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Kryptowährung als Zahlungsmittel: So können sich Verbraucher auf das digitale Geld vorbereiten

Geld muss schon lange nicht mehr physisch sein, digitales Geld ist aktuell auf dem Vormarsch. Wenn Kryptowährungen zum neuen Normal werden: Was bedeutet das für Verbraucher? Und was für Banken?

Von Sandra Welsch - 09. Juli 2021
Kryptowährung als Zahlingsmittel akzeptiert, Bitcoin

Foto: @ anncapicturees (CCO-Lizenz) / pixabay.com

Kryptowährungen galten lange Zeit als Gedankenexperiment mit dem Potenzial, den Finanzmarkt auf eine neue Stufe der Digitalisierung zu bringen. Der Grundgedanke konzentrierte sich dabei aber eher auf den Investment-Bereich. Erst sehr zögerlich entwickelte sich auch die konkrete Möglichkeit, Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu etablieren.

Inzwischen ist aus einzelnen Vorstößen ein durchaus beachtlicher Markt geworden, der die Kryptowährung als Zahlungsmittel auch für private Verbraucher interessant macht. Zwar werden Coins und Tokens traditionelle Zahlungsmittel auch langfristig nicht ersetzen können, als Alternative, insbesondere im E-Commerce, sind Bitcoin und Co. aber schon heute denkbar.

Bezahlen mit Kryptowährung immer stärker verbreitet

Dass Kryptowährungen für den Finanzmarkt der Zukunft mehr sein werden als ein reines Anlageobjekt, zeigt die stetig wachsende Zahl der Anbieter, die sie als alternatives Zahlungsmittel akzeptieren. Zu den noch jungen Akteuren in diesem Bereich gehören die Online Casinos. Auf dem boomenden Gaming-Markt bieten sie die Option an, in der Online Casino App Ein- und Auszahlungen per Kryptowährung zu tätigen. Welche Tokens unterstützt werden, hängt vom Anbieter ab. Auch die Gaming-Branche im Gesamten scheint besonders offen für zukunftsweisende Zahlungsmittel zu sein.

Auf der E-Sports-Plattform ReadyRaider ist die Kryptowährung inzwischen sogar zum Hauptzahlungsmittel für namhafte Spiele wie World of Warcraft (WoW) geworden. Weitere beliebte Titel wie League of Legends und Call of Duty sollen bald folgen. Die Integration der Kryptowährung in den Zahlungsprozess soll den Schutz sensibler Nutzerdaten garantieren. Um die neue Bezahlmethode möglichst schnell zu integrieren, hat die Plattform ReadyRaider neue Services wie Abonnements, die Teilnahme an Turnieren, Tipping oder den Erwerb von Ingame-Gegenständen an die Nutzung von Kryptowährung geknüpft.

Aber auch jenseits der Gaming-Branche findet Kryptowährung als Zahlungsmittel immer stärkere Beachtung. So akzeptiert Zahlungsdienstleister PayPal zum Beispiel in den USA bereits seit März Zahlungen mit Bitcoin, Ether, Bitcoin Cash und Litecoin. Kunden können eine digitale Paypal-Geldbörse (Wallet) nutzen und ihre Zahlungsein- und -ausgänge wie gewohnt darüber verwalten. „Zum ersten Mal können Kunden Kryptowährungen so nahtlos wie eine Kreditkarte oder eine Debitkarte mithilfe ihrer Paypal-Wallet verwenden“, gab Vorstandschef Dan Schulman bekannt. Noch im Laufe des Jahres soll die Zahlungsoption mit Kryptowährung bei allen 29 Millionen mit PayPal kooperierenden Händlern verfügbar sein.

Auch eBay hatte bereits im Mai angekündigt, auf der Suche nach alternativen Zahlungsmöglichkeiten auch Kryptowährungen prüfen zu wollen. Nachdem bereits Systeme wie Apple Pay und Google Pay auf der Plattform etabliert wurden, könnten die ersten Kryptowährungen der nächste Schritt sein. Experten vermuten, dass die Wahl zunächst auf Bitcoin fallen und später um weitere Kryptowährungen erweitert werden könnte.

Der Reiseanbieter Airbnb hat seine Plattform ebenfalls für die Zahlung mit Kryptowährungen geöffnet. In Kooperation mit der Bitcoin-Zahlungsapp Fold sollen Urlauber die verschiedenen Services rund um ihre Reise auch mit Tokens bezahlen können. Um das neue Zahlungsmittel zu etablieren, warb das Unternehmen bereits 2020 mit einer Ermäßigung und Wertgutscheinen für Kunden, die ihre Rechnung mit Bitcoin bezahlten.

Mit Burger King ist ein Gigant der Food-Branche bereits 2017 in die Zahlung mit Kryptowährung eingestiegen. Erst 2019 wurde die Option allerdings in mehreren deutschen Filialen des Franchiseunternehmens ausgebaut. Eine flächendeckende Umsetzung gibt es bislang allerdings noch nicht.

Die Liste der Anbieter, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel etablieren, wächst stetig und beinhaltet inzwischen auch viele Händler und Dienstleister, die den Einstieg in das Thema auch für Privatkunden interessant machen. Wer künftig an verschiedenen Stellen sicher mit Kryptowährung bezahlen möchte, sollte aber zunächst die technischen Voraussetzungen schaffen.

