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Wer im Elfenbeinturm sitzt …

Von Thomas Friedenberger - 25. Mai 2020
Sitzen Vorstände von Banken heute noch im Elfenbeinturm? Und sollten sie das? Andreas Glaser, CFO bei der Santander Cionsumer Bank, sagt dazu "Wir wollen Nähe. Deswegen bauen wir Hierarchien eher ab als auf.", Daily #Kassensturz

„Wir wollen Nähe.“ Der erste Teil der Antwort von Andreas Glaser, Chief Financial Officer bei der Santander Consumer Bank AG, auf unsere Frage „Sitzen Bankvorstände noch im Elfenbeinturm?“ im Interview der BANKINGNEWS, Ausgabe 277, liest sich wie ein verschmitzter Kommentar zum Thema Corona und Lockerungen, die auch viele Bankmitarbeiter sicher sehnlich herbeiwünsch(t)en. Der Satz „Wir wollen Nähe“ ist aber tatsächlich kein Corona-Kommentar. Er bezieht sich auf die internen Veränderungen in der Santander Consumer Bank, in der Andreas Glaser Mitglied im Vorstand ist.

Denn Finanz-Fachmann Glaser hat, als es um das immerwährende Thema Bankvorstände und abgeschirmte Sitzplätze im „Elfenbeinturm“ ging, gesagt: „Nein, wir wollen Nähe. Denn wir wollen jedem Mitarbeiter das Gefühl geben, dass er genauso wichtig ist, genauso ein Rädchen ist, wie wir alle hier.“ Und deswegen baue man in seiner Bank Hierarchien „eher ab als auf“.

Dann wies Glaser im Interview auf die offenen Raumstrukturen hin: „Wir nehmen auch die Grenzen zwischen Bereichen weg, sodass sich Mitarbeiter wirklich committed fühlen.“ Das Beispiel, das er mit einer kurzen Handbewegung präsentierte, war eine abgebaute Zwischenwand in der Zentrale auf der Vorstandsebene. Glaser: „Das ist ein Symbol dafür, weil wir eben Nähe wollen statt Abstand halten. Nur so kommen wir weiter.“

Bis dahin könnte man die Ausführungen so ein klein wenig an sich vorbeirauschen lassen und vielleicht denken: Okay, ganz nett formuliert, aber auch ein bisschen Sonntagsrede. Doch dann sagt Chief Financial Officer Andreas Glaser, der qua Amt immer zuerst aufs Geld schauen muss, den entscheidenden Satz: „Kommunikation ist extrem wichtig. Die meisten Verluste im Unternehmen entstehen durch zu wenig Kommunikation.“

Es geht also um Verluste und Gewinne in einer Bank. Diese sind von vielen Dingen abhängig, schon klar. Aber in diesem Interview weist mal ein Banker ziemlich deutlich auf einen besonderen Aspekt hin, der ebenso geschäftsentscheidend sein kann, wie Marge und Wachstum: nämlich Kommunikation. Schaut man sich die deutsche Bankenlandschaft an, kann einem schnell der Gedanke kommen, dass längst nicht alle Bankvorstände verstanden haben, dass man heute kein gutes Geschäft mehr macht, wenn man die meiste Zeit im Elfenbeinturm sitzt.

Manchmal helfen schon kleine Symbole, wie eine abgebaute Zwischenwand oder ein „Vorstandsbüro“ wie in der Santander Consumer Bank, in dem der gesamte Vorstand an einem großen Tisch sitzt, ausgestattet mit Laptop und Smartphone. In Corona-Zeiten natürlich mit dem notwendigen „Sicherheitsabstand“, aber mit Nähe – soweit möglich – zu den Mitarbeitern der Bank. Das Thema „Kommunikation“ wird den Vorständen erhalten bleiben, und es wird bis in Elfenbeintürme reichen.

Von Thomas Friedenberger 

Daily-Highlights: Sie möchten mehr von unseren Dailys? Dann lesen Sie hier mehr zur Gründung der Landwirtschaftlichen Rentenbank oder zum Bitcoin Pizza Day.

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