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Krypto-Assets – Die Zukunft im Portfolio oder reine Spekulation?

Krypto ist mehr als ein Trendthema und wird für Anleger immer relevanter. Wie krisenfest die Krypto-Assets sind und was es hierbei zu beachten gilt, beurteilt Stefan Saile von der Sparkasse Pforzheim Calw im Marktkommentar.

Von Stefan Saile - 19. Mai 2022
Krypto-Assets – Die Zukunft im Portfolio oder reine Spekulation?

Foto: iStock.com/gremlin

Es sind die Zeiten von Null- oder Negativzinsen und einer inflationsbedingt möglicherweise langanhaltenden Phase negativer Realzinsen. Hier sind neue Anlagealternativen gefragt. In diesem Kontext fasziniert und polarisiert keine Anlageklasse so sehr wie die der „Krypto-Assets“ beziehungsweise „Kryptowährungen“ – digitale Aktiva, abgespeichert auf einer Blockchain.

So fragen sich viele Anleger, ob sie Krypto-Assets in ihr Anlageportfolio aufnehmen sollen, und falls ja, mit welchem Anlageinstrument, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang.

Kaum Differenzierung am Markt

Die vorhandene Affinität der Anleger zu Krypto-Assets überrascht – besonders im Hinblick auf die mühsame Etablierung der deutschen Aktienkultur in den letzten Jahren. Ergebnisse der Marktforschung und das konkrete Nachfrageverhalten sprechen dafür, dass sich Banken positionieren sollten, um ihren Kunden Anlagelösungen bieten zu können.

Am Markt werden derzeit über 18.000 Kryptowährungen notiert. Je nach Stichtag der Betrachtung liegt die Marktkapitalisierung bei rund zwei Billionen US-Dollar und entspricht damit in etwa dem Börsenwert aller DAX-Unternehmen. Trotz einer in den letzten Jahren breiteren Verteilung macht Bitcoin hierbei noch immer rund 40 Prozent aus.

Die Krypto-Assets haben sehr unterschiedliche technologische Spezifika und Funktionen, dennoch differenziert der Kapitalmarkt kaum zwischen diesen Assets. De facto korreliert die Wertentwicklung aller Krypto-Assets weiterhin stark mit dem Platzhirsch Bitcoin. Daher macht ein aktives Management im Sinne eines „Token-Picking“ nur für Anleger mit hohem Fachwissen zum Thema Blockchain Sinn.

Kursentwicklung losgelöst von Inflation

Aufgrund der relativ kurzen Historie von Kryptowährungen ist eine Betrachtung dieser Asset-Klasse während eines vollen Wirtschaftszyklus oder einer Phase mit hohem Inflationsdruck beziehungsweise Zinsschocks (noch) nicht möglich.

Zwar mögen Anleger aus Venezuela, der Türkei oder jüngst Russland – Ländern mit extrem hoher Inflationsrate und volatilen Währungen – ihr Heil in Bitcoin suchen. Für die westlichen Industrieländer kann man jedoch festhalten, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Inflationsentwicklung und der Kursentwicklung von Bitcoin gibt. Hierfür spricht auch, dass die Preise aller Krypto-Assets trotz steigender Inflationsraten in den USA und Europa unter Druck geraten sind.

Kryptowährungen werden gerade von der jüngeren Generation häufig als „digitales Gold“ bezeichnet und Parallelen zu dem jahrtausendealten Wertspeicher gezogen. Die auf 21 Millionen begrenzte Stückzahl von Bitcoin wird hierzu als Argument gebraucht. Namhafte Ökonomen halten diese These für falsch, da den Kryptowährungen im Gegensatz zu Gold ein originärer Nutzen fehlt.

Als Lackmustest im Hinblick auf einen möglichen Status als sicherer Hafen dienen die Kursverläufe von Bitcoin und Gold seit der Invasion Russlands in der Ukraine. Die bisherige Marktreaktion – der Goldpreis konnte profitieren, während Bitcoin verloren hat – zeigt, dass Kryptowährungen vom Markt (noch) nicht als sicherer Hafen angesehen werden.

