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ING folgt dem Trend: Neue girocard-Gebühr

In Deutschland gilt sie als die altbewährte Zahlungskarte: Besonders mit Zunahme der Kartenzahlung während Pandemie-Zeiten erlebte die girocard oder EC-Karte eine erneute Blütezeit. Doch nach und nach erweist sich das Girosystem als ein Auslaufmodell. Die Bepreisung der Zahlungskarte findet immer mehr Anklang und so fordern immer mehr Banken Gebühren ein. So auch die ING – ab 2022 sollen Kunden mit 99 Cent pro Monat für die Nutzung aufkommen.

Von Fiona Gleim - 05. November 2021
Girocard Bepreisung ING

Foto: istock.com/BRO Vector

Neben vielen anderen Teilbereichen der Finanzwelt, ist auch im Payment eine Transformation durch die Digitalisierung gezündet worden. Mehr Menschen nehmen die Option der Kartenzahlung wahr und halten dabei noch am Traditionellem fest. Die mit dem Girokonto verbundene girocard gilt als verlässlich. Und trotzdem ist klar zu erkennen, dass die hierzulande wichtigen Geldinstitute das geläufige Giropaket zu verabschieden suchen, um den Weg zu ebnen für zeitgemäße Alternativen.

girocard als optionale Leistung

„Wir werden unsere Kundinnen und Kunden in den kommenden Tagen vorab informieren, dass wir ab Ende November 2021 auf sie zukommen, um die neuen Konditionen mit ihnen zu vereinbaren. Vor dem Hintergrund des BGH-Urteils werden wir im Zuge dessen auch ihre Zustimmung zu bestimmten, vergangenen Änderungen einholen“, verkündete ein Sprecher der ING. Die neuen Konditionen: Ab März 2022 beträgt die Kartengebühr sowohl für Neu-, als auch Bestandskosten monatliche 99 Cent. Diese soll schließlich auch pro Karte anfallen, was bei gemeinschaftlich geführten Konten eine Doppelgebühr bedeutet.

Wer jedoch keine Bereitschaft zeigt, für die neu anfallenden Kosten aufzukommen, hat auch die Möglichkeit die girocard ab Dezember abzubestellen. Ganz so einfach dürfte der Verzicht allerdings nicht ablaufen. Viele Händler berufen sich ausschließlich auf die EC-Zahlung, da Zahlungen mit Master- oder Visakarten oftmals mit hohen Gebühren einhergehen. Dies dürfte besonders in ländlichen Regionen oder bei Behörden zum Problem werden.

Darüber hinaus soll laut des neuen Preis-Leistungsverzeichnisses nicht mehr zwischen Neu- und Bestandskunden unterschieden werden beim Verwahrentgelt von 0,5 Prozent pro Jahr ab 50.000 Euro Guthaben. Bei Nicht-Zustimmung der neuen Konditionen, könnten Kunden mit der Auflösung der Vertragsbeziehung rechnen. Ein einheitliches Konditionsmuster liegt stark im Interesse der Bank und durch das für sie aufwändig umzusetzende BGH-Urteil könnten sie sich dazu berechtigt sehen, unprofitable Kunden zu kündigen.

Für den Fall, dass die ING ihre neue Regelung erfolgreich durchsetzen wird, errechnet sich aus der neuen Bepreisung ein Provisionsüberschuss von etwa 35 Millionen Euro pro Jahr. Dies sind etwa 7 Prozent mehr als des 2020-Überschussbetrages.

Bleibt ein kostenloser Ersatz?

Künftig verdrängt eine andere kostenlose Zahlungskarte die girocard: Automatisch verfügt jeder Kunde über die kostenfreie VISA-Debit, welche ähnlich funktionieren soll wie eine Kreditkarte. Das heißt, ohne sie monatlich aufladen oder ausgleichen zu müssen, da auch sie direkt mit dem Girokonto verknüpft ist.

Ideen für alternative Zahlungsmodelle scheint es zur Genüge zu geben. So kursiert in der ING bereits die Überlegung, eine Charge-Kreditkarte einzuführen. Für die Nutzung der Karte würde demnach eine monatliche Abrechnung anfallen. Jedoch scheint man gleichzeitig derartige Reformen bremsen zu wollen, um den Corona-pausierten Reiseverkehr wieder aufleben zu lassen. Denn besonders durch den Auslandseinsatz entwickelt sich die Charge-Kreditkarte zu einem rentablen Geschäftsmodell.

Die Comdirect Bank, die Consorsbank, die DKB und nun auch die ING: Sie alle möchten sich dem digitalen Lebensstil anpassen. Dies verspricht auch für die Zukunft des europäischen Zahlungsverkehrs Veränderungen, an die Kunden sich werden gewöhnen müssen. Nach aktuellem Stand dominieren US-Karten- und Zahlungsanbieter wie Google, Apple Pay und Paypal zunehmend den Markt.

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