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Gleichheit erst in 100 Jahren? Der Gender Pay Gap

Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit – so sollte es sein. Nach wie vor ist es aber so, dass Männer in den überwiegenden Fällen besser bezahlt werden als ihre Kolleginnen. In der Finanzbranche ist die sogenannte unbereinigte Entgeltlücke besonders hoch. Die Zahlen zeigen, wieso dringender Handlungsbedarf besteht.

Von Laura Kracht - 27. Januar 2020
Grafik Gender Gap und Gender Pay Gap

Foto: istock.com/Feodora Chiosea

Bei der Gleichstellung von Frauen und Männern gibt es nach wie vor Nachholbedarf.

Das Thema Gender ist oben auf der Agenda: Sowohl international als auch in Deutschland wird viel für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern getan. 1985 wurde zum Beispiel das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau von der Bundesregierung anerkannt. Es wird international unter dem Kürzel CEDAW für Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women geführt.

Mit der Unterzeichnung sprach sich die Regierung öffentlich gegen Diskriminierung in allen Lebensbereichen aus – also auch beim Gehalt. Ebenso verpflichtete sie sich damit zu einer Vielzahl von Maßnahmen, die rechtliche und die tatsächliche Gleichstellung von Frauen umzusetzen.

Auch von der Europäischen Union wurden verschiedene Gleichstellungsmaßnahmen und Richtlinien durchgesetzt. Mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) erhielten sie Einzug ins deutsche Recht. Das AGG soll Benachteiligungen aller Art verhindern. Ebenso wurde die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ins Leben gerufen, um die Realisierung des Gleichbehandlungsgesetzes sicherzustellen. Außerdem setzen sich verschiedene Frauennetzwerke für die Wertschätzung des weiblichen Teils der Gesellschaft ein.

Global Gender Gap Report: Es gibt noch viel zu tun

Also eigentlich halb so schlimm, oder? Doch greifen noch längst nicht alle Schritte auch in der Praxis. Ersichtlich wird das im „Global Gender Gap Report“ (GGGR), den das Davoser Weltwirtschaftsforum seit 2006 veröffentlicht. Ziel des Reports ist es, die Vielzahl an geschlechtsspezifischen Ungleichheiten festzuhalten und ihre Entwicklung zu verfolgen.

Deutlich werden die Unterschiede im Global Gender Gap Index. Er misst das Ausmaß der geschlechtsbedingten Lücken anhand von vier zentralen Dimensionen: Economic Participation and Opportunity, Educational Attainment, Health and Survival sowie Political Empowerment. Für jedes Land wird ein Wert von 0 bis 1 ermittelt, wobei 0 vollkommene Ungleichheit und 1 vollkommene Gleichheit zwischen den Geschlechtern bedeutet.

Im GGGR 2020 wurden über 150 Länder bewertet. Der Bericht offenbart die ernüchternde Realität: „Projecting current trends into the future, the overall global gender gap will close in 99.5 years, on average, across the 107 countries covered continuously since the first edition of the report.” Also können wir in erst in 100 Jahren von Gleichberechtigung auf der Welt sprechen – vorausgesetzt die Entwicklung bleibt stabil.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Seit 2006 ist die Lücke stetig kleiner geworden und Westeuropa verzeichnet im kontinentalen Vergleich die besten Werte. Hier würde es „nur“ 54 Jahre dauern. Deutschland liegt mit einem Wert von 0.787 auf Rang 10. Spitzenreiter ist zum elften Mal in Folge Island.

Insgesamt gilt es weltweit einen durchschnittlichen Gender Gap von gut 30 Prozent zu schließen. Es gibt also noch viel zu tun. So betont Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums, die wachsende Dringlichkeit zum Handeln.

Gleichstellung in allen Bereichen? Der Gender Pay Gap

Großer Handlungsbedarf besteht nach wie vor in puncto Gehalt. Die Differenz bei den Einkommen von Männern und Frauen gibt der Gender Pay Gap beziehungsweise die Entgeltlücke an. Dieser Gap definiert laut Europäischer Kommission die relative Differenz in den Durchschnittsgehältern von Frauen und Männern.

Unterschieden wird zwischen bereinigtem und unbereinigtem Gender Pay Gap. Um den unbereinigten Gender Pay Gap zu ermitteln, müssen die absoluten Bruttostundenverdienste ins Verhältnis zueinander gesetzt werden. Hier werden bewusst die ursächlichen Faktoren für den Gender Pay Gap außer Acht gelassen. Die Bruttostundenverdienste aller Beschäftigten einer Gruppe, etwa innerhalb einer Branche, werden festgestellt und daraus mit einer festgelegten Formel der Gender Pay Gap errechnet.

Im Gegensatz dazu werden im bereinigten Gender Pay Gap, der ebenfalls auf Basis der vierjährlichen Verdienststrukturerhebung erhoben wird, alle Faktoren des Gehaltsunterschieds herausgerechnet, die durch strukturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtergruppen erklärbar sind. Dazu zählen Abweichungen beim Beruf, der beruflichen Vorerfahrung, dem Arbeitsumfang, dem Bildungsniveau oder der Quote von Frauen in Führungspositionen.

„Der Gender Pay Gap liegt in Deutschland bei 21 Prozent, der Rentenunterschied liegt in Folge davon bei 53 Prozent. Das ist inakzeptabel und muss geändert werden. Frauen haben mehr verdient“, betont ein Sprecher des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Und weiter: „Um mehr Gleichberechtigung zu erreichen, brauchen wir einen umfassenden Wandel in der Gesellschaft, darum setzen wir auf allen Ebenen an. Das beginnt bei der klischeefreien Berufswahl und geht bis zur Besetzung von Führungspositionen in der Wirtschaft.“

Die Finanzbranche – Eine Männerdomäne?

Es gibt zum Teil große Unterschiede im regionalen oder im branchenspezifischen Vergleich. Bei den Bundesländern schneiden Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit 16,6 beziehungsweise 16,4 Prozent beim Gender Pay Gap am besten ab. Dies geht aus dem Gehaltsatlas 2019 von gehalt.de hervor. Eine Branche, die in verschiedenen Gehaltsstudien nicht gut wegkommt, ist die Finanzbranche – und das obwohl hier die Gehälter hoch sind.

Laut Xing-Gehaltsstudie 2019 verdienen Frauen im Bereich „Finanzen, Rechnungswesen und Controlling“ rund 25.000 Euro weniger als die Männer. Das ist im Branchenvergleich beim Faktor „Ungleichheit“ Platz drei. Im Stepstone-Gehaltsreport 2019 belegt der Sektor „Finanzen, Versicherungen und Banking“ sogar den zweiten Rang bei der Ungleichheit. Laut dieser Studie verdienen Frauen im Durchschnitt 16.000 Euro weniger im Jahr als ihre männlichen Kollegen.

Liegt das nur daran, dass sich am Ende doch keine „klischeefreie Berufswahl“ durchgesetzt hat und nur wenig Frauen bis in die Spitzenpositionen bei Banken vordringen? Oder müsste man bei diesem Problem nicht eigentlich viel tiefer ansetzen?

Lesen Sie jetzt den zweiten Teil des Artikels: Gender Pay Gap: Wie sich für Frauen im Finanzsektor etwas ändern kann„.

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