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Gottes Bank und Teufels Beitrag

Von Christian Grosshardt - 07. August 2014

Nach dem Geldwäscheskandal krempelt Papst Franziskus die Vatikanbank nun vollkommen um. Die Ausrichtung der Bank Gottes soll mithilfe verschiedener Reformschritte vollkommen überdacht werden. Doch was ist passiert und was bedeutet das?

Generell sollen Christen ja als Vorbild für ihre Mitmenschen dienen, indem sie in Bezug auf Nächstenliebe und in moralischer Hinsicht vorne wegmarschieren. Es ist keine abwegige Rechnung, dieses Konstrukt ebenfalls auf das Finanzsystem zu übertragen. Dass die katholische Kirche an dieser Stelle Nachholbedarf zu verzeichnen hat, ist nicht erst seit der Causa um den ehemaligen Limburger Erzbischof Tebartz von Elst bekannt. Auch die Vatikanbank produzierte in der Vergangenheit immer wieder negative Schlagzeilen.

Geschäfte mit der Mafia

Was war passiert? Bereits Ende der 70er Jahre wurden dem Geldinstitut des Zwergenstaates krumme Geschäfte nachgesagt – unter anderem mit der italienischen Bank „Banco Ambrosiano“ oder sogar mit der Mafia. Das IOR war zu diesem Zeitpunkt einer der wichtigsten Aktionäre. Dabei ging es um Gelder, welche die „Cosa Nostra“, die wohl bekannteste Zweigstelle der italienischen Mafia, über die Konten des IOR (Institutio per Opere di Religione) gewaschen habe. Der Skandal gipfelte 1982 in der Ermordung des ehemaligen Ambrosiano-Generalmanagers Roberto Calvi, der unter der Brücke der Schwarzen Mönche in London erhängt aufgefunden wurde. Mit ihm fand seine damalige Sekretärin Graziella Corrocher den Tod in der City of London. Die Reputation des IOR hatte durch diesen Vorfall erheblichen Schaden erlitten. Doch statt mit positiven Nachrichten die Wogen zu glätten, zeigte das vom italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi veröffentlichte Buch „Vatikan AG – Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche“, wie tief die Machenschaften krimineller Organe innerhalb des IOR verwurzelt sein mussten.

Mobbing im Vatikan?

2012 brachte die „Vatileaks-Affäre“ einige weitere Ungleichheiten ans Tageslicht – für die Öffentlichkeit ein gefundenes Fressen. Denn wenig später trat der damalige Präsident des IOR, Ettore Gotti Tedeschi, zurück. Der Aufsichtsrat hatte in einem Misstrauensvotum einstimmig gegen ihn abgestimmt. Im Raum standen zudem nie bestätigte Mobbingvorwürfe innerhalb der Einrichtung. Mobbing im Vatikan? Gott stehe uns bei!
Ein Jahr später musste die italienische Justiz wegen Korruptions- und Betrugsverdachts erneut gegen den finanziellen Grundstein des Heiligen Stuhls ermitteln. Der Geistliche Nunzio Scaranos soll illegale Transaktionen über die Konten der Vatikanbank veranlasst haben. Niemand steht über Gott – auch die Vatikanbank nicht. Sie muss sich ebenfalls den EU-Richtlinien im Hinblick auf dieses Thema beugen.

Time for change

Das IOR lernte aus seinen Fehlern der Vergangenheit: Anfang des Jahres ließ ihr Präsident Ernst von Freyberg verlauten, dass man intensiv daran gearbeitet habe, Compliance und Transparenz zu verbessern. Die Bank will Vertrauen zurückgewinnen. Für den amtierenden Papst Franziskus wurden aber bei Weitem noch nicht genug Maßnahmen ergriffen, so dass er den von Benedikt XIV installierten von Freyberg im Juli durch Jean-Baptiste de Franssu ersetzte. Ziel des Heiligen Vaters ist es, aus der Vatikanbank eine kleine und vor allem juristisch über jeden Zweifel erhabene Bank zu machen. Zunächst spielte er angeblich mit dem Gedanken, das Institut vollständig abzuschaffen. Seine Berater verwiesen ihn aber auf die großen Einnahmen (2012 rund 50 Millionen Euro), mit denen man auch viel Gutes in der Welt tun könne. Der Erbe Petri verwarf seine Gedanken im Kontext einer vollständigen Abschaffung der Einrichtung und überlegte sich Möglichkeiten, das IOR so zu reformieren, dass es sowohl in seiner Außendarstellung als auch in seinem Nutzen einen Mehrwert für die katholische Kirche habe.

Forderung für die Zukunft

Man kann es sich kaum vorstellen, dass gerade das IOR („Institut für religiöse Werke“) eine unglaublich hohe Quote an Verstrickungen in semilegale bis kriminelle Fälle zu verzeichnen hat. Gerüchten zufolge sind gerade die Seilschaften der Vatikanbank ein Grund für den Rücktritt Benedikts XIV gewesen. Der neue Papst, vom Hause aus Jesuit, hegt ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Geld im Einzelnen und der Finanzwelt im Allgemeinen. In seinem apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ fordert er nachdrücklich „eine Rückkehr von Wirtschaft und Finanzleben zu einer Ethik zugunsten des Menschen“ gegenüber den Mitgliedern des Finanzsektors und auch Parlamentariern. Hier muss Franziskus zunächst vor der eigenen Haustür kehren – was er auf beeindruckende Weise auch tut. Er geht mit gutem Beispiel voran und sieht seinen Reformierungsprozess des IOR noch lange nicht beendet.

Den Ruf erneuern

Der Heilige Vater bestätigt durch sein Vorgehen, dass er sich als volksnah geben will, um das Vertrauen der Menschen in seine Kirche zurückzugewinnen. Er kann es sich nicht leisten, wenn ausgerechnet die Bank des Vatikanstaats als Sinnbild für Korruption und nicht vorhandene Transparenz steht. Für das Volk sind dies nicht zu ertragende Faktoren – ja, sie verteufeln derartiges Verhalten.
Franziskus setzt darauf, wenn er es schafft, das IOR in eine Einrichtung umzuformen, dass in gewisser Weise die christliche Botschaft ebenso in die Welt trägt, wie andere Stellen der Kirche, dann würde das Vertrauen der Menschen ebenso zurückkommen.
Christen können sich indes sagen: Habt Vertrauen in Gott – in seine Bank vorerst nicht.

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