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Kooperieren statt konkurrieren

Wie geht es nach dem Erfolgsjahr 2021 für die Fintech-Szene weiter? Hält man sich weiter auf Kurs oder droht die Wende? Aktuell geht der Trend immer häufiger in Richtung Kooperation zwischen Banken und Fintechs. Unter den richtigen Bedingungen kann sich aus der Partnerschaft eine echte Win-Win-Situation entwickeln.

Von Dennis Witzmann - 21. Juli 2022
Fintechs, kooperieren

Foto: iStock.com/master1305

Der Fintech-Markt befindet sich im Wandel. Nach zahlreichen, oftmals hohen Finanzierungsrunden in 2021 erlebt die Start-up-Szene derzeit eine Wende. In den USA begann bereits vor Wochen eine Kündigungswelle, die nun auch nach Deutschland überschwappt. Doch während große Firmen wie Klarna, Konti oder SumUp sich zu Entlassungen veranlasst sehen, scheint die Branche als Ganzes unaufhaltsam weiter zu wachsen, denn auf der anderen Seite erreichen immer neue Start-ups Marktreife.

Für etablierte Kreditinstitute kann diese Entwicklung bedrohlich wirken. Denn durch die Erweiterung der Produktpalette heben junge Fintechs die Bindung zum Kunden auf eine neue Ebene. Angebote werden zugänglicher und vor allem digitaler. Mit ihrer Offenheit und transparenten Kommunikation prägen sie die Kundenbeziehung nachhaltig.

Indem sie die Wertschöpfungskette segmentieren und ihre eigenen Produkte mit anderen koppeln, fordern sie die vertikalen Geschäftsmodelle der Kreditinstitute heraus. Besonders für jüngere Kunden sind die individuellen Produkte attraktiv. Und nicht nur das, die junge Generation ist auch deutlich wechselbereiter und weniger loyal gegenüber ihrer Hausbank. Auf lange Sicht gefährdet dies einen Wettbewerbsvorteil, den Banken noch ihr Eigen nennen – die Größe ihres Kundenstamms.

Schwachstelle IT

Eine einwandfreie IT ist heute Grundvoraussetzung für eine zunehmende Anzahl von Finanzdienstleistungen und -produkten. Besonders die letzten Jahre haben unterstrichen, wie wichtig eine digitale Infrastruktur ist. Banken befinden sich zum Teil noch inmitten der digitalen Transformation und regulatorische Anforderungen wie BAIT, Wettbewerb und Kundenerwartungen sorgen hier für einen starken Anpassungs- und Veränderungsdruck. Trendthemen wie Cloud und Künstliche Intelligenz treiben die Neuausrichtung zusätzlich an.

Doch die digitale Umstellung darf nicht zulasten der Sicherheit vollzogen werden. Hier haben Fintechs, die ohnehin im digitalen Umfeld entstehen, einen entscheidenden Vorteil. Doch auch wenn sie hier die Nase vorne haben, fehlt ihnen das Know-how oder die Marktpräsenz einer Bank.

Darum streben viele Fintechs keine Konkurrenz, sondern eher eine Kooperation mit Banken an. Ob es sich nun um eine operative, finanzielle oder partikulare Kooperation handelt, beide Seiten können von solch einer Partnerschaft profitieren. Dank der digitalen Newcomer verharren Banken nicht mehr in ihren standardisierten Strukturen, zugleich gewinnen die Lösungen einiger Nischen-Start-ups das nötige Gehör.

Mit ihrer Hilfe kann es Kreditinstituten gelingen, neue kundenzentrierte Produkte zu entwickeln, die auch langfristig die Kundenbindung stärken. Aber auch Schwächen auf der digitalen und IT-Ebene lassen sich dank der Partner-Dienstleister beheben. Das bietet Banken die Gelegenheit, ihre Produkte und Services schneller bereitzustellen. Fintechs profitieren wiederum von der Größe des Kundenstamms, der Kundenbeziehung sowie von der Compliance-Erfahrung der Banken.

Den Markt revolutionieren

Natürlich gibt es auch Fintechs, die auf Konkurrenz aus sind. N26, Revolut oder die Solarisbank haben bewiesen, wie erfolgversprechend eine eigene Banklizenz sein kann.

Mit dem Druck durch diese Wettbewerber müssen Banken leben. Lohnenswert kann es sein, sie als mahnende Beispiele zu sehen und bislang vernachlässigte Bereiche wie Krypto gezielt auszubauen. Klassische Institute sollten dabei auch gerade nach den Start-ups Ausschau halten, die sich in diesen Geschäftsmodellen hervortun.

Denn einige von ihnen haben sich genau das auf die Fahne geschrieben: Nischen- oder Spezialbereiche zu optimieren oder gar zu revolutionieren. Damit bringen sie die Branche als Ganzes nach vorne. Allerdings fehlt ihnen oft der Kundenstamm, über den Banken verfügen. Hinzukommt, dass der Markt in Bereichen wie Nachhaltigkeit, Female Finance oder Embedded Finance wächst.

Durch gezielte Kooperationen kann dieser optimal bespielt werden. Erfolgreiches Banking liegt zukünftig besonders in den Daten zu Bedürfnissen und Wünschen der Kunden – ein weiteres Steckenpferd der Fintechs. Eine Partnerschaft mit den jungen Wilden verspricht also auch neue Wege der Ertragsgenerierung.

Dennoch ist es für Banken wichtig zu verstehen, dass digitale Transformation nicht bedeutet, lediglich ein Abbild des bereits Existenten und Bewährten zu werden, sondern einen Schritt weiterzugehen. Und dabei kann die Kreativität der Fintechs der Schlüssel zum Erfolg sein.

Tipp: Sie interessieren sich für die Fintech-Szene? Dann erfahren Sie hier, welche Bedeutung Compliance für die ­Entwicklung von Fintechs hat. Oder lesen Sie hier mehr über Fintechs für jede Nische.

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