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Geld, das rastet, das rostet

Von Julian Achleitner - 23. Februar 2015

Kaum droht der wirtschaftliche Niedergang, kommen aus allen Ecken gutgemeinte Ratschläge für die Wiederbelebung der Ökonomie. Wer aber glaubt, das sei ein Phänomen der neueren Zeit, der irrt. Wie immer, finden sich so manche Reformvorschläge bereits in der Geschichte.

Die Geschichte der Bezahlung in Form von Bargeld war schon immer einem stetigen Wandel unterworfen. Was einst mit Naturalien begann, ging über Rohstoffe hin zu Münzen. In der Neuzeit kamen dann noch Papierscheine hinzu. Heute kann man noch mit Karten und online bezahlen. Was aber haben all diese Bezahlfunktion gemeinsam? Sie sind wertbeständig und können gehortet werden, entweder für schlechtere Zeiten oder für eine größere Beschaffung. Es darf nur keine schwere Inflation dazukommen.
Kritiker werfen immer wieder ein, dass so dem Wirtschaftskreislauf Geld entzogen wird. Wenn alle Konsumenten plötzlich ihren Spartrieb entdecken, ist der Wohlstand nicht mehr aufrechtzuerhalten. Mit diesem Problem vor Augen entwarf der Kaufmann Silvio Gesell (1862-1930) eine ganz neue Theorie des Geldes. Geld müsse entwertet werden, um jeden Anreiz zu sparen von vornhinein auszuschließen. Monat für Monat, so Gesells Theorie, solle das Geld 1% an Wert verlieren. Auf diese Art und Weise würde Sparen unattraktiv und das Geld fände seinen Weg in den Wirtschaftskreislauf zurück.

Nie eine Universität von innen gesehen

Gesell wurde 1862 im preußischen St. Vith als siebtes von neun Kindern eines Reichspostbeamten geboren. Naturgemäß war das Geld im Haushalt ein knappes Gut. Daher war ein Studium für Gesell nicht möglich. Silvio entschied sich, es seinem älteren Bruder gleichzutun und eine kaufmännische Ausbildung anzufangen. Nach einem Auslandsaufenthalt in Spanien wanderte Gesell nach Buenos Aires aus, wo er sich selbstständig machte. Reichtum häufte Gesell zwar nicht an, schaffte es aber zu einem gewissen Wohlstand. 1890 aber war das Jahr, das ihn nachhaltig prägte. Argentinien wurde von einer Wirtschaftskrise getroffen. Gesell konnte diese Krise nicht ganz verstehen. Wie konnte das reiche Argentinien, übersetzt heißt es immerhin „Land des Silbers“, in eine so starke Krise schlittern und Millionen von Menschen in eine bittere Armut stürzen?

Geld soll sich bewegen und darf nie rosten

Schnell kam Gesell zu der Auffassung, dass Geld nur dann Wohlstand schaffen kann, wenn es ausgegeben wird. Dummerweise haben nicht wenige Menschen den Hang zum Sparen. Er kann aus mehreren Beweggründen entstehen, entweder will man Geld für schlechtere Zeiten zurücklegen oder man hofft auf Zinsen. Gerade Letzteres war für Gesell Gift und sollte vom Staat verboten werden. Um eben diesen Anreiz zu streichen, solle das Geld jeden Monat ein Prozent seines Wertes verlieren. Wer dann noch spart, ist selber schuld.
Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges rief Kurt Eisner von der USPD in München die Räterepublik aus und berief Gesell zum Kommissar für Finanzen. Allerdings hatte der Ökonom keine Möglichkeit, seine Theorie in die Praxis umzusetzen. Nach sieben Tagen im Amt stellten Truppen die Ordnung wieder her und stellten die Rädelsführer vor Gericht. Gesell wurde freigesprochen.
Der Praxistest kam später und am anderen Ort. Der bayrische Ort Schwanenkirchen führte im Jahr 1930 die Schwundwährung im Gesell’schen Stil ein und nannte sie WÄRA. Vorausgegangen war der Kauf eines Braunkohlebergwerkes durch den Bergwerkingenieur Max Hebecker. Regionale Banken verweigerten ihm einen Kredit für den Wiederaufbau, so dass sich der Investor an die im Oktober 1929 gegründete Wära-Tauschgesellschaft wandte. Sie gewährten ihm einen Kredit, allerdings einen großen Teil in WÄRA. Als 1931 das Bergwerk seinen Betrieb aufnahm, erhielten die Kumpels 2/3 ihres Lohns in WÄRA. Mitten in der Wirtschaftskrise erlebte der Ort Schwanenkirchen einen Wirtschaftsboom. Wenn 2/3 des Gehalts monatlich einen Prozent seines Nennwertes verliert, ist es nicht verwunderlich, dass die Kumpels dieses Geld schnell auszugeben versuchen.

Vom Reichsfinanzministerium verboten

Auch wenn der Staat noch heute die Hoheit über das Finanzwesen hat, reagierte er damals anders als heute. Das Reichsfinanzministerium verbot am 30. Oktober 1931 das Experiment. Das abrupte Ende folgte bald. Damit war eine, zumindest wirtschaftlich gesehen, Erfolgsgeschichte zu Ende. Hebecker sah sich gezwungen, den größten Teil der Belegschaft zu entlassen. In Schwanenkirchen machten sich nun wieder Arbeitslosigkeit und Rezession breit.

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