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NFC im Fußballstadion

Von Julian Achleitner - 22. August 2014

Der Einzug der NFC-Technik in den Fußballstadien galt als Erfolg. Momentan verabschieden sich einige Vereine wieder von dieser Technik.

Es ist kaum erstaunlich. Gerade erst erscheinen neue Techniken auf dem Markt, wird die Phantasie so mancher Entwickler angespornt. Sie überlegen eifrig, welche Möglichkeiten sich umsetzen lassen und wie dies am besten zu verwirklichen sei. Mancher Traum bleibt Traum, anderer dagegen lässt sich umsetzen. Auch natürlich ist es, dass Investoren angelockt werden, die hoffen, mit diesen Erfindungen Geld zu verdienen.

NFC soll den Bezahlvorgang beschleunigen

Ähnliches ist mit dem bargeldlosen Bezahlen zu beobachten. Trotz aller anfänglichen Widerstände hat es sich durchgesetzt und ist ein Bestandteil des alltäglichen Bezahlvorgangs geworden. Auch wenn andere Länder schneller die Karte zücken als die Deutschen es tun, lässt sich die EC-Karte nicht mehr wegdenken.
Heute ist man technisch schon einen Schritt weiter. Dank NFC-Technik kann man kontaktlos bezahlen. Der Bezahlvorgang soll sich beschleunigen und dem Kunden somit Vorteile bringen. Schließlich steht niemand gerne in der Schlange. Ob dadurch allerdings der Umsatz gesteigert wird, wie manche Anhänger des kontaktlosen Bezahlens behaupten, ist dagegen fraglich. Wer kauft schon das Doppelte ein, nur weil er nicht so lange in der Schlange stehen muss?

NFC im Fußballstadion

Eine Ausnahme von dieser Behauptung kann nur dann vorliegen, wenn die Zeit rennt. Wie etwa in einem Fußballstadion. Wenn alle Fans auf NFC umschalten, sind die Schlangen nicht so lang und der Umsatz lässt sich problemlos steigern. Klingt logisch, oder? Vor allem, da die Halbzeitpause nur 15 Minuten dauert. Aber auch die Zeit vor und nach dem Abpfiff soll helfen, den Umsatz zu steigern. Schließlich kommen die Fans nicht mehrere Stunden vorher ins Stadion. NFC = Umsatzsteigerung, so das Mantra! Wenn Fußballvereine mit ihrer Popularität NFC nutzen, verliert so mancher die Kontaktscheu zu dieser Zahlmethode. Das alles klingt nicht schlecht. Diese Argument ist auch nicht an den Haaren herbeigezogen. Aber hat sich die Hoffnung erfüllt?
Nur, es machen nicht alle mit. Damit meine ich nicht die Vereine. Einige von ihnen haben noch nie versucht, komplett oder teilweise auf bargeldloses Zahlen umzuschalten. Auch bei den Fans kommt es nicht an. Mittlerweile haben bereits der VfB Stuttgart und der 1. FC Köln wieder das Bargeld eingeführt. Zwar kann man immer noch bargeldlos zahlen, aber Bargeld ist wieder eine Zahloption. Für die fanatischen Verfechter des bargeldlosen Bezahlens mag dies ein Frevel sein. Aber warum?
Dreimal in der Schlange stehen, für ein Bier

Bei Mobile Payment im Allgemeinen wird immer von Mehrwert gesprochen. Diese Technik soll, muss und wird dem Endverbraucher einen Mehrwert bieten, wird immer wieder beschworen. Gewiss, einige Vorteile werden geboten. Aber eben nicht nur. Welchen Mehrwert bietet der Bezahlvorgang via NFC-Karte für Fans, die nicht Inhaber einer Dauerkarte sind? Jeder, der schon einmal in solchen Stadien war, wird Folgendes erlebt haben. Man hat Lust auf ein Bier oder ein Würstchen. Nun fängt das Schlangestehen an. Zuerst muss man an einer Schlange stehen, um sich eine Karte zu holen, dann um sich das Bier und Würstchen zu ordern und nach dem Abpfiff muss man sich wieder in eine Schlange stellen, um die Karte zurückzugeben. Drei Schlangen! Wo liegt da der Mehrwert? Einen Mehrwert bietet es den Fans, die regelmäßig ihre Mannschaft im Stadion anfeuern. Wenn sie Geld auf Ihre Karte überweisen können, liegt definitiv ein Mehrwert vor. Das ist wahre Zeitersparnis. Bei allen anderen fehlt er völlig. Da gönnt man sich lieber vor den heiligen Hallen des allwöchendlich stattfindenden Fußballvergnügens ein Speis und Trank. Aus dieser Perspektive ist das „Zurückrudern“ ökonomisch gesehen sinnvoll..

Mobile Payment ist eine Bezahlmethode von vielen

Nicht, dass Sie mich jetzt falsch verstehen. Ich störe mich nicht am Mobile Payment, es ist eine neue Technik, die ihre Chance haben soll. Sie steht im Wettbewerb mit anderen Bezahlmethoden, auch mit dem Bargeld. Aber um sich durchzusetzen, muss sie angenommen werden. Wenn Verbraucher Probleme mit dieser Zahlweise haben, kann man versuchen, sie zu überzeugen. Sie aber zu verfluchen, ist zu einseitig. Übrigens ist diese Methode auch falsch. Vielmehr zeigt sie die Nervosität und die Furcht der Verfechter des neuen Zahlens, mit ihrem Projekt zu scheitern. Klüger ist es allemal, die Ruhe zu bewahren und sein Projekt mit Sachlichkeit zu verteidigen. Sollten die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht werden, geht die Welt auch nicht unter.
Mein Fazit: Mobile Payment wird sich als eine Alternative von vielen durchsetzen. Sie wird andere aber nicht in Gänze ersetzen

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