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Vertrieb

Kids & Teens: Was Banken tun müssen, um junge Kunden zu erreichen

Volle Kaufkraft voraus? Schön wäre es: Obwohl Kinder und Jugendliche in Deutschland jährlich über rund elf Milliarden Euro Taschengeld & Co. verfügen, haben viele Banken den Anschluss an die äußerst mobile und digitale Zielgruppe verloren. Welche Produkte sind für junge Kunden wirklich relevant?

Von Michael Nake - 03. August 2017

Sichere Bezahlmethoden und kindgerechte Tools, die das Einkaufen in Online-Shops ermöglichen, ebnen den Banken den Zugang zu dieser bisher vernachlässigten Kundengruppe. Bildnachweis: iStock.com/Geber86

Wer Kindern und Teenagern adäquate Angebote unterbreiten möchte, muss zunächst ihre Lebenswelt kennen und verstehen. Neben dem Shoppen mit Freunden wird das Thema Online-Shopping für junge Kunden immer relevanter. Mit einem Blick auf aktuelle Studien wird schnell klar, wieso: Laut einer Bitkom-Umfrage besitzen bereits 87 Prozent aller 12-13-Jährigen ein Smartphone und fast 100 Prozent der Kinder zwischen zehn und dreizehn nutzen das Internet. Man „geht“ nicht mehr ins Internet – das Internet ist allgegenwärtig. Kein Wunder, dass Fintech-Unternehmen wie die auf Kontoführung per Smartphone spezialisierte Direktbank N26 in jüngster Vergangenheit immer mehr Zulauf erhalten.

Die Generation „Always on“

Der treue Alltagsbegleiter Smartphone ermöglicht dabei eben auch ein neues Shoppingerlebnis, und zwar unabhängig von Uhrzeit oder Aufenthaltsort. Insgesamt haben 2016 ganze 98 Prozent aller Internetnutzer ab 14 Jahren online etwas gekauft. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die neusten Computer-Games, coole Klamotten und angesagte Filme – im Internet ist alles nur einen Klick weit entfernt. Aber: Oft werden junge Kunden – trotz ihrer Kaufkraft – außen vor gelassen.

No-Go: angestaubte Finanzprodukte und analoge Kommunikation

Wie kommen Banken nun also an die vernachlässigten Kunden heran? Sparfonds und Versicherungen? Viel zu abstrakt. Junge User sind einfache Handhabung und direkte Verfügbarkeit gewöhnt – sonst verlieren sie schnell das Interesse. Banken müssen an ihren mobilen Angeboten arbeiten, um die Kids dort zu erreichen, wo sie sind: im World Wide Web.

Online-Shopping für Kids und Teens: ein Geschäftsmodell mit Zukunft

Auf Grundlage des Taschengeldparagraphen dürfen Kinder und Jugendliche zwar grundsätzlich online shoppen – in der Praxis scheitern sie allerdings oft an den fehlenden Bezahlmöglichkeiten für Minderjährige. Bei Eltern herrscht häufig Unsicherheit bezüglich der bestehenden Modelle: Kreditkarten für Kids haben – selbst wenn es Prepaid-Karten sind – den Ruf einer Schuldenfalle für den Nachwuchs. Die Kinder verlieren den Überblick über ausgegebene Beträge und entwickeln kein angemessenes Geldverständnis. Andere Bezahldienste werden entgegen der AGB auch von Minderjährigen genutzt und bergen immer die Gefahr, dass Kids und Teens für sie ungeeignete Produkte erwerben, da keine Alterskontrolle durchgeführt wird.

Sichere Bezahlmöglichkeiten: Fehlanzeige

Momentan fehlt es an einer Online-Bezahlmethode, die Eltern Sicherheit gibt – und Teenagern die Freiheit, die für sie im Zeitalter von Smartphone und Co. so selbstverständlich ist. Genau hier müssen Banken ansetzen, um Eltern zu überzeugen und Kinder und Teenager als Kunden zu gewinnen – für jetzt und für die Zukunft. Die Eltern sind nach wie vor die „Gatekeeper“, vor allem für jüngere Kinder oder wenn es um Finanz-Fragen geht: Was von ihnen als unsicher eingestuft wird, wird von den Kids ferngehalten.

Sicherheit vs. Freiheit

Um für die Zielgruppe attraktiv zu sein, muss ein solches Bezahlsystem mit relevanten Shops kompatibel sein. Außerdem wichtig: eine gute Balance zwischen Sicherheit und Freiheit. Eltern möchten einen prüfenden Blick auf den virtuellen Warenkorb werfen können – und die Teens möchten möglichst frei über ihr Geld verfügen können. Ein Finanzprodukt, das diese Bedürfnisse miteinander in Einklang bringt, wird in Zukunft das Mittel der Wahl sein, um Eltern zu überzeugen und die bisher vernachlässigte junge Zielgruppe abzuholen.

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