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Über die Rückkehr zur Strategie

Im Jahr 1870 wurde die Deutsche Bank in Berlin gegründet, um Unternehmen den internationalen Handel zu ermöglichen – und dann kamen die Investmentbanker.

Von Thorsten Hahn - 29. März 2017
Deutsche Bank Strategie

Bildnachweis: iStock.com/Robert Herhold

Im Gründungsjahr gab es Zweifel, ob das damalige Führungsteam in der Lage sei, eine Bank zu führen, welche das Ziel verfolgt, internationale Geschäfte zu begleiten. Den Rest der bewegten und mitunter erfolgreichen Geschichte kennen Sie.

Ein stetiger Reputationsverlust

Unter den Vorstandssprechern Hermann Josef Abs und Alfred Herrhausen hatte die Deutsche Bank einen weltweit exzellenten Ruf und genoss in der Gesellschaft höchstes Ansehen. Ende der 90er Jahre wurde das Retailgeschäft in die Bank 24 ausgegliedert. Ein öffentliches Bekenntnis zu einer Art Zwei-Klassen-Kunden-Strategie und der erste Knick im Ansehen der Bank. Mit dem Erfolg des Investmentbankings und dem 25-Prozent-Renditeziel von Josef Ackermann setzte sich der stetige Reputationsverlust fort. In einem kritischen Zeugnis für Anshu Jain und Jürgen Fitschen könnte stehen: „Sie waren stets bemüht, nach einer Strategie für das Bankhaus zu suchen.“ Jetzt, 20 Monate nach Berufung in den Vorstand der Deutschen Bank, lässt sich John Cryan eine Neuausrichtung seiner Bank von den Aufsichtsgremien absegnen, die sich wieder wie eine Strategie anfühlt. Und er braucht eine Strategie, denn ohne könnte er die geplante Kapitalerhöhung nicht platzieren.

Eine neue Kultur etablieren

In einem Interview für das Handelsblatt, verkündet Cryan: „Wir haben eine völlig neue Kultur etabliert.“ Doch kann man Kultur wirklich etablieren? Auch unter Jain und Fitschen gab es den Würfel mit dem Wertekanon. Aus heutiger Sicht waren es jedoch nur leere Worthülsen.
In Zukunft will die Bank wieder Produkte für den Kunden entwickeln, die dieser auch versteht. Innovationen sollen dem Kunden zugutekommen, die Bank will wieder an der Seite der Unternehmen stehen. Sicherlich ein langer Weg. Aber in jedem Fall einer, den es sich lohnt zu gehen.

Ihr Thorsten Hahn

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