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The Day after Disruption

Disruption ist das Wort der Stunde im Bankgewerbe. Jeder spricht von der Zerreißprobe, der sich die gesamte Branche stellen muss. Alte Konzernstrukturen müssen aufgebrochen und für den digitalen Wandel vorbereitet werden. Das Vertrauen suchen Kunden allerdings immer noch im menschlichen Gegenüber. Doch was bedeutet Disruption letztendlich wirklich für die Branche?

Von Jochen Werne - 01. Dezember 2015

Mit der Disruption verhält es sich wie mit allen inflationär verwendeten Begriffen: Jeder benutzt sie, aber kaum jemand weiß, was sie genau bezeichnen. Besonders im Bankenumfeld hat sich Disruption zum Modewort für den Wandel der Branche beziehungsweise den Zerfall alter Strukturen entwickelt. Einen Beitrag dazu leisteten die innovationsgetriebenen Fintechs, die provokativ ihre disruptive Macht zelebrieren, also ihr Potenzial, einen Umbruch im klassischen Bankensystem zu bewirken.

Die Frage ist: Befinden wir uns wirklich im Prozess des disruptiven Wandels? Ist das Geschäftsmodell dieser Branche in seiner aktuellen Form tatsächlich dem Untergang geweiht? Was bedeutet Disruption für ein Gewerbe mit über 500-jähriger Tradition, und warum verbreitet sich keine Panik in der Branche?
Für Banken ist es heute nicht das Internet, das die disruptive Kraft darstellt. Der technologische Fortschritt ist am ehesten mit der Erfindung des Motorwagens vergleichbar. Dieser wurde erst 23 Jahre nach der Jungfernfahrt des ersten Benz im Jahre 1886 zum disruptiven Element für die Pferdefuhrwerke – durch die Fließbandfertigung des Modell T von Ford.
Die Disruption findet nicht statt, weil die Technologien selbst die Banken bedrohen. Die Disruption findet statt, weil der Kunde sein Verhalten grundlegend verändert hat. Er ist nicht mehr bereit, für klassische Bankdienstleistungen den Preis zu bezahlen und weicht bei margenträchtigen Geschäften auf andere flexible Anbieter aus, die das neue Kundenverhalten verstehen. Disruption ist ein schleichender Prozess, der unbarmherzig bei allen zuschlägt, die nicht vorbereitet sind. Also gilt es die Frage zu stellen, wie man sich für den Tag danach aufstellen will.

Sich ändern – oder aufgeben

Eine hohe Anpassungsfähigkeit mit schnellen Reaktionszeiten und die Reflexion des zugrundeliegenden Geschäftsmodells waren so von Banken nie vorgesehen. Dabei ist es nur logisch, dass klassische Dienstleistungen nicht mehr nachgefragt werden, wenn der Kunde diese anderweitig bequemer und günstiger erhält. Hinzu kommt das Negativzinsumfeld, in dem Zinsen für Kunden auf ihre kurzfristigen Einlagen ein Marketinginstrument und für die Banken nicht mehr refinanzierbar sind. Auch bei Transaktionen, mit denen Banken früher Geld verdienten, ist heute kaum mehr Marge zu erzielen. Der Kunde will vieles gratis und möglichst einfach, und irgendwo bekommt er es auch. Was ist die Alternative für die Bankwelt? Sich ändern – oder aufgeben!
Banking ist heute massiv technologiegetrieben. Keine moderne Bank kommt zukünftig ohne vollständig digitalisierte Prozesse oder spezielle digitale Services aus. Jede Bank muss sich neu fragen, was das Leben ihrer Kunden einfacher gestaltet. Eine unglaubliche Herausforderung für alte Konzernstrukturen, bei der sich schließlich die Frage stellt: Wo entsteht die Marge?

Der Faktor Mensch zählt mehr denn je

So notwendig sie ist: Technologische Innovation allein ist nicht alles. Denn sie hat das menschliche Bedürfnis nach sozialen Kontakten, nach Vertrauen und Orientierung nicht gemindert. Gerade eine moderne Bank kommt neben allen technologischen Finessen nicht ohne den persönlichen Kontakt aus, ohne eine echte Vertrauensperson, die die individuelle finanzielle Situation des Kunden im Ganzen betrachtet. Es geht um ehrliche, faire und verständliche Beratung. Der Kunde benötigt jemanden, der ihm professionell zur Seite steht, egal, ob es um Geldanlage, Altersvorsorge oder Versicherungen geht. Wie sehr diese Beratung auch in Zeiten des aufgeklärten Kunden vonnöten ist, lässt sich immer wieder in jenen Phasen beobachten, in denen die Kapitalmärkte volatil sind und Krisen die Börse in die Knie zwingen. Gerade dann handelt ein Großteil der Privatanleger wie jeher irrational und desinvestiert, statt zu investieren. Behavioral Finance ist hier das große Thema. Der Anleger ist des Anlegers größter Feind.
Ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells der Banken in Zukunft wird sein, dass sie zum „Knowledge Distributor“ werden, wie Francisco Gonzáles, CEO der BBVA postuliert, und das in Form einer individualisierten, vertrauenswürdigen Beratungsleistung. Für die bezahlen Kunden übrigens auch gerne, wenn sie den Mehrwert erkennen, den sie dadurch erhalten.

Bildnachweis: fountain_of_useless_info via istockphoto.de

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