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Geldanlage auf Sparflamme

Die Deutschen lieben es, etwas auf „der hohen Kante“ zu haben und gehen dabei auch immer häufiger an die Börse. Damit sich das Sparen in Zukunft auch lohnt, könnte die Mithilfe von Banken entscheidend sein.

Von Redaktion - 07. Januar 2022
Geldanlage Börse Neobroker

Foto: iStock.com/erhui1979

Neue Anlagemöglichkeiten sind global auf dem Vormarsch. Zwar können Krypto und Co. noch nicht mit den „Klassikern“ bei der Geldanlage mithalten, aber die Nachfrage wächst. Laut einer Umfrage der Universität von Chicago haben in 2020 bereits 13 Prozent der amerikanischen Bevölkerung in Kryptowährungen investiert.

Auch der Blockchain-basierte Kunsthandel erfreut sich dort immer größerer Beliebtheit: Allein von 2020 bis zum ersten Quartal 2021 hat das Handelsvolumen von Non-Fungible Tokens (NFTs) einen Anstieg von über 13.000 Prozent verzeichnen können. Gleichzeitig sind rund 56 Prozent der US-Amerikaner 2021 im Besitz von Aktien, so das Marktforschungsinstitut Gallup.

Währenddessen setzt man in Deutschland immer noch vor allem auf das Sparbuch – und spart sich dabei auch gleich die Rendite. Das legt zumindest eine Auswertung nahe, die Prof. Oscar A. Stolper von der Philipps-Universität in Marburg im Auftrag von Union Investment durchgeführt hat: Zwar ist während der Corona-Pandemie das Geldvermögen der Privathaushalte auf einen Rekordwert von sieben Milliarden Euro gestiegen.

Doch ergab sich 2020 der Hauptteil des Wachstums (81 Prozent) aus der Sparleistung, während die Rendite auf das ursprüngliche Vermögen nur bei rund 0,7 Prozent lag. Zusätzlich sorgen steigende Inflationsraten für einen Kaufkraftverlust in Rekordhöhe.

Liebe zur Geldanlage flammt erneut auf

Doch gibt es seit Beginn der Pandemie auch Signale, die Hoffnung machen auf eine neue Anlagekultur: Die Deutschen haben ihre Liebe zu Aktien wiederentdeckt. Laut dem Deutschen Aktieninstitut gibt es seit 2020 wieder über zwölf Millionen Aktiensparer in Deutschland, beinahe drei Millionen mehr als noch im Vorjahr.

Die Zahl der Aktionäre und Fonds-Anleger in Deutschland nähert sich also zum ersten Mal wieder dem Niveau vor dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Und mit einem Zuwachs von 67 Prozent bei den unter 30-Jährigen scheint bei den deutschen Börsianern auch der Nachwuchs gesichert. Banken, die sich seit Jahren über die deutschen Aktienmuffel beklagen, könnten jetzt endlich die ersehnte Börsenrepublik Deutschland bekommen.

Doch welchen Stellenwert Banken dabei in Zukunft einnehmen, ist noch unklar. Denn von der steigenden Anzahl an Kleinanlegern konnten bisher vor allem die Neobroker profitieren. Wie das Handelsblatt berichtet, landeten fast 80 Prozent der Depoteröffnungen zwischen Juni 2020 und Juni 2021 bei digitalen Brokern wie Trade Republic.

Vor allem die online-affinen Generationen Y und Z könnten Banken langfristig an die Smartphone-Broker verlieren. Die jüngere Generation schätzt vor allem das einfache Einrichten des Depots, eine komfortable App und auch das günstige Trading. Was können Banken also bieten, um junge Kleinanleger für sich zu gewinnen?

Das Provisionsverbot für Anlageberatung ist gekippt, und so manche Bank wird das als Bestätigung des Status quo betrachten. Stattdessen sollten sie diese Gelegenheit nutzen, um ihre Rolle als Vermittler zu überdenken. Amerikanische Banken mussten im Wettkampf mit Neobrokern wie Robinhood bereits einsehen, dass die Zukunft der Geldanlage provisionsfrei ist.

Deutsche Banken werden langfristig mitziehen müssen. Aber das allein reicht nicht. Sie müssen sich auch vom Verkäufer zum wirklichen Berater entwickeln. Denn es geht nicht nur um das eigene Geschäft. Wenn die nächste große Marktkorrektur die Ersparnisse von Millionen unerfahrenen Kleinanlegern auslöschen sollte, folgt einem kurzen Frühling ein weiterer langer Börsen-Winter in Deutschland.

Daniel Fernandez und Dennis Witzmann

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