Bitte melden Sie sich an

Registrieren Sie Sich als Premium-Mitglied, um Vorträge herunterzuladen.

  • 100% Rabatt auf alle Club-Events und Kongresse
  • Download der Vortragsunterlagen aller Veranstaltungen
  • Zugriff auf Fotogalerie aller Veranstaltungen
Sie sind noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt:

Jetzt Mitglied werden
Sie sind bereits Mitglied oder waren Teilnehmer?

Bitte loggen Sie sich ein:

Jetzt einloggen
Jetzt Mitglied werden

Schöne Scheine: Neue Identifikationsfiguren für die Europäische Union?

Egal wie sehr man sich auch bemüht, ist nicht immer ist man bei überall und bei jedem beliebt. Und natürlich heißt schöner nicht zwingend beliebter, aber manchmal kann man seinen Look doch noch ein bisschen auffrischen. Dann klappt es vielleicht auch wieder bei den Bargeldmuffeln.  

Von Laura Kracht - 10. Dezember 2021
50-Euro-Scheine in einem Portmonee, Bargeld, neue Euro-Banknoten, EZB möchte Scheine umgestalten, Euro, Geld

Foto: istock.com/jarino47

Nach 20 Jahren wünscht man sich manchmal einfach einen Tapetenwechsel. Das scheint auch die Europäische Zentralbank (EZB) so zu sehen. Satt gesehen hat sie sich offenbar an ihren eigenen Banknoten. Die seit 2002 gültigen Euro-Scheine sollen einen neuen Look bekommen. The Look of Love? Vielleicht. Denn dieses Mal wird das Aussehen nicht „von oben“ vorgegeben, sondern soll „aus dem Volk“ heraus entschieden werden. Die Hoffnung: Mehr Identifikation. 

Aktuell zieren fiktive und fantastische Bauwerke in Form von Fenstern, Toren und Brücken die Banknoten. Damals eine bewusste Entscheidung. Man wollte keinen EU-Mitgliedsstaat mit der Auswahl von realen Gebäuden oder Wahrzeichen verärgern. Stattdessen entschied man sich für generische Architekturen, die jeweils symbolisch für eine europäische Kunstepoche stehen.  

Fiktiv oder real – schön anzusehen sind die Scheine. Zugegeben, vielleicht nicht mehr ganz so modern. Auch das letzte, dabei allerdings nur farbliche, Update hat daran offenbar nichts geändert. „Nach 20 Jahren ist es an der Zeit die Gestaltung unserer Banknoten unter die Lupe zu nehmen, und sie so zu gestalten, dass sich Europäerinnen und Europäer unabhängig von Alter oder Hintergrund besser mit ihnen identifizieren können“, sagt EZB-Präsidentin Christine Lagarde. 

Digital oder real: Eine Frage der Optik?

Die Umgestaltung hat also nicht nur optische Gründe. Es wirkt ein wenig so, als hege die Zentralbank die Hoffnung, die Beliebtheit des Bargelds durch die Modernisierung ein bisschen zu steigern. Deutlich wird dies auch an folgender Aussage von EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta: „Wir wollen Euro-Banknoten entwickeln, mit denen sich die Bürgerinnen und Bürger in Europa identifizieren können und die sie mit Stolz verwenden.“ Stimmt, aktuell verwenden viele Bürger das Bargeld nicht im Stolz – denn einige verwenden es gar nicht (mehr).  

Seit Jahren ist eine Abwärtsbewegung für das Bargeld erkennbar. Und seit Corona erst recht. In der Pandemie zahlt man eher kontaktlos und mit Karte als bar auf die Kralle. Laut Bundesbank-Studien sank der Anteil der Barzahlungen an sämtlichen Transaktionen an der Ladenkasse, in der Freizeit und bei anderen Zahlungsanlässen zwischen 2017 und 2020 um 14 Prozent.  

