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Strafzinsen: Das erwartet Banken und Sparkassen

Die Kosten durch den Negativzins sind für deutsche Kreditinstitute dank des höherem Freibetrags gesunken. Trotzdem geben Banken und Sparkassen den Negativzins weiterhin an ihre Kunden weiter. Was können Kunden also tun?

Von Redaktion - 24. November 2020

Seit 2014 gibt es den Negativzins für Einlagen bei der EZB. Allerdings ist er in den letzten Jahren um ein Vielfaches gestiegen, von ehemals -0,20 % auf 0,50 % (ab November 2019). Das bedeutet für Kreditinstitute höhere Zahlungen, wenn zu viel Reserve auf den eigenen Konten liegt. Allerdings nicht ganz, denn die Kosten für die Kreditinstitute in Deutschland sind dank des höheren Freibetrages gesunken. Trotzdem geben Banken und Sparkassen den Negativzins an ihre Kunden weiter und das kommt nicht immer gut an.

Negativer Einlagenzins rauf und erhöhter Freibetrag: Das zahlen Banken und Sparkassen wirklich

Der negative Einlagenzins betrug 2014 noch -0,20 % und ging in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben. 2016 waren es schon -0,30 bzw. 0,40 %, ab September 2019 legte die EZB einen Negativzins von -0,50 % fest. Seitdem zahlen Banken und Kreditinstitute theoretisch deutlich mehr für die Einlagen, allerdings nur in der Theorie.

Zunächst galt der ungestaffelte Zinssatz, der eine deutlich höhere Belastung mit sich brachte. Seit September 2019 gibt es den angepassten Freibetrag, der zu einer geringeren Belastung der Kreditinstitute führen kann. Der Freibetrag umfasst die 6-fache Mindestreserve und führt damit trotz Erhöhung des Negativzinses zu einer gänzlich anderen Berechnungsgrundlage.

Das bedeutet der Negativzins für Kunden

Die erhobenen Negativzinsen geben die Banken und Sparkassen an ihre Kunden weiter, mit teilweise dramatischen Folgen. Bislang beteiligen sich über 20 Banken und Sparkassen und kassieren die Strafzinsen. Was bedeutet das für die Sparer? Eine Übersicht von Banken und Sparkassen mit Strafzinsen zeigt deutlich, dass die Freibeträge bei den Kreditinstituten deutlich variieren. Häufig liegt der Freibetrag bei 100.000 €, allerdings kann es auch deutlich mehr sein, wie die Volksbank Freiburg mit 750.000 € und Strafzinsen von 0,40 % zeigt. Es gibt allerdings auch schon Beispiele, bei denen der Freibetrag auf 10.000 € gesenkt wurde. Unterschiedlich sind nicht nur die Freibeträge, sondern auch die Zinsbelastung für die Kunden. Deshalb ist genaues Hinschauen empfehlenswert, um nicht zu viel zu bezahlen. Wer sparen will, sollte sogar den Bankenwechsel in Erwägung ziehen.

EZB erhöht Negativzinsen für Banken und Sparkassen – mit Folgen für die Sparer.

Tipp: Auf das Kleingedruckte achten, denn der Negativzins wird oftmals verschwiegen

Wer einen Bankenwechsel in Betracht zieht, sollte immer auf das Kleingedruckte achten. In der Praxis zeigt sich, dass viele Kreditinstitute das sogenannte Verwahrentgelt für Girokonto-Kunden nicht laut Zahlungskontengesetz (ZKG) ausweisen. Aus Verbraucherschützer-Sicht vielleicht fragwürdig, jedoch rein rechtlich ist das noch nicht einmal verwerflich, denn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gibt dazu eine Vorgabe im Sinne der Kreditinstitute. Dort heißt es:

„Ein Verwahrentgelt ist nicht Bestandteil des Bafin-Musters für die Entgeltinformation“, heißt es etwa vom Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). Und auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) konstatiert: „Welche Preise in die Entgeltinformation aufzunehmen sind, ist nach europäischen Vorgaben streng reglementiert.“

Deshalb sollten Bankkunden direkt nachfragen und sich Auskunft über mögliche Negativzinsen geben lassen.

Negativzins hat auch einen Vorteil: Der Wettbewerb wächst

Die Strafzinsen haben auch einen Vorteil, denn durch sie wird der Wettbewerb erhöht. Die Banken müssen effizienter wirtschaften und die Kunden gleichzeitig mit attraktiven Konditionen anlocken. Zu hohe Strafzinszahlungen oder eine zu geringe Freibetragshöhe sind natürlich abschreckend und führen dazu, dass Kunden über den Kontowechsel nachdenken.

In der Praxis zeigt sich außerdem, dass die Filialbanken vor allem mit vergleichsweise günstigen Strafzinsen und niedrigen Freibeträgen Kunden hofieren wollen, da sie ohnehin durch die hohe Konkurrenz der Direktbanken bei Finanzierungen und anderen Spar- und Anlagegeschäften in den letzten Jahren deutlich unter Druck geraten sind. Vor allem für solvente Sparer ist deshalb der Vergleich der Angebote vor Ort und der Direktbanken besonders empfehlenswert, denn comdirect hat beispielsweise als einer der Direktbanken-Marktführer einen Freibetrag von 250.000 €, während einige Sparkassen einen Freibetrag von 500.000 € und mehr bei niedriger Zinsbelastung für Sparer bieten.

Negativzinsen umgehen: Mit diesen Tipps sparen Sie

Wer sein Sparguthaben sichern möchte, kann das auf unterschiedliche Weise tun. Zunächst gilt es, die Bank oder Sparkasse zu finden, die den höchsten Freibetrag zur Verfügung stellt. Wer beispielsweise ein Sparguthaben von über 250.000 € besitzt, wird es deutlich schwerer haben, ein Kreditinstitut mit einem Freibetrag in dieser Höhe und moderaten Negativzinsen zu finden. Trotzdem gibt es einige Banken, die tatsächlich über 250.000 € Freibetrag bieten.

1. Tipp: Aufteilung des Sparbetrags

Gemessen an den Strafzinsen, die teilweise bis zu 0,50 % betragen, kann es sich lohnen, über eine Aufteilung des Sparguthabens auf mehrere Konten bei verschiedenen Kreditinstituten nachzudenken. Sinnvoll kann es auch sein, dass Sparguthaben vielleicht bereits vorzeitig an Kinder/Enkel auszuschütten und so ebenfalls eine Verteilung zu realisieren.

2. Tipp: Sparguthaben in andere Vermögenswerte investieren

Eine weitere Option, um den Strafzinsen zu entgehen, können Anlage und Investment in Derivate oder andere Vermögenswerte sein. Wer das Sparguthaben nicht auf seinem Konto hat, sondern es beispielsweise in Wertpapiere oder Immobilien investiert, spart sich nicht nur die Negativzinsen, sondern kann bestenfalls auch von einer attraktiven Zinsentwicklung und Abschreibemöglichkeiten (bei Immobilien) profitieren. Allerdings sollte das Investment/die Anlage stets zur eigenen Strategie passen. Wichtig beim strategischen Vorgehen sind die eigene Risikobereitschaft, die Kenntnis über die Derivate bzw. Investmentmöglichkeiten sowie der Anlagehorizont.

Wer das Sparguthaben beispielsweise mit möglichst wenig Risiko anlegen möchte, sollte in Fonds oder konservative Aktien investieren, die sich durch ihre zuverlässige Dividendenzahlung bewährt haben.

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