanziert sich N26 von dem Versuch sich in den USA zu etablieren.

Von Fiona Gleim - 19. November 2021
Daily: N26 Opfer des American Dream?

Foto: istock.com/useng

N26 war kaum noch zu halten. Mit dem bundesweiten und anschließend europäischen Erfolg, wuchs auch der Mut sich auf den amerikanischen Markt auszuweiten. 2019 launchte die Bank dann in Übersee und traf auf Anerkennung. Die beachtlichen Summen, die in das Marketing geflossen waren, machten sich sichtlich bezahlt: Mit mittlerweile über sieben Millionen Kunden weltweit, residieren davon etwa eine Viertelmillion in den USA.

Der amerikanische Traum doch komplizierter?

Als eine der ersten Banken, die ihre Kontoführung per Smartphone abwickelt, gelang es N26 auch US-Investmentunternehmen wie Coatue Management, Third Point Ventures und Dragoneer von sich zu überzeugen.  Darüber hinaus dürfen sich der Paypal-Milliardär Peter Thiel und der Hongkonger Unternehmer Li Kashing in die Sponsorenliste einreihen.

Dennoch war abzusehen, dass der Markteintritt mit Hürden verbunden sein würde. „Wir mussten die Bank von Grund auf neu aufbauen, mit unterschiedlichen Lizenzen, Vereinbarungen und Zahlungssystemen. Wenn Sie mich vor vier Jahren gefragt hätten, hätte ich gesagt, wir würden jedes Jahr in einem neuen Markt starten. Aber heute weiß ich, einer ist schon komplex genug und man sollte diese Komplexität nicht unterschätzen.“, erklärt der Mitbegründer und Co-CEO Max Tayenthal. Er weist außerdem darauf hin, dass die Schwierigkeiten der Internationalisierung der Branche geschuldet sind. Whatsapp habe es beispielsweise leichter in andere Märkte zu expandieren, so fehlten N26 Synergieeffekte dieser Größe, um einen Wechsel von Europa in die USA vollziehen zu können.

Zurück auf den Boden der Tatsachen

Fintechs, die nach der US-amerikanischen Marktdurchdringung streben, verhelfen sich meist durch eine Partnerbank, um ihre Dienstleistungen dort anzubieten. An der Suche des richtigen Kooperationspartners scheitern jedoch viele Banken. Eine eigene nationale Banklizenz zu erwerben ist extrem mühsam und kann Jahre dauern. Vorgelebt haben diesen steinigen Weg bereits die britische Bank Monzo oder auch Varo Money.

Die Berliner Digitalbank kam schließlich zu einer Zusammenarbeit mit der Axos Bank, fand sich hier jedoch in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu ihrer Partnerbank wieder. Infolgedessen war es ihr nicht möglich, die Einnahmequellen im Privatkundengeschäft effektiv zu nutzen. Herausforderungen dieserart bleiben N26 in Europa, wo sie als lizenzierte Bank ihre volle Handlungsmacht ausschöpfen kann, erspart. Derzeit sucht die Neobank nach einem neuen Kooperationspartner.

Zu Beginn konnte sich die Neobank an mehr als 20.000 monatlichen Downloads erfreuen. Doch langsam verlief die Entwicklung in eine Abwärtsspirale: Die Verluste stiegen, wohl auch aufgrund der gestiegenen Belegschaftszahl. Auch Werbemaßnahmen mussten zurückgeschraubt werden, was unmittelbar auf die Downloadzahlen zurückfiel. Doch nicht zuletzt wird auch die Bafin, unter dessen strengen Beobachtung N26 steht , ihren Einfluss auf die gebremsten Expansionspläne gehabt haben. Diese hat die Bank erst kürzlich unter ihre Fittiche genommen und die Neukundengewinnung gedeckelt. Das Ziel: N26 soll ihre internen Mängel beseitigen und die Sicherheit für ihre Kunden optimieren.

Ab dem 11. Januar 2022 stellt N26 ihre Finanzdienstleistung auf dem amerikanischen Markt ein. Stattdessen gilt dem Heimatgeschäft die volle Aufmerksamkeit, höchstens in den osteuropäischen Markt plant man sich hinauszuwagen. Es scheint, als müsse N26 wohl erst den europäischen Traum zu Ende träumen. Der mag zwar nicht ganz so populär sein, wie das amerikanische Gegenstück – aber bisher hat er sich doch ganz gut gelebt.

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