Sind Krypto-Assets krisenfest?

Besonders bei einem gemischten Anlageportfolio stellt sich die Frage, ob Krypto-Assets einen positiven Einfluss auf die Portfoliodiversifikation haben. Studienergebnisse hierzu hängen vom Zeitpunkt und damit von der Marktphase ab. Mögen Krypto-Assets einst bei der Diversifikation in einem Portfolio eine Rolle gespielt haben, so hat sich dies zwischenzeitlich geändert.

Die gängigen Kryptowährungen stehen heute in enger Korrelation zu den Aktienmärkten. Vor allem mit technologielastigen Indizes wie dem NASDAQ 100 weisen Kryptowährungen in Krisenphasen einen steigenden Gleichlauf auf.

Die jüngsten von hoher Volatilität geprägten Perioden wie im März 2020 (Corona), Januar 2022 (Zinsängste USA) und Februar 2022 (Beginn Ukraine-Krieg) haben gezeigt, dass Krypto-Assets bei Marktverwerfungen weder als Inflationsschutz, „Digitales Gold“, Diversifikationsinstrument noch als ein sicherer Hafen für Investoren dienen.

Krypto-Assets bieten Renditechancen weit oberhalb der Performanceerwartung traditioneller Anlageklassen, insofern können sie als eine Art Call-Option auf den Tech-Sektor interpretiert werden.

Seit der Emission der Kryptowährung Bitcoin hat sich ihr Wert mehrfach verdoppelt. Gleichzeitig musste Bitcoin allein 2021 mehrere Kursrückgänge von je 50 Prozent hinnehmen. Während sich andere Anlageklassen wie Aktien fundamental bewerten lassen, fällt es schwer, den „fairen“ intrinsischen Wert der Krypto-Assets auszumachen.

Anfang einer neuen Generation

Der Ausbau des Anlageuniversums an investierbaren Instrumenten wie Fonds, ETCs und Zertifikaten nimmt seitens der Anbieter rasant zu. Im Hinblick auf das zu wählende Anlagevehikel bieten sich neben Investments in Kryptowährungen Basket- oder Fondslösungen an, welche die komplette Wertschöpfungskette der Blockchain-Technologie abdecken.

Je nach Selbstverständnis in der Beratungsphilosophie gilt es, die Angebotspalette entsprechend zu positionieren. Wer wie eine Sparkasse Wert darauf legt, dass Berater die von ihnen aktiv angebotenen Produkte umfassend kennen und beurteilen können und diese in ihren Wirkungen, Chancen und Risiken allen Kunden verständlich vermitteln können, sollte sich aktuell (noch) aufgrund der Komplexität und dem spekulativen Charakter der Anlage auf die Zurverfügungstellung einer beratungsfreien Produktpalette beschränken.

Konkrete Aussagen über die künftige (Wert-)Entwicklung der Krypto-Assets sind eher spekulativ. Generell lässt sich festhalten, dass wir am Anfang einer neuen Generation von digitalen Finanzdienstleistungen stehen. Diese haben trotz zunehmender regulatorischer Beschränkungen und Umweltbedenken (Energieverbrauch beim Mining) das Potenzial, den Markt nachhaltig zu verändern.

Schon aus professionellem Interesse und zur Sicherung des eigenen Geschäftsbetriebes lohnt es sich, die weitere Entwicklung eng zu begleiten.

Tipps: Sie möchten gerne weitere Marktkommentare lesen? Dann erhalten Sie hier eine geldpolitische Prognose für 2022 oder erfahren Sie hier, wieso ESG allein nicht vor Marktrisiken schützt.

Stefan Saile

Sparkasse Pforzheim Calw

Stefan Saile ist Bereichsdirektor Private Banking in der Sparkasse Pforzheim Calw. Er ist im Hause auch verantwortlich für das Vermögensanlagegeschäft.

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