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Historischer Geldwäsche-Moment: Danske Bank als Antagonist

Betrug wird längst nicht mehr nur durch einzelne Personen verübt, immer öfter bereichern sich ganze Institutionen Gewinne durch kriminelle Aktivitäten. Wie auch in diesem Skandal, der als neuer Höhepunkt (oder eher Tiefpunkt) in die europäische Geschichte der Geldwäsche eingehen wird. Auf der Anklagebank: die Danske Bank.

Von Fiona Gleim - 22. Dezember 2022
Daily_Danske Bank_Geldwäsche

Foto: gettyimages.de/A Mokhtari

Die Danske Bank hat gestanden. Zwischen 2008 und 2016 hat die dänische Großbank unregulierte Gelder in den US-Finanzmarkt transferiert, was schließlich 2018 publik wurde. Ursprung allen Übels war die estnische Niederlassung der Danske Bank. Hier habe man Gelder aus Russland und anderen osteuropäischen Ländern entgegengenommen und entsprechender Kundschaft die Auszahlung hoher Beträge ohne Regulierung zugesagt. Insgesamt beläuft sich die Geldsumme, die anschließend durch das US-amerikanische Finanzsystem geschleust wurde, auf etwa 212 Milliarden Dollar.  

Dänemark und Estland plädieren für Freispruch

Dies konnte nur durch Mitwissenschaft zahlreicher Mitarbeiter gelingen, welche dabei geholfen hatten, die dubiosen Transaktionen durch Strohfirmen zu vertuschen. Die estnischen und dänischen Finanzaufsichten haben an dieser Stelle versagt, die illegalen Prozesse aufzudecken. So setzte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ein Verfahren ein, das die Mitschuld der nationalen Behörden festzustellen versuchte. Nach zwei Monaten wurde das Verfahren jedoch überraschend eingestellt.  

Erst einige Zeit später kam der Grund dafür an die Öffentlichkeit: Laut einer Abstimmung im EBA-Verwaltungsrat hatte sich lediglich Frankreich dafür stark gemacht, ein Delikt festzustellen. 13 Stimmen hielten dagegen, dazu gehörten – kaum verwunderlich – die Stimmen Dänemarks und Estlands.  

Um solche Situationen, konkret nationale Abweichungen, zu vermeiden und dem wachsenden Geldwäscheproblem Herr zu werden, soll die europäische Aufsichtslandschaft künftig einem Wandel unterzogen werden: Aufgrund der starken Qualitätsdiskrepanzen in den Aufsichten kam der Beschluss auf, eine neue europäische Kontrollbehörde aufzustellen. Diese solle die Verantwortung für ausgewählte Firmen tragen, welche als bedenklich eingestuft werden. Auch Geldstrafen soll sie dann verhängen können. Vorgesehen ist, dass den nationalen Aufsichten weiterhin die Zuständigkeit für andere, weniger riskante Finanzhäuser obliegt. Es heißt, 2023 könne die neue EU-Aufsicht bereits zum Einsatz kommen.  

Deutsche Bank erwartet Urteilsverkündung

Der Danske-Verwaltungsratschef Martin Blessing bat offiziell um Verzeihung für den Geldwäsche-Skandal: „Wir entschuldigen uns vorbehaltlos und übernehmen die volle Verantwortung für die inakzeptablen Versäumnisse und das Fehlverhalten der Vergangenheit, die bei der Danske Bank heute keinen Platz mehr haben.“ Doch der betrogene US-Markt scheint nicht ruhen zu wollen, bis sich nicht auch die Kooperationsbanken der Danske Bank näheren Untersuchungen unterzogen haben.  

Darunter auch die Deutsche Bank. Gegen sie wurde im Oktober 2020 ein Bußgeld von 13,5 Millionen Euro verhängt. Mit dem Willen, die Strafe zu bezahlen, räumte das Geldhaus ein, den Verdacht auf Geldwäsche bei der Danske Bank zu spät gemeldet zu haben.  

Es nicht bekannt, wo sich das gewaschene Geld heute befindet. Verheerend waren in jedem Fall die Konsequenzen für die dänische Großbank: zehn Verhaftungen von früheren Mitarbeitern, 42 gelten weiterhin als Verdachtspersonen und der CEO der Danske Bank Thomas Borgen trat kürzlich zurück.  

Tipp: Interessieren Sie sich für andere spannende Beiträge zum Thema Compliance oder Geldwäsche? Dann lesen Sie hier mehr zum Prüfungsbericht der FATF oder hier über die Bedeutung von Compliance für die ­Entwicklung von Fintechs.

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