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Nachhaltiges Drohpotenzial aufbauen

Ethisch-nachhaltige Geldanlagen wirken. Die Anlagestrategien und Motive der Investoren können sich jedoch unterscheiden.

Von Samuel Drempetic - 13. September 2019

Nachhaltige Geldanlagen werden immer beliebter. Damit sie wirtschaftlich noch stärker ins Gewicht fallen, müssen verschiedene Ansätze und Instrumente zum Einsatz kommen. Bildnachweis: iStock.com/weerapatkiatdumrong

Im Jahr 2018 wurden laut Forum Nachhaltige Geldanlagen rund 4,5 Prozent des deutschen Anlagemarktes gemäß nachhaltigen Kriterien verwaltet – Tendenz seit Jahren steigend. Dabei sind die Motive der Investoren sehr unterschiedlich. So gibt es konventionell denkende Investoren, die soziale und ökologische Kriterien vor allem als Mittel der Risikominimierung betrachten. Auf der anderen Seite stehen ethisch-nachhaltig orientierte Anleger, die so Impulse für eine umweltfreundlichere und fairere Wirtschaft senden.

Auch wenn 90 Prozent der nachhaltigen Fonds und Mandate Ausschlusskriterien nutzen – das alleinige Mittel der Wahl sind diese nicht, wie die Grafik zeigt. Überzeugte Verfechter von ethisch-nachhaltigen Geldanlagen geben sich nicht mit eindimensionalen Nachhaltigkeitsstrategien zufrieden. Sie werden also niemals nur Ausschlusskriterien nutzen oder exklusiv auf Unternehmensdialoge (Engagement) setzen.

Unternehmen herausfordern, nachhaltig zu agieren

Nachhaltige Anlagestrategien in Deutschland (in Milliarden Euro); Quelle: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen

Hinter jeder nachhaltigen Anlagestrategie stehen Visionen und Ziele, aber nicht alle sind in ihrer Effektivität wissenschaftlich bestätigt und viele würden ihre Wirkung erst gänzlich entfalten, wenn sich weit mehr Investoren anschließen. Beim Best-in-Class-Ansatz wird in die nachhaltigsten Firmen oder Länder investiert, keine Branche wird per se ausgeschlossen. Dies soll Unternehmen motivieren, ihre Nachhaltigkeit zu verbessern, um in das investierbare Universum aufgenommen zu werden. Es gibt dabei unterschiedliche Ansätze.

So sind beim relativen Best-in-Class-Ansatz die nachhaltigsten Unternehmen jeder Branche investierbar – etwa immer die besten 50 Prozent. Der Vorteil ist, dass im Anlageuniversum jede Branche gleich stark vertreten bleibt. Dagegen definiert der absolute Best-in-Class-Ansatz für jede Branche eine eigene Schwelle, die auf die Nachhaltigkeitsrisiken der jeweiligen Branche angepasst ist. Bei der Steyler Ethik Bank haben wir uns für das absolute Modell entschieden und wenden dies bei unseren Nachhaltigkeitsfonds der Marke Steyler Fair Invest an. Unser Anspruch ist, dass wir Unternehmen herausfordern, wirklich nachhaltig zu agieren. Sie sollen eben nicht nur relativ besser als andere wirtschaften.

Während der Best-in-Class-Ansatz den Wettbewerb um Nachhaltigkeit fördert, spiegeln Ausschlüsse die Werte und das Selbstverständnis des Investors. Als Bank mit christlichen Wurzeln schließen wir beispielsweise Alkohol, Glücksspiel und Pornografie aus. Der Ausschluss kontroverser (also nach internationalen Abkommen verbotener) Waffen sollte aus humanitärer Sicht selbstverständlich sein. Leider werden diese weiter von Unternehmen hergestellt, die sogar in internationalen Indizes vertreten sind.

Darüber sollten sich insbesondere Investoren im Klaren sein, die ETFs von bekannten Indizes in ihr Portfolio aufnehmen. Die Steyler Ethik Bank hat daher gemeinsam mit 169 weiteren Institutionen den offenen Brief von Swiss Sustainable Finance unterzeichnet. In ihm werden die Indexprovider aufgefordert, Hersteller kontroverser Waffen aus ihren Indizes zu verbannen.

Nachhaltige Investoren können Einfluss nehmen

Die (Nicht-)Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten wird häufig über ein normbasiertes Screening berücksichtigt, wie die Einhaltung des Global Compact. Als ethischer Investor schließen wir Unternehmen, die Menschen- und Arbeitsrechte verletzen aus. Es gibt jedoch mehrere Abstufungen. Während starke Verletzungen in jedem Fall zum Ausschluss führen, greifen bei weniger schweren Verfehlungen nach einem Eskalationsstufen-Modell zunächst andere Strategien.

Sie werden meist unter dem Begriff Engagement zusammengefasst und umfassen sowohl Unternehmensdialoge als auch offene Briefe. Auch durch Stimmrechtsausübung können nachhaltige Investoren Einfluss nehmen. Die Steyler Ethik Bank erarbeitet mit ihren Partnern einen strategischen Proxy-Voting-Ansatz. Dabei werden die eigenen Stimmrechte an Partner delegiert, die dann auf Hauptversammlungen für eine sozialere und ökologischere Unternehmenspolitik eintreten.

Immer mehr Investoren berücksichtigen nachhaltige Anlagestrategien. Noch sind die Reaktionen der Realwirtschaft stärker auf das Drohpotenzial der Investoren zurückzuführen als auf die reale Verknappung durch Nicht-Investition. Denn hierfür müsste der Marktanteil deutlich höher sein. Um eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben, ist es wichtig, das Drohpotenzial durch die verschiedenen Instrumente aufrechtzuerhalten. Eine singuläre Anwendung eines Instruments ist unseres Erachtens zu wenig, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen.

Aus unserer Rubrik „Vorstände im Gespräch“

Lesen Sie auch unser Interview mit Norbert Wolf, dem Geschäftsführer der Steyler Bank, das wir im Oktober 2017 in Sankt Augustin bei der ältesten Ehtikbank Deutschlands und einzigen Missionsbank Europas geführt haben.

Samuel Drempetic

Steyler Ethik Bank

Samuel Drempetic ist Head of Ethics and Sustainability bei der Steyler Ethik Bank.

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