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1872: Deutschlands älteste Direktbankengruppe wird gegründet

Die Zeitreise ins Jahr 1872: Durch einen Brief aus der Kaiserlichen Oberpostdirektion wird die Entstehung einer der traditionsreichsten Gruppen von Direktbanken in Deutschland ins Rollen gebracht: Die PSD-Banken. Seit dem hat sich bei der Bankengruppe und in der Bankenlandschaft einiges getan.

Von Laura Kracht - 14. Januar 2020
Fassade von PSD-Banken

Foto: www.istockphoto.com/Warchi

Die Ursprünge der PSD-Banken reichen bis 1872 zurück.

2012 wurde von den Vereinten Nationen zum Jahr der Genossenschaften erklärt. Damit sollte auf ihre weltweite Bedeutung aufmerksam gemacht und ihre Rolle für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung vieler Länder betont werden.  Im selben Jahr feierte die PSD-Bankengruppe ihr 140-jähriges Bestehen. Die Abkürzung PSD leitet sich aus dem, nach dem Vorbild der genossenschaftlichen Einrichtungen gegründeten, Post-Spar-und Vorschussvereinen ab.

Zur Gründung der PSD-Banken kam es am 4. Januar 1872. Das Kaiserliche General-Postamt sendete ein „General-Cirkular“ „an sämtliche Kaiserliche Ober-Post-Directionen“. Darin wird „bei den Erwägungen zur Verbesserung der Lage der Beamten und Unterbeamten … versuchsweise die Gründung von Spar- und Vorschußverein im Kreise der Postbeamten“ empfohlen und „das Prinzip der wirtschaftlichen Selbsthilfe, dessen Wirkungen sich auf anderen Gebieten des Lebens als wohltätig erwiesen haben“ betont.

Gründung der heutigen PSD-Banken

Verfasst wurde das Schreiben von Generalpostmeister Heinrich von Stephan, der damit den Grundstein für die heutigen PSD-Banken legte. Somit gehören die PSD-Banken zu den traditionsreichsten Finanzinstituten und sind die älteste Direktbankengruppe  Deutschlands.

Zur Zeit der Gründung der PSD-Banken waren Bauern, Arbeiter und Angestellte aufgrund der Industriellen Revolution in wirtschaftliche Bedrängnis geraten. Da sie sich durch die Unsicherheit der äußeren Verhältnisse bedroht fühlten, wuchs ihr Wunsch nach Selbstständigkeit und der Absicherung ihrer finanziellen Situation.  Durch eine freiwillige Zusammenführung der Vorschussvereine und Spareinrichtungen sollten die notwendigen Mittel beschafft werden und Postbedienstete in Zukunft selbst aus ihrer Not herausfinden.

Bankengruppe im Wandel der Zeit

Im ersten Jahr des Bestehens bauten alle 36 Oberpostdirektionen des Deutschen Reiches, mit Ausnahme von Bayern und Württemberg, Post-Spar und Vorschussvereine mit einer Gesamtmitgliederzahl von über 12.000 auf. Am 15. Februar kam es dann zur Gründung des Post- Spar- und Vorschussvereins Frankfurt am Main. Im Lauf der Zeit hat sich die Bankengruppe sehr gewandelt. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs stieg die Mitgliederzahl der, mittlerweile in Post-Spar- und Darlehensvereine (PSdDV) umbenannten, Einrichtung immer weiter an. 1914 hatte der PSpDV über 237.000 Mitglieder.

Als Antwort auf die Inflation müssen die Post-Spar- und Darlehensvereine 1923 ihre Darlehensgewährung einstellen.  Fast ein Jahrzehnt später bestehen insgesamt 53 Vereine, die zusammen eine Bilanzsumme von 228 Millionen Reichsmark aufbringen. Die große Zahl an Vereinen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg stark reduziert und blieb zwischen 1956 und 1997 dauerhaft bei 21 Mitgliedsinstituten. Der Verband der heutigen PSD-Banken gehört zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes e.V. (DGRV) und des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR).

PSD-Banken heute

Bis 1997 sind fast nur Beschäftigten der Deutschen Bundespost Kunden der PSD-Banken. Erst 1994 wurde mit der Absonderung der PSD Banken von der Bundespost mit dem, von der Post geforderten, Ausscheiden aller PSD-Beschäftigten aus dem Personalhaushalt der Deutschen Bundespost angefangen. Seit 2001 sind die PSD Banken normale Wettbewerbsteilnehmer im Kampf um Privatkunden.

Vor mittlerweile sechs Jahren bekamen alle Webseiten der Bankengruppe ein neues und responsives Design. Dies hat zur Folge, dass 2015 bankengruppenweit beschlossen wurde, die Videolegitimation einzusetzen. Nur wenig später entschied sich die Generalversammlung der PSD Bank Niederbayern-Oberpfalz eG den Verband der PSD Banken e.V. zu verlassen und trat zum 31.12.2015 aus dem Verbund aus.

Heute umfasst die Gruppe bundesweit 14 jeweils rechtlich selbstständige und unabhängige Mitgliedsinstitute, wie  Berlin-Brandenburg, Braunschweig, HessenThüringen, Hannover oder Karlsruhe-Neustadt.

Damit ist die PSD-Bankengruppe, die vor fast 150 Jahren gegründet wurde, von einer Einrichtung zur Selbsthilfe für Postbediensteten in Vorschussvereinen zu einer heute deutschlandweit agierenden Direktbankengruppe geworden.

In unserer Rubrik „Vorstände im Gespräch“ finden Sie auch interessante Interviews mit den Vorstandsvorsitzenden der PDS-Banken René Königshausen und Dieter Jurgeit zum Thema „Die Mitgliedschaft wurde unter Wert verkauft“ und „Wenn der Vorstand jammert, ist er am falschen Platz„.

Tipp: Hier finden die letzte Zeitreise „1909: Der Postscheck und bargeldloses Bezahlen in Deutschland„.

 

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