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„Wir können viel voneinander lernen“

Die PSD Bank Hannover und das Robo-Advisor-Insurtech Clark sind eine Kooperation eingegangen und haben den Service kürzlich live geschaltet. Auf dem Kongress INNOVATIONSforBANKS in Köln sprachen wir mit Torsten Krieger und Marc-Philipp Kern. Interview: Philipp Scherber

Von Philipp Scherber - 03. August 2017

Torsten Krieger, Vertriebsleiter bei der PSD Bank Hannover (links), und Marc-Philipp Kern, Marketing & Communications Manager bei Clark (Mitte), im Interview auf dem Kongress INNOVATIONSforBANKS in Köln.

BANKINGNEWS: Was waren die Beweggründe der PSD Bank Hannover, eine Kooperation mit Clark einzugehen?

Torsten Krieger (TK): Wir waren auf der Suche nach einem namhaften, seriösen Partner, bei dem wir eine gewisse Nachhaltigkeit sehen. In diesem Bereich der Versicherungs-Robo-Advisor gibt es gar nicht so viele Anbieter am Markt. Und Clark ist unserer Meinung nach vom Handling und der Funktionalität des Systems am besten aufgestellt. Für uns als Direktbank sind Versicherungen eher ein Randthema, aber durchaus ein Geschäftsfeld, in dem wir aktiver werden und Erträge generieren wollen. Dafür benötigen wir jemanden, der dort seine Kernkompetenz hat und zu uns als Bank passt.

Robo Advisor sind teilweise überfragt

Wer ist der Ansprechpartner für den Kunden bei Fragen oder im Schadensfall?

Marc-Philipp Kern (MK): Der Kunde hat die freie Wahl. Er kann mit den Experten der PSD Bank, mit uns als Makler oder direkt mit seinem Versicherer in Kontakt treten. Im Schadensfall kann der Kunde über unseren Chat, per Mail und Telefon mit uns in Kontakt treten, und wir wickeln den Schaden digital ab. Dies erfolgt nicht nur über automatisierte Antworten, sondern bei uns sitzen echte Berater, die ausgebildete Versicherungskaufleute sind. Gerade bei Produkten, die beratungsintensiver sind, stehen sie den Kunden zur Verfügung. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung etwa ist der Robo Advisor noch überfragt, weshalb dieser Aspekt aktuell nur über eine menschliche Komponente abgebildet werden kann.

Der Kunde erwartet heute eine 24/7-Erreichbarkeit. Erhält er diese bei Ihnen?

MK: Der Kunde kann im Chat rund um die Uhr schreiben und erhält innerhalb der Servicezeiten zwischen 8:00 und 19:00 Uhr eine Antwort.

Wie wird sichergestellt, dass nicht nur die günstigste, sondern auch die tatsächlich beste und passendste Versicherung für den Kunden ausgewählt wird?

MK: Der Kunde erhält von uns immer einen Vergleich, in dem die Tarife algorithmusbasiert ausgewählt werden. In den vergangenen zwei Jahren haben wir eine riesige Datenmenge gesammelt. Unsere Versicherungsexperten haben sich jeden Tarif am Markt angeschaut und die passenden für die jeweiligen Kundenprofile bestimmt. Diese wurden in einen Algorithmus eingespeist, der dem Kunden zugeschnitten auf seine aktuelle Lebenssituation den passenden Tarif anbietet. Wir empfehlen dem Kunden immer die optimale Versicherung zum besten Preis und nicht zwangsläufig die günstigste.

Der gemeinsame Marktauftritt ist sehr hilfreich

Ganz abgesehen von der konkreten Lösung: Was können Sie als Start-up von der Bank lernen und was kann die PSD Bank von einem Insurtech lernen?

MK: Hinsichtlich Kundenbindung können wir als Start-up viel von der PSD Bank lernen. Ganz wichtig ist das Vertrauen, das die Kunden in ihre Bank haben. Dieses Vertrauen wird durch die Kooperation auch uns entgegengebracht. Für die initiale Entscheidung ist der gemeinsame Marktauftritt sehr hilfreich. Wenn der Kunde dann mit unserem Service zufrieden ist, bauen wir die Vertrauensbasis noch stärker aus.

TK: Für uns als Bank geht es um die Frage, wie wir noch kundenorientierter arbeiten können und wie einfach und schnell verschiedene Prozesse laufen können. Das ist im gesamten klassischen Bankenbereich derzeit noch ausbaufähig. Wir können außerdem lernen, wie bestimmte Prozesse über eine App implementiert werden.

MK: Wir können uns wiederum etwas bei den sehr durchdefinierten Prozessen in einer Bank abschauen. Ich denke, dass sich die Prozess- und Sicherheitsorientierung der Bank gut mit der Schnelligkeit und Innovationsfreudigkeit eines Start-ups ergänzt.

Wie geht es mit Clark weiter? Streben Sie weitere Kooperationen mit Banken an?

MK: Auf jeden Fall. Unsere strategische Ausrichtung sieht es vor, im Laufe des Jahres weitere Kooperationen einzugehen.

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