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Gesund und sicher am Arbeitsplatz

Der Welttag fĂŒr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz wird jedes Jahr am 28. April begangen. Er soll daran erinnern, dass besonders in SchwellenlĂ€ndern immer noch massive Defizite bei den Arbeitsbedingungen bestehen. Aber auch IndustrielĂ€nder mĂŒssen nachrĂŒsten.


Am 28. April findet der Welttag fĂŒr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz statt.

Die meisten Menschen verbringen viel Zeit auf der Arbeit. Und viel hat sich durch Digitalisierung und Globalisierung in der Arbeitswelt getan. Das gilt besonders fĂŒr Berufe und Branchen, in denen die Arbeit mit dem Computer Standard ist, wie etwa die Banken- und Versicherungsbranche. Modelle fĂŒr flexibles Arbeiten wie SCRUM, New Work oder agile Methoden sind nicht nur in der Finanzbranche auf dem Vormarsch.

DarĂŒber hinaus fand eine zeitliche Entgrenzung etwa durch Gleitzeitregelungen statt. Auch rĂ€umlich sind viele Arbeitnehmer nicht mehr ans BĂŒro gebunden. Entsprechend werden auch in der Finanzindustrie vielerorts mobiles Arbeiten und Home-Office gefördert.

Bei der Frage, ob Mitarbeiter mit ihrem Job zufrieden sind, spielen aber nicht nur die eigentlichen TĂ€tigkeiten eine Rolle, sondern auch das GefĂŒhl von Sicherheit am Arbeitsplatz und die Wahrung ihrer körperlichen und mentalen Gesundheit. Dass das keine SelbstverstĂ€ndlichkeiten sind, ist zwar vielen bewusst, rĂŒckt aber dennoch oft in den Hintergrund.

Welttag fĂŒr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Laut International Labor Organisation (ILO) haben pro Jahr mehr als 370 Millionen Menschen ArbeitsunfĂ€lle oder sind von Berufskrankheiten betroffen (Stand April 2019). Vorausgegangene Berufskrankheiten sind die Ursache fĂŒr 86 Prozent der arbeitsbedingten TodesfĂ€lle.

„Neben den ökonomischen Kosten mĂŒssen wir das große menschliche Leid anerkennen, verursacht durch arbeitsbedingte UnfĂ€lle und Krankheiten und Tod, dies ist umso tragischer, als die meisten FĂ€lle vermeidbar sind“, sagte Manal Azzi. Er ist Technical Specialist on Occupational Safety and Health bei der International Labor Organisation.

Die ILO tritt fĂŒr mehr soziale Gerechtigkeit und die Schaffung von Menschen- sowie Arbeitsrechten ein und ĂŒberwacht deren Einhaltung. Auch deshalb rief die Organisation 1984 den Welttag fĂŒr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz ins Leben, der jĂ€hrlich am 28. April stattfindet. Geplant werden Kampagnen und Aktionen, um auf die ZustĂ€nde auf der Welt aufmerksam zu machen.

Gravierend ist die Situation in den SchwellenlÀndern. Hier ereignen sich vermehrt UnfÀlle mit Chemikalien. Nachhaltige SchÀdigungen der Gesundheit oder Verletzungen sind die Folgen.

Durch den Welttag fĂŒr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz soll daher auch Kritik an der hĂ€ufig zu beobachtenden Auslagerung von Produktionsstandorten in SchwellenlĂ€nder oder der Vergabe aller AuftrĂ€ge an Subunternehmen geĂŒbt werden.

Herausforderungen der modernen Arbeitswelt

Die Herstellung und Wahrung von Arbeitsstandards, der Schutz von Arbeitnehmern und die AufklĂ€rung ĂŒber mögliche Risiken bei der Arbeit sind große Herausforderungen, an denen weltweit gearbeitet werden muss. So sollte sich auch in IndustrielĂ€ndern fĂŒr gesunde und sichere Arbeitsumfelder eingesetzt werden.

Besonders die neue Arbeitswelt, die immer komplexer wird, birgt Risiken fĂŒr Arbeitnehmer. Denn Digitalisierung kann auch Überforderung und das GefĂŒhl einer stĂ€ndigen Erreichbarkeit bedeuten. Oft Ă€ußert sich dies in Überlastung oder Burn-out. Daher mĂŒssen Sicherheitsrichtlinien immer wieder aktualisiert und Regelungen angepasst werden.

Auch klare Kommunikation in einem Unternehmen und gerechte Aufgabenteilung können fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen sorgen.

Eine besondere Herausforderung stellt die Corona-Krise dar. Jetzt sollten Unternehmen darauf achten, dass Arbeitsschutz und Gesundheit im Home-Office gewĂ€hrleistet sind. Aber auch diejenigen, die weiterhin im BĂŒro sind, sollten aufeinander achten und die Ansteckungsgefahr durch besondere RĂŒcksichtnahme auf die Kollegen minimieren.

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