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Das Aktivgeschäft als Potenzialträger für Ersparnis und Kostenoptimierung

Die Volksbank Kaiserslautern eG sieht im Rahmen ihrer Kostenoptimierungsmaßnahmen vielversprechende Signale. Dagmar Hoffmann ist dort Leiterin Produktionsbank und Prokuristin. Sie verrät, wie durch systematische Datenqualität und -qualifizierung allein der Aktivbereich zum wertvollen Potenzialträger wird.

Von Dagmar Hoffmann - 22. Juni 2021
Euro Volksbank Kaiserslautern

Foto: istock.com/lemono

Die Idee, neben der Produktoptimierung auch im Bestand nach schlummerndem Kostenoptimierungs- und Ertragspotenzial Ausschau zu halten, kam der Volksbank Kaiserslautern eG schon vor einigen Jahren. Auswertungen und Analysen offenbarten damals ein konkretes Bild: In den Prozessen rund um das Aktivgeschäft zeigten sich Möglichkeiten, die es auszuschöpfen galt. 2019 startete darum ein Projekt, das das etabliertes Kontrollprozess-System um die Komponente „Datenqualität Kredit“ erweiterte. Damit war der Grundstein für eine nach wie vor andauernde Erfolgsgeschichte gelegt.

Ein kurzer Blick zurück

In Kaiserslautern setzte man damals auf die gezielte, systemgestützte Überwachung aller Sicherheitenarten – entweder mittels vorgegebenem Überprüfungsdatum im Kernbanksystem und/oder individuell administrierbarer Parameter im von der Volksbank eingesetzten System. Dank darin bereits vorgefertigter Parameter-Voreinstellungen war es möglich, eine gleichermaßen ressourcenschonende wie risikoorientierte Überprüfung zu etablieren – zwei Faktoren, die mehr und mehr an Gewicht gewinnen.

So konnte der gesamte Prozess vor der eigentlichen Sicherheitsüberprüfung (rechtlich auf der Grundlage der Verträge und materiell durch Überprüfung des Sicherheitswertes) automatisiert werden. Manueller Kontrollaufwand entstand nur noch, wenn die Parameter entsprechende „Treffer“ lieferten. Gleiches galt neben den Überprüfungen auch für Fehlverschlüsselungen aus der Vergangenheit, sodass betroffene Geschäftsvorfälle automatisiert den zuständigen Mitarbeiter:innen zur Korrektur digital vorgelegt werden konnten.

Effizienzgewinn im Aktivgeschäft

Im System sind den Vorgängen die Details zur fehlerhaften Verschlüsselung sowie die zu unternehmenden Korrekturen beigefügt, sodass Durchlaufzeiten in der Bearbeitung reduziert werden konnten – das Ganze unter Einhaltung aller Auflagen zur Dokumentation und Archivierung nach MaRisk. Wichtiger denn je sind heute direkte monetäre Auswirkungen entsprechender Kostensteuerungsmaßnahmen. Mit der Anwendung von Kreditminderungstechniken und der gezielten Realkreditprivilegierung setzt die Volksbank Kaiserslautern auf ein probates Mittel, um nachhaltig Kosten zu reduzieren.

Die Vorteile einer jeden Maßnahme sind jedoch nur so gut wie die zugrundeliegenden Daten. Im Falle der Realkreditprivilegierung war schlussendlich die Neugier hinsichtlich schlummernder Potenziale größer als die Akzeptanz der bisher erreichten Minderungen. Nach gut einem Jahr der systematischen Auswertung, Analyse, Kontrolle und automatisierten Aufwertung bestehender Kreditverträge hin zu durch Immobilien besicherte Geschäftsgrundlagen konnte man in Kaiserslautern eine positive Zwischenbilanz ziehen.

Folgende Bestände konnte das Institut zusätzlich privilegieren:

  • Etwa 20 Millionen Euro Bausparguthaben, das in der Datenhistorie (zum Beispiel durch Datenheirat bei Fusionen) nicht entsprechend verschlüsselt im Bestand schlummerte
  • Etwa sechs Millionen Euro Guthaben aus Lebensversicherungen, die bisher nicht privilegiert wurden
  • Etwa 25 Millionen Euro durch die gezielte Qualifikation als Realkredit durch sukzessive Vervollständigung der historischen Geschäftsdaten auf Grundlage bereits vorliegender Nachweise

So entstand bisher eine Entlastung der Eigenmittelanforderungen um jährlich rund zwei Millionen Euro. Die erwirtschaftete Ersparnis beim jährlichen Beitrag an Garantiefonds beträgt etwa 7000 Euro. Auch im Bereich gewerbliche Immobilien als Faktor für Realkredite dürfte noch manch unentdecktes Potential auf seine Entdeckung warten. Das ist gerade in Zeiten knapper werdender Ressourcen relevant. Daher wird dieser Aspekt aktuell Teil des Projektausbaus, der erste konkrete Züge annimmt.

Positives Fazit

Die Volksbank Kaiserslautern (Bilanzsumme: 1,5 Milliarden Euro) hat sich bereits vor der CoronaPandemie gezielt Gedanken zum Stichwort Sparpotenzial im Aktivbereich gemacht. Die Bank konnte bereits nach einem Jahr in diversen Bereichen versteckte Potenziale heben, Kosten aktiv und sukzessive senken und obendrein die Datenqualität im Aktivbereich erheblich optimieren. Die nachhaltig korrekte Dokumentation der Maßnahmen und deren Archivierung erfolgen gemäß MaRisk, sodass eine nachvollziehbare, systematische, risiko- und potenzialorientierte Überwachung und Qualifikation zur Realkreditprivilegierung geschaffen wurde.

Tipps: Sie möchten mehr zum Thema Riskamagement? Dann schauen Sie hier.

Dagmar Hoffmann

Volksbank Kaiserslautern eG

Dagmar Hoffmann ist Leiterin Produktionsbank und Prokuristin bei der Volksbank Kaiserslautern eG

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