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Zu hohe Arbeitsbelastung durch Investment-Boom

Die Investmentbank Goldman Sachs streicht Milliardengewinne ein. Allerdings zu scheinbar teils unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Nun hat das Kreditinstitut reagiert und das Einstiegsgehalt für Analysten stark angehoben.

Von Fiona Gleim - 11. August 2021
Geschäfts-Superman in Eile, Multitasking, Keine Zeit, Aufgaben rund um die Uhr, Arbeitsbelastung

Foto: istock.com/Feodora Chiosea

Goldman Sachs floriert: erstmalig erzielte die Investmentbank einen Nettogewinn von etwa 5,4 Milliarden Dollar im nur zweiten Quartal. Damit belegt das Unternehmen den zweithöchsten Posten der Unternehmensgeschichte. Getragen wird das boomende Geschäft allerdings von der vollumfänglichen Einnahme der Mitarbeiter, was kürzlich in einer Powerpoint-Präsentation von 13 internen Analysten offenkundig wurde: Auf die Klage der „unmenschlichen“ Arbeitszeiten reagiert Goldman Sachs nun mit einem erhöhten Einstiegsgehalt.

Forderung eines Wochenlimits bei höherem Gehalt

Für Nachwuchskräfte der Finanzwelt ist eine so bedeutende Investmentbank wie Goldman Sachs eine beliebte Anlaufstelle. Mit einem Status dieserart kann sich die Bank elitäre Auswahlverfahren und hohe Ansprüche an junge Investmentbanker leisten. Mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von etwa 100 Stunden, bleibt jedoch kaum noch Zeit für Grundbedürfnisse wie Schlafen, Essen oder Duschen.

Nachdem diese Arbeitsbedingungen als „unmenschlich“ betitelt wurden, beschloss das Kreditinstitut nun das Gehalt für Analysten auf 110.000 Dollar im ersten, und 125.000 Dollar im zweiten Jahr anzuheben. Mit einem gesteigerten Einstiegsgehalt von etwa 30 Prozent, könnte sich Goldman Sachs in die Riege, der am besten zahlenden Banken einreihen. Jedoch wollen sich die Junior-Arbeitskräfte nicht nur mit dem aufgestocktem Gehalt zufriedengeben und fordern auch ein Wochenlimit von 80 Stunden.

Physische und Psychische Auswirkungen

Tatsächlich wirkte sich die Corona-Pandemie eher beschleunigend auf das Arbeitspensum aus, was in Kombination mit dem Remote-Work-Modell die Arbeitsbelastung verschärfte. Durch eine schroffe Arbeitskultur und raue Umgangsformen sehen viele Mitarbeiter ihre mentale Gesundheit in Gefahr. Der Vorfall im Jahre 2013, in dem ein junger Student während seines Praktikums bei der Bank of America verstarb, sorgte für Denkanstöße und wurde auch mit den harten Arbeitsbedingungen der Investmentbank erneut thematisiert.

Deckung der Arbeitsbelastung mit den Personalressourcen

Nun löste die Anspruchserhebung der Analysten verschiedene Reaktionen aus. Seitens der Topführungskräfte wurden Bedenken geäußert, die Aufstockung der Juniorgehälter könne als „Präzedenzfall“ Söldner anziehen und somit eine Bedrohung darstellen. Andererseits zeigten sich Repräsentanten von Goldman Sachs beipflichtend und bestrebt bei zukünftigen Geschäftsmöglichkeiten selektiv vorzugehen. „Mehr als ein Jahr nach dem Beginn der Covid-Pandemie sind die Menschen verständlicherweise stark gefordert. Daher nehmen wir diese Punkte sehr ernst und unternehmen mehrere Schritte, um sie anzugehen.“, so eine Sprecherin der Bank.

Eine mögliche Maßnahme: die Mobilisierung von Bankern aus anderen Bereichen in Abteilungen, wo die höchste Aktivitätsstufe herrscht. Zusätzlich ist die Optimierung digitaler Workflow-Prozesse ein Vorhaben, welches mittlerweile sämtliche Unternehmen gefasst haben. Durch die Automatisierung gewisser Aufgaben soll die Arbeitsbelastung künftig reduziert werden. Welche Tendenzen die Pandemie bezüglich der allgemeinen Work-Life-Balance ausgelöst hat, stellt eine Infografik der BANKINGNEWS-August-Ausgabe dar. Es besteht wohl ein allgemeiner Konsens darüber, dass sich die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf zunehmend schwieriger gestalten lässt.

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