Ein weiteres wichtiges Stichwort kommt von der EZB selbst. Dazu noch einmal Panetta: „Der Prozess zur Neugestaltung der Euro-Banknoten verläuft parallel zu unserer Untersuchungsphase zum digitalen Euro. Mit beiden Projekten wollen wir unser Mandat erfüllen, den Europäerinnen und Europäern sicheres Geld bereitzustellen.“  

Wenn das digitale Zentralbankgeld dann kommt, sollen die Scheine in puncto Modernität nicht hintenüberfallen. Die Aussage der EZB: Schaut her, wir haben das Bargeld über die Diskussionen zum digitalen Euro nicht vergessen. Das reale Geld sei weiterhin relevant und die Nachfrage weiterhin groß. Dazu Lagarde: „Euro-Banknoten werden auch in Zukunft eine Rolle spielen. Sie sind ein greifbares und sichtbares Symbol für den Zusammenhalt in Europa, insbesondere in Krisenzeiten.“ 

Euro-Banknoten – Wie sieht’s aus?

Damit dieser Symbolcharakter respektive das Identifikationspotenzial der Banknoten auch bestmöglich bei den Bürgern ankommt, sollen diese in den Auswahlprozess eingebunden werden. Und was für ein Prozess das ist: Zunächst sollen Fokusgruppen Meinungen von Menschen im gesamten Euroraum zu Themen für die Euro-Banknoten einholen. Dann wird eine Themenberatungsgruppe mit jeweils einem Experten aus jedem Land des Euroraums dem EZB-Rat eine Themenauswahl vorschlagen. Aus Deutschland ist das Lisa Borgenheimer, Professorin für Informationsdesign. Im Nachgang möchte die Zentralbank die öffentliche Meinung zu diesen Vorschlägen einholen und einen Design-Wettbewerb zu den neuen Banknoten starten. 

Die finale Entscheidung zum neuen Look der Scheinchen obliegt allerdings dem EZB-Rat. Getroffen werden soll diese 2024. Und bis die aufgepeppten Banknoten dann tatsächlich in den Händen derer landen, die mitentschieden haben, kann auch noch Zeit ins Land gehen.  

In der Zwischenzeit kann man sich ja schon einmal von den alten Scheinen verabschieden. Manch einem mögen sie vielleicht dann auch fehlen. Sie sind ein Stück Historie und ein Stück Europa – auch im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in der niederländischen Stadt Spijkenisse lassen sich die Banknoten-Bauwerke alle finden. Nachgebaut wurden sie vom Designer Robin Stam. Bleibt die Frage: Müssen die Holländer dann jetzt ihr Städtchen umbauen? 

Tipp: Sie sind an anderen Payment-Themen interessiert? Dann sollten Sie Next Generation Payment am 5./6.04.2022 nicht verpassen. Jetzt anmelden.

Lesen Sie auch

Neuer Bundesbankpräsident: Hängt die Preisstabilität nun an diesem Nagel?

Neuer Bundesbankpräsident: Hängt die Preisstabilität nun an diesem Nagel?

Joachim Nagel ist offiziell der neue Bundesbankpräsident. Mit[…]

Fiona Gleim
Weihnachten, Christbaumschmuck, Geldgeschenke, Geld, Gutscheine, Geldgeschenken

Geldgeschenke oder lieber etwas anderes zum Fest?

Einmal noch schlafen … Die Deutschen haben fürs[…]

Laura Kracht
Geschenke mit Schnee im Hintergrund, goldene Flocken, Geld, Boni, Banken, Bonuszahlungen zu Weihnachten

Boni: Unterm Baum ist Platz für große Päckchen

2021 ist beinahe vorbei. Weihnachten steht bevor und[…]

Laura Kracht
Kryptowährungen, Bitcoin, Tannenbaum mit Bitcoin

O du kryptische Weihnacht

Für viele noch futuristisch und ungreifbar, für andere[…]

Fiona Gleim

Sustainable Finance auf den Punkt

Im Bereich Nachhaltigkeit muss einiges passieren. Darüber ist[…]

Fiona Gleim
Das Leid der Millionen-Boni

Das Leid der Millionen-Boni

In der Pandemie kämpfen einige Unternehmen um ihre[…]

Fiona Gleim
Daily: Willkommen in der Krypto-Welt: Bitcoin-City

Willkommen in der Krypto-Welt: Bitcoin-City

El Salvador kündigt große Pläne an: Auf Basis[…]

Fiona Gleim
Daily: N26 Opfer des American Dream?

