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11. Oktober 2008: Einigung in der Krise

Heute vor genau 10 Jahren und ungefähr einen Monat nachdem die Finanzkrise mit der Pleite der Lehman Brothers ihren Höhepunkt erreichte, stellten sich bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) alle 185 Mitgliedsländer geschlossen hinter den Aktionsplan der G7-Staaten.

Von Redaktion - 11. Oktober 2018

Der 11. Oktober 2008 war für die Deeskalation der weltweiten Finanzkrise ein einschneidendes Datum. Nachdem sich die Aktienmärkte noch einen Tag zuvor im freien Fall befanden, brachte der 11. Oktober einen ersten Hoffnungsschimmer: Heute vor genau 10 Jahren stellten sich alle 185 Mitgliedsländer bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) hinter den Fünf-Punkte-Plan der G7-Staaten zur Entschärfung der Finanzkrise. Dieser sah unter anderem vor, künftig keine systemrelevante Bank mehr pleitegehen zu lassen und sowohl private als auch staatliche Banken mit ausreichend Mitteln zu versorgen, um damit das Kreditgeschäft wiederzubeleben. Den einzelnen Ländern wurde dabei freigestellt, diese Schritte auf die jeweilige eigene Lage anzupassen.

Noch am selben Tag kündigten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs damaliger Präsident Nicolas Sarkozy ein Maßnahmenpaket für den heimischen Finanzsektor an. Auch die Niederlande, Österreich und Spanien folgten in den nächsten Tagen mit Milliardenschweren Rettungspaketen. Diese Signale zeigten am darauffolgenden Montag bereits Wirkung: Der Dax schoss am 13. Oktober um ganze 11,4 Prozent nach oben – bis heute der größte Tagesgewinn in seiner Geschichte. Groß war jedoch auch der Preis: Einer Kostenschätzung des Grünen-Finanzexperten Gerhard Schick zu Folge belaufen sich die Kosten der Bankenrettung in Deutschland auf voraussichtlich mindestens 68 Milliarden Euro – voraussichtlich, weil die Hilfen auch nach 10 Jahren noch nicht abgeschlossen sind.

Auch die Angst vor einer neuen Finanzkrise wächst. Im Vorfeld der aktuell in Bali stattfindenden Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds warnte der IWF in einem Finanzstabilitätsbericht vor Risiken durch geopolitische Verwerfungen sowie den Druck auf Schwellenländer wegen steigender Zinsen in den USA. Auch die Frage, wie mit Donald Trumps „America-first“-Devise und seinen Handelskonflikten mit China und der EU umzugehen ist, wird Thema der Tagung sein. Der US-Präsident hat mit seinem Verhalten bei dem G7-Gipfel im Juni bereits bewiesen: Mit einer Einigung wie im Jahr 2008, bei der alle Länder geschlossen auftreten, wäre im Fall einer neuen Krise nicht zu rechnen.

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