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Veränderung im Recruiting durch Digitale Transformation?

Durch die Digitale Transformation durchleben derzeit alle Unternehmensbereiche von Banken und Finanzdienstleitern einen Wandel. Auch das Recruiting ist davon betroffen. Inwieweit beeinflusst die Digitalisierung auch die HR-Abteilung? Und wie kann sie sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen?

Von Nicole Backhaus - 20. September 2016

Damit qualifizierte Fachkräfte überhaupt den Weg zum Bewerbungsgespräch finden, müssen alle vorherigen Schritte barrierefrei und über verschiedene Kanäle erledigt werden können. Bild: iStock/shironosov

Unternehmen konzentrieren sich derzeit auf klassische Themen, wie zum Beispiel Multi-Channel-Lösungen, Innovationsmanagement, Effizienzsteigerung und Mobile Commerce. Die Veränderung der Kunden steht im Vordergrund. Jeder fragt sich: „Was ist technisch nötig und möglich, um sich abzuheben?“

Was hat das Recruiting damit zu tun?

Einfache Antwort: sehr viel! Sie benötigen zum einen das beste Personal, um die Digitale Transformation umzusetzen, und zum anderen möchten die Kandidaten von dieser Entwicklung profitieren.
Im Rahmen des sogenannten Recruiting 4.0 findet eine Bewerbung fast ausschließlich über das Internet bzw. online statt. Arbeitgeber in Deutschland sind oft noch immer der Meinung, dass ein Kandidat den ersten Schritt im Bewerbungsprozess gehen sollte. Ob dies immer der richtige Weg ist, sollte durchaus einmal überdacht werden. Viele Firmen setzen voraus, dass man sich auf der Homepage im Karriereportal erst einmal registrieren muss. Hat ein Kandidat dies erfolgreich erledigt, dann muss er seinen kompletten Lebenslauf step-by-step in diesem Portal hinterlegen, um dann schlussendlich seinen Lebenslauf als Anhang in Dateiform beizufügen. Ohne eine Anlage ist es teilweise gar nicht mehr möglich, seinen Bewerbungsprozess in einem Karriereportal erfolgreich zu starten. Der Aufwand für den Bewerber ist nicht unerheblich und wird begleitet von so mancher technischer Tücke.

Warum läuft es so kompliziert?

Und ist es noch zeitgemäß? Nein, ist es nicht. Viele Unternehmen bevorzugen diesen Weg nur aus „Bequemlichkeit“. Die eingegebenen Daten werden über die Homepage in das hausinterne Bewerbermanagementprogramm transferiert und dem Personaler dann nur noch aufbereitet zur Verfügung gestellt. Für die HR-Abteilung stellt das einen ganz klaren Vorteil und eine Erleichterung dar, jedoch leider nicht unbedingt für die Kandidaten. Potenzielle Bewerber wünschen sich immer häufiger einen transparenten und schnellen Kommunikationszugang zu Unternehmen.

Lösungswege

Was könnten Unternehmen tun, damit der Bewerber sich überhaupt die Mühe macht, sich bei ihnen zu bewerben? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Unternehmen können ihr Karriereportal vereinfacht gestalten, sodass der Bewerber neben der Eingabe von ein paar persönlichen Informationen nur noch seinen CV hochladen muss. Dies ist mit diversen Recruiting-Systemen ohne Probleme möglich. Eine andere Möglichkeit ist es, alternative Optionen zur Verfügung zu stellen.
Doch wie geht das? Die Antwort liegt auf der Hand. In Zeiten von Social Media gibt es viele Zugangsmöglichkeiten wie Xing, LinkedIn, StepStone, Monster und Co. Die HR-Abteilung sollte sich in allen relevanten Netzwerken aufhalten und sich somit den potenziellen Interessenten von Anfang an als Vertreter eines modernen, mitarbeiterorientierten Unternehmens präsentieren.
Das bedeutet auch, dass dem Kandidaten die Möglichkeit geboten wird, seine Bewerbung beispielsweise via Xing einzureichen. Hier kann bereits vor dem eigentlichen Bewerbungsverfahren unternehmensseitig gepunktet werden.

Verzicht auf das Bewerbungsschreiben

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass im ersten Step kein Bewerbungsanschreiben benötigt wird? Ja, Sie lesen richtig!
Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass selbst im höherqualifizierten Umfeld ein nicht unerheblicher prozentualer Anteil der darin befragten Bewerber immer wieder Schwierigkeiten haben, ein Bewerbungsanschreiben korrekt zu formulieren. In diesem erfolgt nichts anderes als die Zusammenfassung der vorhandenen Qualifikationen, die Darstellung des aktuellen Aufgabengebietes und die Wechselmotivation.
In den letzten Jahren haben sich nicht nur Ansprüche an das Layout eines CV verändert, es werden den Lebenslaufdaten inzwischen maßgebliche Informationen über Aufgaben und Projektinhalte, priorisierte Kompetenzen und die sogenannten Wechselmotivationen beigefügt.
Gehen Sie den „smarten Weg“ – Inhalte im CV sind greifbarer und wertvoller als ein genormtes und gestyltes Bewerbungsanschreiben. Sie haben es in der Hand. Legen Sie fest und geben Sie vor, mit welchen Informationen aus dem Werdegang Sie versorgt werden möchten.

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