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Bitconnect – die Mutter aller Krypto-Scams

Ein Schneeballsystem, wie es im Buche steht. Ein Betrug mit einem Schaden in Milliardenhöhe. Eine Masche, die zum Vorbild für viele weitere geworden ist. Die Rekonstruktion des Tathergangs.

Von Daniel Fernandez - 18. Januar 2022
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Foto: istock.com/MrArtHit

Ein Investment mit einer Rendite von täglich einem Prozent– das klingt nicht nur zu schön, um wahr zu sein, sondern ist es auch. Doch genau das versprach die Krypto-Plattform Bitconnect ihren Anlegern seit dem Launch 2016. Viele Prominente Köpfe der Szene, etwa der Ethereum-Gründer Vitalik Buterin, warnten schon früh vor Bitconnect. Dennoch fielen bis zum Auffliegen des Betrugs im Jahr 2018 zehntausende Anleger auf die Masche rein. Seitdem ist die Plattform mit dem dazugehörigen Coin eine Art Synonym für Scams geworden. Unglückliche Anleger der Krypto-Szene werden heute nicht mehr betrogen, sie werden „bitconnected“.

Die Masche:

Obwohl die Krypto-Szene als innovativ gilt, bleiben dort Betrüger bei ihren Maschen meist klassisch. Wie auch bei OneCoin ist das Prinzip hinter Bitconnect ein simples Schneeballsystem. Offiziell konnten Benutzer auf der Plattform ihre Bitcoins gegen die Kryptowährung von Bitconnect eintauschen. Dafür bekamen sie Dividenden, mit denen sie angeblich nicht nur nach kurzer Zeit das ursprüngliche Investment zurückerhalten, sondern auch weitere hohe Renditen einfahren konnten.

Tatsächlich stieg der Preis des Bitconnect-Coin von ursprünglich 0,16 Euro im Januar 2017 innerhalb weniger Monate auf einen Wert von über 400 Euro. Allerdings sind diese Scheinrenditen, wie bei einem Schneeballsystem üblich, allein auf die gestiegene Liquidität durch neue Nutzer zurückzuführen. Ein Trading Bot, der die eingezahlten Bitcoins auf der Plattform verwaltete und damit die versprochene Rendite generiert, existierte nach aktueller Beweislage zu keinem Zeitpunkt.

Der Schaden:

In nur einem Jahr stieg die Marktkapitalisierung von Bitconnect auf 2,5 Milliarden US-Dollar und wurde damit zu einer der größten und am besten performenden Kryptowährungen auf CoinMarketCap. Doch lange sollte der Erfolg nicht anhalten. Bereits im Januar 2018 war die Rallye vorbei.

Nachdem bekannt wurde, dass es sich bei dem Projekt um einen Scam handelt, fiel der Kurs innerhalb eines Monats in sich zusammen:  Bereits Ende Januar lag der Preis eines Coins bei nur noch etwa 5 Euro, und wenig später sogar unter dem Ausgabepreis. Viele tausend Anleger konnten ihre Coins nicht rechtzeitig verkaufen, um ihre Ersparnisse zu retten. Der Gesamtschaden wird heute auf bis zu 2 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die Strafe:

Allerdings startete das FBI erst im Februar 2019, also ein Jahr nachdem der Betrug aufgeflogen war, eine Untersuchung zu Bitconnect. Derweil wurde Divyesh Darji, der Head Promoter von Bitconnect in Indien, bereits 2018 am Flughafen von Delhi festgenommen. Glenn Arcaro, ein weiterer Promoter aus den USA, hat sich im September 2021 schuldig bekannt und erwartet im Mai 2022 ein Urteil. Den Promoter aus Los Angeles, der für den Betrug nach eigener Aussage mehr als 24 Millionen Dollar an Kommissionen erhielt, könnte eine Maximalhaftstrafe von 20 Jahren erwarten. Doch von Satish Kumbhani, dem Gründer von Bitconnect, gegen den von der amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) bereits Anzeige erstattet wurde, fehlt bisher jede Spur.

Währenddessen konnten bereits Kryptowährungen im Wert von 56 Millionen US-Dollar von Arcaro beschlagnahmt und verkauft werden, die den Opfern des Betrugs zugutekommen sollen. Dass die gesamten erbeuteten Bitcoins im Wert von 2 Milliarden US-Dollar den Weg zurück auf die Konten der betrogenen Kleinanleger finden werden, ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Die Sicherstellung des Diebesguts wird nicht nur durch die Tatsache erschwert, dass sich viele der Täter noch auf freiem Fuß befinden. Da es sich bei der Beute um Kryptowährungen handelt, bestehen zusätzlich Schwierigkeiten, Investoren zu finden, die dem Scam zum Opfer gefallen sind.

Opfer von Bitconnect können über dieses Umfrage-Formular mit den amerikanischen Behörden Kontakt aufnehmen.

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