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Vivid Money: Nächste große Konkurrenz im Anmarsch?

Noch nimmt sie keiner so recht ernst neben den großen Fintechs, doch ehe man sich’s versieht, sind auch die Kleinen ganz groß. Die Rede ist von Berliner Neobank Vivid Money, die Grund zum Feiern hat: In einer neuen Investitionsrunde wurden dem jungen Unternehmen 100 Millionen Euro zuteil.

Von Fiona Gleim - 08. Februar 2022
Vivid Money Daily

Foto: istock.com/Feodora Chiosea

Das Licht der Welt erblickte Vivid Money erst 2019. Doch die Welt der Fintechs und Neobanken dreht sich so schnell, dass auch die jüngsten Unternehmen schnell den Kinderschuhen entwachsen. Schwierigkeiten mit Autoritäten, starke Wachstumsschübe und Euphorie, vermehrter Vergleich mit den Gleichgesinnten und große Träume – es schreit regelrecht nach Pubertät.  

Aus klein wird groß

Für die Smartphone-Bank Vivid stellte sich der letzte Hormonschub in Form einer erfolgreichen Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Euro dar. Damit verdoppelt sich auch die Unternehmensbewertung auf rund 775 Millionen Euro. Auch wenn sie damit noch hinter bekannten Neobanken wie N26, die eine Bewertung von knapp 8 Milliarden vorweist, zurückliegt.  

Auch was die Kundschaft angeht, muss sich Vivid mit 500.000 noch die kleineren Schuhe binden. Mit 7 Millionen kann N26 da deutlich größere Schritte wagen, muss sich aber auch vom britischen Revolut mit 18 Millionen Kunden schlagen lassen.  

Trotzdem zeigen sich Branchenkenner zuversichtlich, wenn es um das Potenzial der Neobank geht. Bei der letzten Investitionsrunde kamen mit Greenoaks Capital, Ribbit Capital und dem Softbank Vision Fund 2 erhabene Geldgeber zusammen. Diese investierten bereits in große Player wie etwa Robinhood oder Stripe und auch Vivid sieht man in dieser Reihe scheinbar als Mitstreiter.  

Wenn auch noch kleiner und im früheren Entwicklungsstadium, kann Vivid bereits mit Qualitäten bestechen, die Konkurrenten noch auszubauen versuchen. Denn anders als bei N26, ist es Kunden bei Vivid möglich, in Aktien, ETFs, Krypto-Assets und Edelmetalle zu investieren. Dass die Kurse Bitcoins, Ethereums und anderer Coins aktuell einen Tiefgang erleiden, sieht man nicht als problematisch.  

Des Weiteren hat das junge Finanzunternehmen ein Tool ausgearbeitet, welches den Steuererklärungsprozess vereinfachen soll. Mithilfe des Tools werden alle relevanten Informationen direkt über die App an das Finanzamt weitergeleitet, denn ein Ziel steht über allem anderen: Die Komfortmaximierung für den Kunden.  

In einem weiteren Projekt liegt der Fokus auf der Schaffung neuer Vernetzungsmöglichkeiten für Kunden. Es soll eine starke Finanzgemeinde entstehen – essenziell für ein langfristig stabiles Wachstum. Zurzeit baut sich Vivid die Stammkundschaft in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien auf.  

Nicht zuletzt wegen solcher Services nennt sich Vivid „mobile Finanzplattform fürs Banking, Sparen und Investieren“, an Stelle von „Bank“. Mit dem Geld der neuen Finanzierung planen die beiden Gründer Alexander Emeshev und Artem Yamanov den Kundenzuwachs anzukurbeln. Außerdem plant man auch die Erweiterung des Mitarbeiterstandes.  

Aus groß wird schwierig

Die positiven Zahlen von Vivid Money sind zwar dem Erfolg einer N26 noch deutlich unterlegen, allerdings gibt es keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, um der Konkurrenz gefährlich zu werden. Gefühlt kämpft das wertvollste deutsche FinTech wöchentlich mit neuen Problemen: Aktuell kursiert die unbestätigte Neuigkeit von Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen vier N26-Manager. Kern dieser Ermittlungen sei der Verdacht, dass N26-Konten für kriminelle Machenschaften genutzt worden seien.  

Statements der Bank gedenken ein reinliches Image zu bewahren: „Meldungen von potenziell betrügerischen Konten nehmen wir sehr ernst und folgen bei der Erfassung potenzieller Betrugsfälle strengen regulatorischen Vorgaben. Alle Sachverhalte und Hinweise, die in Bezug zu potenziellen Betrugsfällen stehen, werden mit höchster Priorität behandelt und unverzüglich bearbeitet.“, so eine Sprecherin von N26.  

Doch auch Vivid sollte sich vor Behördenstress hüten: Kürzlich wurde bekannt, dass die Solarisbank einige Sicherheitsdefizite aufweist. Die BaFin zieht aus solchen Beobachtungen mittlerweile strenge Konsequenzen, ein Sonderaufpasser soll nun für Zucht und Ordnung sorgen. Auf Vivid, die mit der Solarisbank als Banking-as-a-Service-Partner kooperiert hatte, könnte dies ein schlechtes Licht werfen.  

Schlechten Einfluss gilt es also zu vermeiden, wenn Vivid weiterhin hoch hinauswill. Große Träume und Ziele haben sie in dieser Phase alle, doch wer sich zu sehr gegen die Richtlinien der Autoritäten auflehnt, sieht sich schnell bestraft. Doch mit dem nötigen Gehorsam und der jugendlichen Innovationskraft sollte der Erfolg weiterhin gedeihen.  

Tipp: Sie möchten gern mehr von unseren Dailies? Lesen Sie hier mehr über die Probleme der Solarisbank.

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