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Oldtimer – Liebelei oder lukrative Anlage?

Von Filippo Pignatti - 15. Dezember 2014

Gestatten Sie, dass ich mit einen Zitat beginne. „Oldtimer sind bis heute die beste Wertanlage. Das zeigt einen Trend, den es auf dem Luxusgütermarkt gibt. Die teuersten der teuren Produkte werden immer wertvoller, während der Luxusmarkt in der Breite stagniert. Als besonders wertvoll zeigten sich – ohne Verwunderung – Oldtimer im Index von Knight Frank. Allein im vergangen Jahr legten Sie um 28 Prozent zu.“ (FAZ, 19.08.2014)

Trotz Krise ließen sich in den vergangenen zehn Jahren auch in niedrigeren Preisklassen durchaus ansehnliche Renditen erzielen. „Als Faustregel gilt bei den meisten Oldtimern: Was Käufer Ende der 1990er-Jahre in D-Mark bezahlen mussten, kosten die Wagen heute in Euro“, weiß Marius Brune, Leiter der Marktbeobachtung beim Oldtimer- Experten Classic Data. „Inzwischen ist es selbst bei jüngeren Modellen kaum möglich, für weniger als 10.000 Euro zu kaufen, wenn das Auto in gutem Zustand ist.“ Diese Einschätzung bestätigt auch der Deutsche Oldtimer Index, den der Verband der Automobilindustrie (VDA) alle sechs Monate veröffentlicht. Für den Index beobachten Experten die Preisentwicklung von 88 Fahrzeugtypen aus sieben Nationen, die möglichst repräsentativ für den deutschen Oldtimer- Markt sind. Seit 1999 verbuchten demnach Oldtimer in Deutschland eine durchschnittliche Wertsteigerung von 77,6 Prozent.

Den größten Wertzuwachs erfährt ein Massenmodell

Den größten Wertzuwachs innerhalb des Index erfuhr allerdings kein glamouröser Sportwagen, sondern ein kleiner Franzose. Der Citroën 2CV6, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Ente“, war sowohl 2009 als auch 2010 das Automobil mit dem prozentual größten Wertzuwachs. Auch die Liebhabervehikel Fiat 500 und Renault R4, die zu ihrer Produktionszeit für kleines Geld zu haben waren, machten im Jahr 2010 große Preissprünge. Vor zehn Jahren bekamen Sie den Wagen nachgeschmissen, 2010 lag der Durchschnittspreis bei 4.500 Euro. Im Hochpreissegment sind vor allem alte Modelle der Sport- und Nobelmarken gefragt, in Deutschland zum Beispiel Mercedes oder Porsche. Besonders viel Geld gibt es für Fahrzeuge mit Rennhistorie, insbesondere dann, wenn sie auch Rennen gewonnen haben. Dabei gilt als Faustregel, dass das gleiche Auto als Cabrio mehr kostet als ein Coupé oder eine Limousine, am günstigsten gibt es meist die Kombis. Eine berühmte Vergangenheit muss sich dabei nicht nur auf das Auto beziehen. Auch ein prominenter Vorbesitzer kann für eine Wertsteigerung sorgen. Selbst ein zeitgenössisches Auto kann dadurch einen deutlich höheren Preis erzielen, wie das Beispiel eines VW Golf zeigt, der einst Papst Benedikt XVI. gehörte. Im Jahr 2005 versteigerte der Nachbesitzer den sechs Jahre alten Wagen für knapp 190.000 Euro bei der Internetauktionsplattform eBay. Bezahlt hatte er ursprünglich 10.000 Euro.

Oldtimer sind eine Wissenschaft für sich

Generell ist der Kauf von Oldtimern eine Wissenschaft für sich. Besonders wichtig für den Werterhalt ist, dass der Zustand des Autos so genau wie möglich seinem ursprünglichen ähnelt, oder auch dem Zustand, in dem es berühmt geworden ist. Als großer Mangel kann sich zum Beispiel ein ausgetauschter Motor herausstellen. Viele Klassiksparten der großen Autohersteller bieten deshalb inzwischen einen Informationsservice, bei dem Käufer von Oldtimern die Seriennummern von Autos oder Motoren überprüfen lassen können, um herauszufinden, ob es sich um ein Original handelt. Auch nach dem Kauf verursacht ein Oldtimer laufend Kosten. Neben den Lagerkosten müssen Besitzer vor allem für Reparaturen und Instandhaltung bezahlen. Die Unterschiede je nach Modell sind immens. Ratsam ist, auf die Lage bei den Ersatzteilen zu achten. Denn bei einigen Modellen müssen die Besitzer teure Sonderanfertigungen bezahlen, wenn sie Austauschteile brauchen. Ein teures Gefährt einfach in die Garage zu stellen und nicht zu bewegen, also quasi einzumotten, ist übrigens nicht unproblematisch. Das macht es später schwierig, das Auto wieder in Betrieb zu nehmen und führt zu Kosten.

Foto: SilentWolf via istockphoto.de

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