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Transparenz und Gerechtigkeit

Verbraucherschützer werfen Banken immer gerne mangelnde Transparenz vor – vor allem beim beliebten Thema Dispozins.

Von Thorsten Hahn - 02. November 2016

Bildnachweis: iStock.com/seb_ra

Am liebsten muss in Deutschland immer alles gerecht zugehen. Und alles, was ungerecht ist, wird vom Tisch gefegt. So wie die gerechte Kopfpauschale bei der Krankenversicherung. Es gibt nichts Gerechteres, aber die Politik sagt: „Ungerecht!“

Es ist auch ungerecht, wenn Banken einem Kunden nur 0,25 Prozent Zinsen auf dem Sparbuch gutschreiben, jedoch acht Prozent Zinsen für die genehmigte Überziehung abverlangen. Dass sich Banken selbst bei dieser enormen Marge nicht die Taschen voll machen, dürfte sich indes herumgesprochen haben. Woher kommt also diese permanente Forderung nach Transparenz und Gerechtigkeit?

Die gleichen Menschen, die dies fordern, kaufen irgendwo eine Polohemd für 39,00 Euro und wissen nicht, dass die Herstellung nur drei Euro (oder weniger) gekostet hat. Wie ungerecht! Vor allem für die Näherinnen, die nicht einmal einen Euro pro Stunde verdienen. Kürzlich sagte mir ein Freund, dass er bei einem Autohaus 25 Prozent Rabatt bekommen habe. Ich erhielt dagegen nur 15 Prozent. Sollte man nicht alle Autoverkäufer in Deutschland auffordern, ihre Rabattsätze zu veröffentlichen?

Zusätzlich zur unverschämten Marge von ca. acht Prozent, kommen jetzt Banken auch noch auf die unverschämte Idee, Gebühren für die Nutzung eines Girokontos zu verlangen. Dabei wissen wir doch, dass eine gute Dienstleistung nur gut sein kann, wenn sie kostenlos ist.

Es ist nie zu spät

Dennoch, liebe Banken: Ihr seid selber schuld! Wer einmal mit kostenlos anfängt und nicht erklärt, warum das funktioniert, der muss sich nicht wundern, wenn sich der Kunde jetzt ärgert. Oder zu einem der verbleibenden 25 Gratiskonten wechselt, wenn er zudem keine echte Gegenleistung, Beratung und oder Hilfe spürt. Aber jetzt die Berater alle 18 Monate zu wechseln oder gleich ganz rauszuschmeißen, ist keine Lösung. Vielmehr müsst Ihr mal zehn Jahre zurückdenken und nachschauen, was Ihr damals schon falsch gemacht habt.
Aber es ist nie zu spät …

Ihr Thorsten Hahn

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