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Weltwirtschaft 2010 – Aussichten ungewiss

Von Thorsten Hahn - 25. Januar 2010

Stefan Hirschmann – 21. Januar 2010 – Die Volkswirtschaften Nordamerikas, Europas und Japans werden 2010 bestenfalls mittelmäßig wachsen und einzelne von ihnen sogar schrumpfen. Das ist das Ergebnis einer internationalen Bewertung durch D&B Country Risk Services. „Einige Länder werden möglicherweise sogar eine Rezession mit zweiter Talsohle erleben, wenn die staatlichen Konjunkturprogramme auslaufen“, erklärt Martina Neumayr, Risikoexpertin bei D&B. China zeigt hingegen stabiles Wirtschaftswachstum und wird damit die globalen Rohstoffpreise stützen. Im Lauf des Jahres 2010 wird der Inflationsdruck voraussichtlich erneut zunehmen.



Nordamerika, Europa und Japan vor unsicherer Zukunft

Den Ausblick für die US-amerikanische Wirtschaft bestimmt die Frage, wie dauerhaft das Wachstum von Ende 2009 in den kommenden Monaten sein wird. Größtenteils wurde dieser Aufschwung von einem umfassenden fiskalpolitischen Konjunkturpaket in Höhe von 787 Milliarden USD und einem Auffüllen der Lagerbestände getragen. Damit bewältigten die USA die längste Rezession seit über 60 Jahren. Hohe Arbeitslosigkeit, vermindertes Sparaufkommen, beschränkte Bankkredite, das Auslaufen der fiskalpolitischen Konjunkturmaßnahmen und der Abschluss der Bestandsauffüllungen beschwören jedoch das Schreckgespenst einer erneuten Wachstumsabschwächung im Lauf des Jahres 2010 herauf. Von den Ländern, die am engsten mit der US-amerikanischen Wirtschaft verflochten sind, werden sowohl Kanada als auch Mexiko weiterhin unter den Auswirkungen der gedämpften US-Nachfrage (und einer überbewerteten Währung im Fall Kanadas) leiden. Sie verzeichnen lediglich ein schwaches Wirtschaftswachstum von 1,5 bzw. 2 Prozent.
Voraussichtlich werden die Mitglieder des Euro-Währungsgebiets mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Auch sie werden durch die Überbewertung des Euros gegenüber dem US-Dollar beeinträchtigt. Hinzu kommt die Schädigung der exportorientierten Volkswirtschaften, hervorgerufen durch den überbewerteten Euro im Vergleich zum US-Dollar. D&B prognostiziert, dass sich Frankreich, Deutschland, die Beneluxstaaten und die skandinavischen EU-Mitgliedsstaaten Anfang 2010 weiterhin wirtschaftlich erholen. Jedoch werden sie in der zweiten Jahreshälfte mit einer Abschwächung konfrontiert werden. Einige Länder stehen vor zusätzlichen Herausforderungen wie beispielsweise einem niedrigen Produktivitätsniveau im Fall einiger am Mittelmeer gelegener Mitgliedsstaaten, einer bereits vor dem Abschwung bestehenden hochgradigen Staatsverschuldung, politischer Instabilität oder einer übermäßigen Abhängigkeit von westeuropäischen Versorgungsketten im Fall einiger zentraleuropäischer EU-Mitgliedsstaaten. In Asien wird Japan verstärkte Ängste hinsichtlich Staatsfinanzen, Deflation, demografischen Schwunds und Konzernkonsolidierung der verarbeitenden Industrie auszustehen haben.

Aufstrebende Märkte im Aufwärtstrend
Die Rohstoffpreise werden vermutlich weiterhin anziehen, bedingt durch die relativ positiven Aussichten für die chinesische und indische Volkswirtschaft. China wird 2010 ein Wirtschaftswachstum von über 7 Prozent aufrechterhalten können. Dies bedeutet, dass die Nachfrage nach Rohstoffen und demzufolge die Preise für globale Rohstoffe weiterhin von der chinesischen Nachfrage getragen werden. Die Konsequenzen dieser Erholung werden weltweit spürbar sein und ansteigende Exporteinnahmen wichtiger Ölförderländer sichern. Auch in metall- und/oder mineralienabhängigen Ländern Afrikas und Lateinamerikas werden sich die Folgen bemerkbar machen. Dennoch wird die Risikoscheu der Anleger weiterhin wichtige Investitionsentscheidungen beeinflussen, was die Bedeutung einer unternehmensfreundlichen Politik für die Maximierung mittelfristiger Wachstumsaussichten unterstreicht.

Spekulanten auf dem Vormarsch
Die Verbindung aus extrem niedrigen Zinssätzen in den entwickelten Ländern und der zunehmenden Risikoscheu unter Investoren führt zu spekulativen Kapitalflüssen, da sich die Anleger nach ertragreicheren Renditen umsehen. Dadurch steigt das Risiko spekulativer Blasen bei den Vermögenspreisen. Hingegen sind andere Entwicklungsländer mit gesamtwirtschaftlichen Problemen konfrontiert, da Kapitalzuflüsse ihre Devisenkurse überzubewerten drohen. Kurzfristig werden diese Faktoren das Wirtschaftswachstum wohl nicht gefährden, dennoch stellt der zunehmende Inflationsdruck aufgrund steigender Preise für Kohlenwasserstoffe und Nahrungsmittel einen Bereich potenziellen Risikos dar. Insbesondere, da er die Regierungen möglicherweise dazu veranlasst, die Lockerung bei der Geld- und Kreditpolitik aufzuheben, bevor die wirtschaftlichen Bedingungen reif dafür sind. Zinsbewegungen werden entscheidende Konsequenzen nach sich ziehen, da die Regierungen kaum in der Lage sein werden, weitere fiskalpolitische Konjunkturprogramme zu finanzieren.

Foto: © by jamesgroup – www.stockxpert.com

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