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Kroatien wird Teil der EURO-Familie

“Tausche Kuna gegen Euro” heißt es ab sofort für viele Kroaten. Der Balkanstaat ist am 1. Januar 2023 dem Euro-Währungsraum beigetreten und ist ebenfalls Mitglied im Schengenraum. Eine Veränderung, die nicht nur die kroatische Industrie und den Tourismus fördern, sondern auch wegweisend für weitere Länder sein könnte. 

Von Milan Herrmann - 03. Januar 2023
Kroatien, Euro, EU

Foto: StefanoZaccaria via Getty Images

Mit der feierlichen Aufnahme Kroatiens in die Eurozone findet ein mehrjähriger Adaptionsprozess seinen erfolgreichen Abschluss. Es ist die erste Erweiterung des Währungsraums seit mehreren Jahren. Zuvor waren Lettland (2014) und Litauen (2015) in den Kreis der EU-Länder aufgenommen worden, die den Euro als Landeswährung führen. Dabei lässt die planmäßige Durchführung des Vorhabens nicht nur die Gemeinschaft auf 20 Mitglieder anwachsen, sondern könnte gleichermaßen Vorbildcharakter für die Annäherung weiterer Balkanstaaten haben. 

Vollwertiges Mitglied

Bereits im Juli des vergangenen Jahres überwand Kroatien die letzte Hürde auf dem Weg zum Euro. Der Rat der Europäischen Union (EU) einigte sich damals auf einen festen Umrechnungskurs und folgte damit der Ankündigung der Europäischen Kommission. Diese hatte Kroatiens Beitritt einen Monat zuvor bestätigt und den Termin festgelegt. Der Euro beerbt also die kroatische Kuna und kann in einem Verhältnis von 1 zu 7,53450 getauscht werden. Bis zum Jahr 2025 steht es Besitzern von Münzgeld offen, dieses Angebot zu nutzen. Bei Banknoten gilt demgegenüber keine zeitliche Begrenzung. 

Parallel zur Anerkennung des neuen Zahlungsmittels wird Kroatien auch Teil des Schengenraums. Die Kontrolle der Landgrenzen zu Slowenien entfällt damit ebenso wie die Kontrolle der See- und Luftwege zu weiteren Schengen-Staaten. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fasste die Aufwertung des Status folgendermaßen zusammen: “Keine Kontrollen mehr, keine Passkontrolle mehr, keine Warteschlangen mehr.” Sie war anlässlich der vertieften Mitgliedschaft nach Zagreb gereist und beging zusammen mit dem kroatischen Premierminister Andrej Plenković und der slowenischen Präsidentin Pirc Musar den historischen Tag. 

Trotz der wirtschaftlichen Vorteile sind bis heute sieben EU-Länder nicht Teil des gemeinsamen Währungsraums. Schweden, Dänemark, Polen, Ungarn, Tschechien, Rumänien und Bulgarien besitzen nach wie vor eine eigene Landeswährung. Vertraglich haben sie sich alle (außer Dänemark) dazu verpflichtet, den Euro einzuführen, verbindliche Zeitvorgaben existieren jedoch nicht. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stellt sich die Situation so dar, dass die Mehrzahl der verbliebenen Länder die Auflagen zwar erfüllt, aber die Autonomie in Währungsfragen bevorzugt.  

Kroatien als Vorbild

Hinsichtlich der Balkanstaaten trifft diese Einordnung allerdings nicht zu. Sowohl Rumänien als auch Bulgarien haben wiederholt Interesse bekundet, Teil der Eurozone zu werden. Während Rumänien aus Sicht der EU keines der vier Konvergenzkriterien für die Aufnahme in die Eurozone erfüllt, befindet sich Bulgarien tatsächlich auf dem Pfad der Umsetzung. Seit dem 10. Juli 2020 ist es Teil des Europäischen Wechselkursmechanismus II (WKM II). Der Zugang erfolgte zeitgleich zu Kroatien, das mit Jahresbeginn die formale Aufenthaltsdauer von zwei Jahren erreicht hat. 

Wie lange Bulgarien noch im oft zitierten “Warteraum” der Eurozone verbleiben muss, wird sich zeigen. Den bisherigen Entscheidungen nach zu urteilen, ist eine zeitnahe Aufnahme in den illustren Club der vollwertigen EU-Staaten keineswegs gesetzt. Erst im Dezember 2022 legten Österreich und die Niederlande ihr Veto gegen die Aufnahme in den Schengenraum ein. Es wird daher maßgeblich von der Bereitschaft Bulgariens sowie Rumäniens abhängen, deutliche Anpassungssignale an die Gemeinschaft auszusenden. 

Dass die Konvergenzkriterien gleichwohl nicht als harte Schranke verstanden werden müssen, hat das Beispiel Kroatien unter Beweis gestellt. De facto hält Zagreb weder die Vorgaben bei der Staatsverschuldung noch bei der Preisstabilität oder den Zinssätzen ein. Der lockere Umgang mit Formalien, der seinerseits in den teils großen Diskrepanzen innerhalb der Eurozone begründet ist, könnte jedoch Ansporn für die Balkanstaaten sein, sich noch einmal ins Zeug zu legen. In diesem Sinne bleibt die Frage, ob Kroatien den Balkan in Richtung Europa rückt oder ob Europa durch die Aufnahme Kroatiens nicht eher in Richtung Balkan rückt.

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