N26: Opfer des American Dream?

Die Berliner Neobank N26 verkündet, sich wieder zunehmend[…]

Fiona Gleim
100 Prozent Wachstum bei N26-Finanz-Start-up

100 Prozent Plus bei N26

Die BaFin bremst den Neukundenzuwachs der N26, unterstützt[…]

Fiona Gleim
Nikola-Aktie: Der nächste Anleger-Betrug

Nikola-Aktie: Der nächste Anleger-Betrug

Ideen brauchen Anhänger. Wer sich selbst und seine[…]

Fiona Gleim
Girocard Bepreisung ING

ING folgt dem Trend: Neue girocard-Gebühr

In Deutschland gilt sie als die altbewährte Zahlungskarte:[…]

Fiona Gleim
Rücktritt der Barclays-Spitze-Staley

Rücktritt der Barclays-Spitze: Epstein-Bezug wird zum Verhängnis

Es ist offiziell: Die Leitung der britischen Großbank[…]

Fiona Gleim
Beitragsbild_Daily_NRW versteigert Bitcoin aus Darknet

NRW versteigert Bitcoin aus Darknet

Bitcoin fasziniert. Wann auch immer die „Kryptomutter“ zur[…]

Fiona Gleim
BaFin

Frischer Wind bei der Bafin

Ein Kultur- statt Strukturwandel soll es sein: Seit[…]

Fiona Gleim
Bad Bank zahlt Milliarde-WestLB-Urteil

Bad Bank haftet: WestLB’s Milliardenschuld

Bad Bank schützt „Good Bank“ vor Milliardenzahlung –[…]

Fiona Gleim
Mitarbeiterin wird überwacht, Employee monitoring

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ – Employee Monitoring nimmt zu

Mitarbeiterüberwachung weckt Erinnerungen an den Schlecker-Skandal: Die Drogeriekette[…]

Fiona Gleim
Geschäfts-Superman in Eile, Multitasking, Keine Zeit, Aufgaben rund um die Uhr, Arbeitsbelastung

Zu hohe Arbeitsbelastung durch Investment-Boom

Die Investmentbank Goldman Sachs streicht Milliardengewinne ein. Allerdings[…]

Fiona Gleim
Geldpolitik für Klima: Grüner Globus in unseren Händen, Klimawandel und Nachhaltigkeit

Grüne Geldpolitik – eine utopische Idee?  

Lagarde erweckt zu viel grüne Hoffnung, Die Illusion grüner[…]

Fiona Gleim

Schweigen heißt (nicht mehr) Zustimmung

Folge 65:  Mal ist es die EZB, mal[…]

Thorsten Hahn
Senior mit Mobiltelefon und Laptop

Senioren öffnen sich der digitalen Welt

Eine Studie des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass Digitalisierung[…]

Fiona Gleim

Das 5 Milliarden-GAP

Folge 64:  Es geht kein Weg dran vorbei.[…]

Thorsten Hahn
Bildungsprojekt So geht Geld, finanzielle Bildung, Schüler bekommen finanzielle Bildung

Bildungsprojekt: Banker gehen in die Schule

Kommen in der Schule die Themen Geld und[…]

Laura Kracht

Eba will auf 7.000 Datenpunkte verzichten

Folge 63:  Das Jammern hat sich gelohnt. Vielleicht.[…]