Technische Voraussetzungen für das neue Zahlungsmittel

Um mit Kryptowährungen handeln und bezahlen zu können, benötigen Verbraucher zunächst eine virtuelle Geldbörse, eine sogenannte Wallet. Hierüber werden die Tokens der Kryptowährung erworben und gehandelt. Auch Zahlungsvorgänge werden direkt über die Wallet durchgeführt. Für die individuelle Verwaltung der Kryptowährung stehen Nutzern so genannte „Hot Wallets“ und „Cold Wallets“ zur Verfügung:

 „‚Hot Wallets‘ basieren auf einer Software, sind mit dem Internet verbunden und existieren als Desktop-Version, App auf dem Smartphone oder als Konto bei einer Börse. Sogenannte ‚Cold Wallets‘ sind dagegen physische Speichermedien wie zum Beispiel spezielle USB-Sticks oder einfach ein Blatt Papier. Sie gelten als besonders sicher, da sie immer nur kurz oder gar nicht am eigenen Computer angeschlossen werden. Vorteile von ‚Hot Wallets‘ sind die schnelle Verwendung und Verfügbarkeit.“

https://www.tagesschau.de/

Um eine Wallet verwalten zu können, ist ein digitales Endgerät mit Internetanschluss erforderlich. Ein Computer oder Laptop ist ebenso geeignet wie Tablet Seriöse Anbieter für Wallets lassen sich mit wenigen Klicks im Internet ermitteln.

Jede Wallet ist mit einem privaten Schlüssel gesichert. Trotzdem sollte der verwendete Internetbrowser immer aktuell gehalten werden, um mögliche Sicherheitslücken zuverlässig schließen zu können.

So funktioniert die Zahlung mit der Kryptowährung

Wurde eine Wallet eingerichtet und mit dem gewünschten Budget an Bitcoins bestückt, kann die Zahlung bei einem Anbieter erfolgen, der Kryptowährungen akzeptiert. Sowohl der Käufer als auch der Verkäufer benötigen eine Wallet, über die die Transaktion abläuft. So läuft die Zahlung ab:

  • Schritt 1: Wallet eröffnen und einrichten

Der Kunde eröffnet eine Wallet und installiert den entsprechenden Client auf einem Endgerät. Anschließend lädt der Client die entsprechende Datenbank der kompletten Blockchain mit ihren Transaktionen herunter. Dort ist jeder Bitcoin einem Nutzer und seiner Walletadresse zugeordnet, die als Referenz für Transaktionen verwendet wird.

  • Schritt 2: Kryptowährung kaufen

Über die Wallet können Nutzer Kryptowährung aus der Blockchain erwerben. Dort sind die verfügbaren Tokens als „open source“, also öffentlich einsehbar, gespeichert. Die virtuellen Münzen können nicht nur als Ganzes, sondern auch in Anteilen erworben werden. Der Kurs für Bitcoin liegt derzeit ungefähr bei 10 Euro für 0,00025 Bitcoins.

Kryptowährungen können von Privatpersonen im Tausch gegen Bargeld gehandelt werden. Entsprechende Händler sind auf Übersichtsseiten der jeweiligen Kryptowährung gelistet. Auch ein Handel an der Börse ist möglich. Dort werden Tokens im Tausch gegen verschiedene internationale Währungen angeboten.

  • Schritt 3: Beim Bezahlvorgang Kryptowährung auswählen

Beim Bezahlvorgang wählt der Kunde als Zahlungsmittel die jeweilige Kryptowährung aus. Anschließend wird er dazu aufgefordert, den gewünschten Betrag und die Adresse des Empfängerwallets einzugeben. Der Client prüft anschließend, ob ein ausreichender Betrag an Kryptowährung in der Wallet vorhanden ist. Ist dies der Fall, wird die Zahlung an den Händler freigegeben und ist in der Regel innerhalb von zehn Minuten in seiner Wallet angekommen.

Manche Händler arbeiten auch mit Treuhänderfirmen wie BitPay zusammen. Diese nehmen die Kryptowährung des Käufers zu einem festen Wechselkurs entgegen und überweisen anschließend den Gegenwert in realem Geld gemäß dem Wechselkurs an den Verkäufer weiter.

Der große Vorteil von Kryptowährungen als Zahlungsmethode liegt in der Sicherheit und im Schutz von persönlichen Daten. Der Verbraucher gibt beim Bezahlvorgang keine sensiblen Daten an den Verkäufer weiter. Die Transaktion erfolgt über einen gesicherten Zahlenschlüssel, der mit der Wallet verknüpft ist.

Kryptowährung als Massenzahlungsmittel noch in der Kritik

Auch wenn Kryptowährungen als Zahlungsmittel immer breitere Akzeptanz finden, sehen Finanzexperten die Anwendung als Massenzahlungsmittel eher kritisch. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

In erster Linie dürfte sich die begrenzte Anzahl an Transaktionen pro Sekunde als problematisch erweisen. Die aktuellen Blockchains erlauben nur etwa 10 bis 15 Transaktionen pro Sekunde. Insbesondere eine Kooperation mit dem Zahlungsgiganten PayPal dürfte damit schnell an ihre Grenzen stoßen.

Außerdem sind Transaktionen mit Kryptowährungen derzeit noch mit vergleichsweise hohen Gebühren verbunden. Damit werden Zahlungen für Verbraucher teurer und weniger attraktiv.

Nicht zuletzt sorgen auch die enormen Schwankungen in der Kursentwicklung der Kryptowährungen dafür, dass die digitale Geldbörse noch keine echte Alternative zu anderen Zahlungsoptionen ist. Umfragen ergaben, dass Verbraucher der neuen Zahlungsmöglichkeit aus den genannten Gründen eher kritisch gegenüberstehen. Als Ersatz für bereits etablierte Zahlungsmittel dürfte die digitale Geldbörse mittelfristig also nicht in Frage kommen.

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