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Wie sicher ist die Zukunft digitaler Assets?

Schon seit Jahren werden strategische Agenden von gewissen Buzzwords geprägt. Im Bereich der digitalen Transformation stellen sich besonders digitale Assets als solch ein Buzzword dar. Sascha Dölker von der dwpbank über die Faszination und Greifbarkeit sowie zukünftige Relevanz digitaler Vermögenswerte im Finanzwesen.

Von Sascha Dölker - 04. Oktober 2022
Wie sicher ist die Zukunft digitaler Assets?

Foto: iStock.com/MarsYu

In den vergangenen Jahren wurde dem Finanzmarkt mit Schlagworten wie Blockchain, Krypto und Bitcoin neue Aufmerksamkeit zuteil. Nicht zuletzt in den Medien wurden die Themen aufgeheizt, mit Twitter als Plattform des Austausches über Anlagepräferenzen. Kurzum: Krypto wird zum Symbol digitaler Assets. Der Hype scheint unaufhaltsam.

Doch wenn es um die zukünftige Relevanz von digitalen Assets geht, klaffen die Meinungen auseinander. Von „radikaler Disruption durch die Dezentrale Finanzwirtschaft (DeFi)“ bis hin zu einem „Verblassen wegen fehlender Anwendungsmöglichkeiten oder von Beginn an nicht tragfähigen Geschäftsmodellen“ sind Stimmen zu hören.

Verlorene Goldgräber-Stimmung

In seiner Außenwirkung hielten sich der Glaube an das Potenzial von Technologie (wie etwa Blockchain) und Produkten (wie dem Bitcoin) und die Furcht vor Disruption über das letzte Jahrzehnt ungefähr die Waage. Rückblickend gab es allerdings nur wenige Erfolgsgeschichten, bei denen das Vertrauen der breiten Bevölkerung nicht kostspieligen Beratungsprojekten oder exorbitanten Risikowetten zum Opfer fiel.

Es ist demnach kaum verwunderlich, dass aktuell nur wenige in der Finanzbranche digitalen Assets künftig eine Schlüsselfunktion zuschreiben. Ebenso wirken hier die hohe Belastung von Instituten mit Change-Projekten, steigende Regulationsanforderungen, aber auch der Mangel an passenden Geschäftsmodellen nicht unbedingt förderlich auf eine verstärkte Integration digitaler Vermögenswerte.

Chancen neuer Technologie verkannt

Blickt man aber zurück auf andere Technologien, ergibt sich ein Muster. Oftmals fehlte es an Akzeptanz für Neuerungen, weil ein Konkurrenzverhältnis zu etablierten Strukturen bestand. Ein Wechsel ist aus Sicht des Kunden stets mit Aufwand verbunden. Mobile Banking ist hier ein anschauliches Beispiel. Nach jahrelanger Ablehnung bewährt sich Mobile Banking zunehmend als der zentrale Kanal im Wettbewerb des digitalen Zeitalters.

Der Erfolg ist tief in den Unternehmersinn eingedrungen und so bauen heute zahlreiche Geschäftsmodelle auf diesem Kanal auf.
Ein Verlauf wie dieser – von anfänglicher Ablehnung zum späteren Konsens – ist branchenübergreifend und unterstreicht die Stimulationskraft der digitalen Transformation. Das Wertpapiergeschäft stellt hierbei auch keine Ausnahme dar.

Die Geburtsstunde des Internets wurde im Jahr 1969 (Arpanet) eingeläutet, das Konzept der Künstlichen Intelligenz sogar bereits im Jahr 1956 (John McCarthy) erstmalig vorgestellt. Was damals allerdings beiden Technologien zum Durchbruch fehlte: die technologischen Rahmenbedingungen. Diese dienen nun der konkreten Entfaltung digitaler Assets.

Eine Technologie oder ein neues Konzept benötigt einen angepassten Kontext, um Anklang zu finden und sich etablieren zu können. Unter dieser Voraussetzung ist es auch Künstlicher Intelligenz gelungen, etwa die Vernetzung und damit auch die Datenverfügbarkeit auf eine neue Stufe zu heben.

Die Digitalisierung von Daten, deren Zugänglichkeit für Algorithmen und die stetig wachsende Menge an Datenpunkten – all diese Entwicklungsschritte waren notwendige Voraussetzung für die Kompatibilität mit der heutigen, technisierten Zeit und der tatsächlichen Anwendungsmöglichkeit des KI-Konzeptes der 50er-Jahre.

Adaption in der breiten Masse

Digitale Assets schlagen Wurzeln. Die zunehmende Annäherung von Technologie mit dem Wunsch nach mehr Effizienz durch Automatisierung und einem klaren Regulierungsrahmen – etwa dem elektronischen Wertpapiergesetz oder der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) – beschleunigt ihre finale Adaption in der breiten Masse. Die Weiterentwicklung der technologischen Transformation wird eine digitale Infrastruktur auch in Zukunft begünstigen.

Auf dem Weg dorthin ist jeder einzelne Schritt von essenzieller Bedeutung, ermöglicht jeder doch neue Sichtweisen auf Business sowie Use Cases für digitale Assets. Chancen, neue Angebote zu schaffen und technische oder regulatorische Herausforderungen bleiben dabei ebenso ständige Wegbegleiter wie die Skepsis vor Veränderung.

Tipp: Interessieren Sie sich für andere spannende Beiträge zum Thema Asset Management? Dann lesen Sie hier unsere letzten Beiträge „Die Zeitenwende im Asset Management und ihre Folgen“ oder „Krypto-Assets – Die Zukunft im Portfolio oder reine Spekulation?„.

Sascha Dölker

Deutsche WertpapierService Bank AG

Sascha Dölker ist Leiter des Digitalisierungsmanagements in der Deutsche WertpapierService Bank AG (dwpbank).

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