Thorsten Hahn

Harte Strafen für Cum-Ex-Akteure

Folge 62:  Der erste Banker fährt ein. Das[…]

Thorsten Hahn

Die Europa-Bank kommt

Folge 61:  Kommt sie wirklich? Kommt sie aus[…]

Thorsten Hahn

Kein Ausschuss im Untersuchungsausschuss

Folge 60:  Wirecard. CumEx. Was bringen Untersuchungsausschüsse, wenn[…]

Thorsten Hahn

Europas Banken glänzen mit guten Quartalszahlen

Folge 59:  Deutsche Bank, ING, Unicredit und sogar[…]

Thorsten Hahn

Das Digitalgeld-Rennen

Folge 58:  Bittere Wahrheit? Das Handelsblatt titelt: „Die[…]

Thorsten Hahn

Der Digitalchef

Folge 57:  Dem Kunden ein Konto kündigen und[…]

Thorsten Hahn

Ene mene Maus und Du bist raus

Folge 56:  Dem Kunden ein Konto kündigen und[…]

Thorsten Hahn

Die Filiale ist tot

Folge 55:  Nicht am Chlodwigplatz in Köln. Nicht[…]

Thorsten Hahn
Kopf oder Zahl

Konten: Der kürzeste Weg zählt doch?

37 Prozent der für den Statista Global Consumer Survey[…]

Ronja Wildberger

Kreditnachfrage sinkt

Folge 54:  Rechenaufgabe: 5000 x 5,- = 600.000,-[…]

Thorsten Hahn

Marsalek is back

Folge 53:  Die Schlagzeile des Tages, aber sehen[…]

Thorsten Hahn
Heinz Ansmann, erfolgreicher Privatbankier, gestorben 1999

1999: Ein verantwortungsbewusster Privatbankier

Geld ist nicht alles, was zählt. Auch wenn[…]

Laura Kracht

Ein Jahr Fahrstuhl

Folge 52:  Der Fahrstuhlfahrer bedankt sich für die[…]

Thorsten Hahn
Bernie Madoff Daily Betrüger

Bernie Madoff – Der Jahrhundertbetrug

Er stahl von seinen Investoren Beträge in Millardenhöhe.[…]

Daniel Fernandez

Prüfung der Prüfer

Folge 51:  Die BaFin mal wieder. Jetzt will[…]

Thorsten Hahn
American Express Zeitreise

1850: Vom Zustelldienst zum Weltkonzern

Am 18. März 1850 schlossen sich drei Transportunternehmen[…]

Dennis Witzmann
EZB PEPP

EZB fasst neue Beschlüsse zur Geldpolitik

Regelmäßig tagen Vertreter der EZB in Ratssitzungen. Aktuell[…]

Laura Kracht
HSBC-Chefin Carola Gräfin von Schmettow geht

Eine der erfahrensten deutschen Bankerinnen hört auf 

Sie ist Vorstandsvorsitzende einer Privatbank und das als einzige Frau[…]

Laura Kracht

Trittbrettfahrer

Folge 50:  Neues vom „Sparkassenchef“. Zinsplattformen, wie Check24,[…]

Thorsten Hahn
2011-Fukushima

Fukushima: eine Katastrophe mit Folgen

Am 11. März 2011 löst Seebeben der Stärke[…]

Ronja Wildberger
OneCoin Ruja Ignatova

Milliardenbetrug OneCoin: Schneeballsystem statt Blockchain-Prinzip

Kryptowährungen boomen, an der Spitze steht Bitcoin. Viele[…]

Daniel Fernandez

Was wird aus der City of London?

Die Europäer betrachten Großbritannien seit dem 1. Januar[…]

Ronja Wildberger
Frauen Weltfrauentag Führungspositionen

Frauen in Führungspositionen: Rückblick und Bilanz

Viel wird bereits über Frauenanteil in Führungspositionen von[…]

Dennis Witzmann