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2008: Wie Jérôme Kerviel eine französische Großbank in die Krise stürzte

Hollywood könnte die Story kaum besser schreiben: Die französischen Großbank Société Générale gab am 24. Januar 2008 öffentlich bekannt, dass einer ihrer Trader bei nicht autorisierten Futuresgeschäften der Bank einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro einbrachte. Die „Affäre Jérôme Kerviel“ ging in die Finanzgeschichte ein.

Von Redaktion - 24. Januar 2020
Jerome Kerviel betrügt eine Bank.

Foto: istockphoto.com/erhui1979

2008 ging der Trader Jérôme Kuriel als Skandalhändler in die Geschichte ein.

Führt man sich die Ereignisse vom Januar 2008 vor Augen, liest sich die Geschichte in der Tat wie das Drehbuch eines Actionfilms oder Thrillers. Die Misere der Société Générale begann am 18. Januar 2008. An diesem Tag schlugen die Kontrollsysteme der französischen Großbank Alarm. Daraufhin wurde eine interne Investigation in die Wege geleitet. So kam ans Licht, dass einer ihrer Mitarbeiter, Jérôme Kerviel, fiktive Handel zur Vertuschung einer seiner Transaktionen erzeugt hatte.

Die Bank trommelte ein Team von 20 Leuten zusammen, die das Wochenende über systematisch nach weiteren Informationen suchen sollten. In den folgenden Tagen wurden dann Positionen mit einer Summe von 50 Milliarden Euro entdeckt – alle sorgfältig von Jérôme Kerviels erfundenen Transaktionen versteckt. Damit stand die Bank kurz vor dem Zusammenbruch, da Kerviels offene Positionen das Gesamtkapital der Société Générale überstiegen. Damit war nicht nur das Überleben der Bank sondern auch die weltweite Stabilität des Finanzsystems in Gefahr.

Die einzig logische Konsequenz war es also die Betrugssummen zu liquidieren. Der Prozess war am 24. Januar 2008 abgeschlossen und das Finanzinstitut gab den massiven Betrug in einer öffentlichen Mitteilung bekannt. Der Gesamtverlust der Société Générale lag bei 4.9 Milliarden Euro.

Skandalhändler Jérôme Kerviel

Jérôme Kerviel verursachte durch diesen Betrug den bisher größten Schaden für eine Bank durch einen Einzelhändler. Jedoch gab es damals auch Spekulationen, dass er nicht alleine gehandelt haben kann. Hartnäckig hielt sich das Gerücht, dass Verantwortliche der Bank in Kenntnis gesetzt waren. Auch weil insgesamt 75 externe Warnungen bei der Bank eingingen. Die Sociéte Générale wies dies jedoch vehement zurück und betont die Tatsache, dass er seinen Betrug eigenmächtig und bewusst hinter erfundenen Transaktionen versteckt habe. Es wäre ihm bewusst gewesen, dass die Bank diese Handlungen nicht genehmiget hätte. Mehrere Gerichtsurteile und nicht zuletzt der Angeklagte selbst gäben der französischen Großbank Recht. Jérôme Kerviel wurde unter anderem der Fälschung und des Vertrauensbruch schuldig gesprochen und zu einer 3-jährigen Haftstrafe verurteilt. Allerdings verbrachte er nur ungefähr 5 Monate davon auch tatsächlich im Gefängnis.

Ob er alleine gehandelt hat oder nicht, aus dem Verlust der Sensations-Betrugssumme von 4,9 Millionen Euro hat die Société Générale offensichtlich jedenfalls gelernt. Die Bank verbesserte beispielsweise ihr Kontrollsystem – der Prozess bekam den sprechenden Namen „Fighting Back“ – und setzte andere umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen in Gang.

Kerviel selbst schrieb das Buch „L’engrenage – Mémoires d’un trader“ über die Geschehnisse. Obwohl das Buch in Deutschland unter dem Titel „Nur ein Rad im Getriebe: Memoiren eines Traders“ erschien, gesteht er darin sein Fehlverhalten. Als das Buch 2016 verfilmt wurde, bekam der Fall des ehemaligen Traders der französischen Großbank erneute Aufmerksamkeit.

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