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Die Höhenangst ist mit den Anlegern

Von Thomas Grüner - 05. September 2014

Aufwärts und wieder abwärts – der Bullenmarkt steht niemals still. Doch er kann mit Schwankungen umgehen.

Die Abwärtsbewegung des DAX im dritten Quartal 2014 hat deutsche Anleger in Unruhe versetzt. Schnell wurde die Korrektur von den Medien als „Crash“ wahrgenommen, der zaghaft aufgebaute Optimismus musste schnell wieder einer allgegenwärtigen Skepsis weichen. Zahlreiche geopolitische Unruhen vermitteln den Eindruck, dass die Welt im Jahr 2014 unsicherer geworden ist. Kein Umfeld, in dem man investiert sein möchte – schon gar nicht im volatilen Aktienmarkt! Doch die „gefühlte Volatilität“ ist eben immer höher als die tatsächliche Volatilität.

Nüchtern betrachtet hat der DAX seit seinem Höchststand von über 10.000 Punkten lediglich um rund 10% korrigiert. Keinesfalls eine außergewöhnliche Korrektur. Der aktuelle Bullenmarkt hat Schwankungen in diesem Ausmaß schon etliche Male schadlos überstanden – und wird es auch in naher Zukunft unbeeindruckt tun. Die Gründe und Ursachen dieser Korrekturen sind in der Nachbetrachtung irrelevant – größtenteils sind sie bereits nach kurzer Zeit schon gar nicht mehr bekannt.

Der DAX hat trotz der jüngsten Korrektur die „Wohlfühlzone“ nicht verlassen. Das Jahr 2014 zeichnet sich weiterhin durch eine äußerst geringe Schwankungsbreite aus. Dabei ist eine gesteigerte Volatilität in der fortgeschrittenen Phase eines Bullenmarkts gar nicht unüblich. Im Jahr 1996 warnte Alan Greenspan die Anleger vor „irrationalem Überschwang“. Der Bullenmarkt lief allerdings noch vier Jahre weiter und eröffnete die Chance auf ordentliche Kursgewinne. Keine geradlinige Bewegung nach oben, wohlgemerkt! Die „Asien-Krise“ und das damit verbundene Debakel des LTCM-Hedgefonds hinterließen ihre Spuren.

Das Jahr 1997 ging zwar mit einem Kursplus von knapp 47 % in die Bücher ein, in der zweiten Jahreshälfte musste allerdings ein Kursrückgang von rund 20 % verkraftet werden. Noch volatiler stellte sich das Jahr 1998 dar: Der DAX stieg von rund 4.224 Punkten zu Jahresbeginn auf 6.171 Punkte im Juli an (jeweils auf Tagesschlusskursbasis) – um in den Folgemonaten nochmals unter das Niveau des Jahresbeginns zu fallen! Eine Jahresendrallye bescherte den Büchern einen versöhnlichen Abschluss bei immerhin 18 % Zuwachs auf Jahressicht. Die Historie zeigt uns, dass Bullenmärkte auch mit Schwankungen in diesem Ausmaß umgehen können.

Angesichts dieser Zahlen wirkt die „Volatilität“ des Jahres 2014 tatsächlich mickrig. Würden sich die prozentualen Schwankungen des Jahres 1998 im Jahr 2014 wiederholen, so ergibt sich folgendes Entwicklung: Der DAX startet mit 9.552 Punkten, steigt in der ersten Jahreshälfte auf 13.871 Punkte an, korrigiert anschließend auf 8.757 Punkte und beendet das Jahr 2014 bei 11.321 Punkten. Das ist Volatilität! Und das Endergebnis von fast 20 % Plus innerhalb eines Jahres kann sich sehen lassen. Doch nicht jeder Anleger profitiert davon – weil gerade in den Abwärtsphasen die Anleger immer wieder dazu animiert werden, die Märkte zu verlassen. Emotionale Entscheidungen sind jedoch kein guter Ratgeber. Volatilität ist kein Abwärtsrisiko! Volatilität ist vielmehr der Preis, den Anleger zahlen müssen, um in den Genuss der langfristigen Renditen des Aktienmarkts zu kommen.

Lokale Probleme, globale Chancen

Die Crashwarnungen der Medien sollten in diesem Zusammenhang also stets relativiert werden. Unruheherde sowie politische und militärische Konflikte existieren immer, eine umfassende Diskussion in der Medienlandschaft gehört zur Normalität. In der aktuellen Situation sollte der Fokus deshalb auf übergeordnete Zusammenhänge gerichtet werden. Der laufende Bullenmarkt ist intakt. Die zurückliegende Korrektur kann zudem positiv interpretiert werden: Deutschen Anlegern wurde aufgezeigt, dass die deutschen Aktienindizes nicht repräsentativ für den gesamten globalen Aktienmarkt stehen. Auch wenn sich DAX und MDAX im laufenden Jahr eher am unteren Ende der Skala bewegen: Chancen am Aktienmarkt gibt es genug! Robuste US-Märkte, das Comeback der totgesagten Emerging Markets: Eine selektive und globale Betrachtung der Märkte ist in dieser Phase unerlässlich.

Die Höhenangst macht vielen Anlegern dennoch einen Strich durch die Rechnung. Wer in Punkten statt in Prozent rechnet, bekommt es mit der Angst zu tun. Zudem werden Kursausschläge nach unten emotional mehr als doppelt so stark empfunden als Kurszuwächse derselben Größenordnung. Ein allzu menschliches Verhaltensmuster. Rationalität ist deshalb gefragt!

Wir erwarten in den kommenden Monaten und Jahren eine Steigerung der Volatilität. Kein schlechtes Zeichen, sondern dem typischen Verlauf eines Bullenmarkts in der fortgeschrittenen Phase geschuldet. Große Unternehmen, sogenannte „Mega Caps“, kommen üblicherweise erst in dieser Phase so richtig in Schwung. Neue Käuferschichten, die den bisherigen Aufschwung verpasst haben und auf ein „günstiges“ Einstiegsniveau warten (auch in diesem Zusammenhang kann sich eine Korrektur als äußerst nützlich erweisen), werden diese großen Unternehmen mit starker Marktposition, hohem Bekanntheitsgrad und solider Dividendenpolitik bevorzugen. Vor allem die US-Märkte bieten hier auf der Einzeltitelebene die großartige Chance, sich an innovativen und effizient wachsenden Unternehmen zu beteiligen. Allerdings ist bei deutschen Anlegern auch ein psychologischer Wandel vonnöten, um die langfristigen Chancen der Aktienanlage rational einschätzen zu können. Aktien werden hierzulande viel zu oft als Spekulationsobjekt verstanden, weniger als das was sie tatsächlich sind: Unternehmensbeteiligungen.

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