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Was wurde eigentlich aus Occupy Wall Street?

Mit Occupy Wall Street wurde 2011 eine Bewegung ins Leben gerufen, die auf die Ungleichheit zwischen den privilegierten 1 Prozent und dem Rest der Bevölkerung aufmerksam machen wollte. Aber was ist eigentlich aus ihr geworden?

Von Daniel Fernandez - 23. Februar 2021
Occupy Wall Street

2011 war das Jahr der großen Proteste. Bewegungen wie der Arabische Frühling oder Occupy Wall Street mobilisierten weltweit Millionen von Menschen: Ausgerüstet mit neuen Werkzeugen der Massenkommunikation – dem Smartphone und Social Media – gingen sie auf die Straße. Sie forderten mehr Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit und weniger soziale Ungleichheit zwischen arm und reich.

Die Auswirkungen dieser Proteste, besonders im Fall des Arabischen Frühlings, beeinflussen auch heute noch die internationale Politik. Und obwohl Occupy Wall Street allgemein als gescheitert gilt, sind auch ihre Ideen noch immer relevant. Egal ob es um Donald Trumps Forderung geht, den Sumpf trocken zu legen, oder Bernie Sanders‘ flammende Reden gegen die reichen „1 Prozent“ – die Rhetorik der Occupy-Bewegung gab auch in den letzten US-Wahlen den Ton an, und tut es noch immer.

Den Startschuss für die Bewegung gab ein Beitrag im konsumkritischen kanadische Blog Adbusters vom 13. Juli 2011 mit den bereits klaren Anweisungen: „#OCCUPYWALLSTREET. Seid ihr bereit für einen Tahrir-Moment? Strömt am 17. September nach Lower Manhattan, baut Zelte, Küchen, friedliche Barrikaden und besetzt die Wall Street.“ Diesem Aufruf folgten am 17. September etwa 1.000 Protestierende. Einen Monat später war die Bewegung bereits auf über 2.300 Proteste in 2.000 Städten weltweit gewachsen.

Keine klare Struktur

Das schnelle Wachstum der Bewegung zeigt klar, dass die Botschaft auf eine breite Zustimmung bei den unterschiedlichsten Personengruppen traf. Neben dem Hauptanliegen, die Ungleichheit zwischen den privilegierten 1 Prozent und dem Rest der Bevölkerung zu reduzieren, forderten sie auch eine stärkere Kontrolle des Finanzsektors und weniger politische Einflussnahme durch die Wirtschaft. Diese vagen formulierten Ziele waren ausschlaggebend für den breiten Erfolg der Bewegung. Der Mangel an konkreten politischen Forderungen und Führungsfiguren, die diese fokussiert an die Politik und Öffentlichkeit trugen, könnte aber auch das Scheitern der Bewegung erklären.

Am 15. November 2011 wurden zunächst die Camps in Portland und Oakland, schließlich auch das ursprüngliche im New Yorker Zuccotti Park polizeilich geräumt. Die Begründung der Behörden: Unzumutbare hygienische Zustände und Kriminalität in den Camps. Zwar kam es auch danach noch zu weiteren Großdemonstrationen, doch alle weiteren Versuche, den Park erneut zu besetzen, scheiterten. Das Momentum der Occupy-Bewegung war vorbei. In den folgenden Monaten wurden überall auf der Welt Occupy-Camps aufgegeben.

Am 6. August 2012 wurde das Lager in Frankfurt am Main geräumt, und drei Monate später auch in Kiel das letzte Camp der Occupy-Bewegung in Deutschland. Konkrete Politische Veränderungen hat Occupy Wall Street in ihrem kurzen Bestehen nicht wirklich hervorgebracht. Dafür hat die Bewegung das Bewusstsein für Themen wie soziale Ungerechtigkeit gestärkt und eine Generation von jungen Erwachsenen politisiert.

Die Occupy-Bewegung ist tot, doch die Idee von einem jungen Widerstand gegen „die Finanz-Elite“ lebt fort. Sie zeigt sich auch in den Online-Foren wie Wallstreetbets auf Reddit, wo junge Kleinanleger erst kürzlich versuchten, mit einer Kursrallye der GameStop-Aktie zwei große Hedgefonds zu Fall zu bringen. Vielleicht ist das die Lehre, die „die 99 Prozent“ aus dem Scheitern von Occupy Wall Street gezogen haben: „If you can’t beat them, join them“.

Daily-Highlights: Sie möchten mehr von unseren Dailys? Dann lesen Sie hier die Unternehmensgeschichte der Ford Bank nach oder erfahren Sie hier mehr über das Geld und die Sache mit der Wahrheit.

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