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Subprime-Krise – Entwarnung käme zu früh

Von Dr. Stefan Hirschmann - 13. April 2008

KÖLN, 11.4.2008. Nach den erheblichen Turbulenzen an den Finanzmärkten stellen sich viele Marktteilnehmer die Frage, ob das Schlimmste bereits überstanden ist. Doch eine Entwarnung käme zu früh. „Die Risiken sind immer noch erheblich, denn das Hauptproblem der Krise – fallende Immobilienpreise in den USA – besteht weiterhin“, meint Dr. Klaus Wiener, Geschäftsführer von Generali Investments Deutschland. Damit verbunden seien auch weitere Verluste auf strukturierte Kreditderivate. Zudem befinde sich die US-Konjunktur gerade erst am Anfang einer Rezession. Die Frage sei nur noch, wie stark und wie lange der Abschwung in den USA anhalten werde. „Zwei Faktoren sprechen für eine tiefe und lange US-Rezession: Die zu erwartende Einschränkung der Kreditvergabe durch Geschäftsbanken und die hohen Verluste aus Subprime-Engagements“, so Wiener. Mit der daraus resultierenden Einschränkung der Liquidität werde der US-Wirtschaft „der Schmierstoff entzogen, der das Wachstum in den letzten fünf Jahren so begünstigt hat“. Positiv sieht Wiener hingegen das beherzte Eingreifen der Politik in den USA: „Das aggressive Krisenmanagement der US-Wirtschaftspolitik dürfte auf mittlere Sicht zu einer Stabilisierung der Finanzmärkte beitragen.“ Dies spräche durchaus gegen eine lange Abschwungsphase, „eine Rezession verhindern werden die Maßnahmen der Fed und der Regierung jedoch nicht.“ Die Finanzwerte befinden sich somit weiterhin im Abwärtssog. „Die aktuelle Situation ist für die Banken weitaus schlimmer als der Zusammenbruch des LTCM Hedgefonds im Jahr 1998“, konstatiert Bert Flossbach von Flossbach & von Storch, einem unabhängigen Vermögensverwalter in Köln. Auslöser für die anhaltende Finanzmarktkrise sind nach Ansicht von Flossbach vor allem die aktuellen Anreizsysteme und die Finanzierungspraxis vieler Banken. „Die Provisionsmodelle belohnen die Risikofreudigkeit, ohne Misserfolge adäquat zu bestrafen. Wenn ein Händler mit riskanten Spekulationen viele Millionen für die Bank verdient, erhält er einen riesigen Bonus. Geht die Sache im nächsten Jahr schief, verliert er im schlimmsten Fall seinen Job und geht mit einer dicken Abfindung in der Hand zur nächsten Bank“, verdeutlicht Flossbach das Problem. Zugleich entwickeln die Banken immer komplexere und margenträchtigere Produkte, die als Folge immer risikoreicher werden. „Dieser hohe Anreiz, extreme Risiken einzugehen, fördert die Gier“, beobachtet der Vermögensexperte.

Neben den Banken ist auch der Gesetzgeber in der Pflicht
Der Gesetzgeber muss die Möglichkeiten für Banken, über den Hebel des Fremdkapitals die Eigenkapitalrendite zu verbessern, einschränken. Die gängige Praxis der Banken, Wertpapiere außerhalb der Bilanzen in spezielle Investmentgesellschaften zu verschieben, um somit teures Eigenkapital zu sparen, muss gesetzlich besser kontrolliert werden. „Ganz entscheidend wird zukünftig jedoch sein, ob die Banken weiterhin die bisherigen Risikomodelle zur Beurteilung ihrer Risiken einsetzen“, sagt Flossbach. Letztlich kann der Kreislauf von provisionshungrigen Kreditvermittlern, finanzierenden Banken, Kredite verbriefenden Investmentbanken und unkritischen Ratingagenturen nur durch ein konsequentes Eingreifen von allen Seiten durchbrochen werden. Für Flossbach bietet die Krise aber auch Chancen. Und die liegen nach Ansicht des Vermögensverwalters im Stockpicking auf den Aktienmärkten. Allerdings sollten Anleger weiterhin die Finger weg lassen von Finanzwerten. Ein zentrales Auswahlkriterium für Einzelwerte ist die Preissetzungsmacht des jeweiligen Unternehmens. Dabei sind solche Unternehmen interessant, die sich durch erstklassige Produkte und Marken und eine herausragende Wettbewerbsposition auszeichnen. Ein weiteres Selektionsmerkmal sind die hohen Dividendenrenditen. So finden sich in den USA und Europa Aktien erstklassiger Unternehmen mit einer Dividendenrendite von drei bis sechs Prozent. „Allerdings müssen Stockpicker einen sehr disziplinierten Bewertungsansatz verfolgen, um die geeigneten Werte auszuwählen“, warnt Flossbach.

Sachwerte schützen gegen die aufkommende Inflation
Die schwierigste Aufgabe für Anleger bleibt die Vermögensabsicherung gegen die wieder auflebende Inflation. Um den Verlust der Kaufkraft in den nächsten Jahren auszugleichen, bedarf es sicherer Anlageklassen mit zugleich attraktiven Chance/Risiko-Verhältnissen. Die Vermögensverwalter sehen hier im Bereich der Unternehmens- und Wandelanleihen gute Gelegenheiten. So rentiert beispielsweise eine Wandelanleihe des Immobilienkonzerns IVG derzeit mit 8,2 Prozent p.a. (Laufzeit bis März 2014); die österreichische Immofinanz liegt bei einer Laufzeit von vier Jahren sogar auf elf Prozent p.a. Als Krisengewinner und weiterhin im langfristigen Aufwärtstrend erweist sich die Anlage in Gold. Sie ist und bleibt ein unverzichtbarer Baustein in einem gut diversifizierten Portfolio. Daneben schützen aber auch klassische Immobilienwerte mit indexierten Mietverträgen gegen die Plage der Inflation.

Quelle: http://www.risiko-manager.com

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